
Einige von euch, die facebook nutzen, haben sie vielleicht schon gesehen, für alle anderen wird sie spätestens in den nächsten Wochen unumgänglich. Denn facebook macht die umstrittene Timeline jetzt auch in Deutschland zur Pflicht. Was das genau ist und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind, erfahrt ihr hier.
Was ist die facebook Timeline?
Die facebook Timeline löst die bisherige normale Profilansicht ab. Ab Februar wird die Timeline nach und nach für alle deutschen Nutzer aktiviert und kann nicht mehr abgeschaltet werden.
Jeder, der eine Seite bei facebook hat, bekommt zur Info eine Benachrichtigung auf seiner Startseite, wenn die Timeline für ihn/sie von facebook aktiviert wurde und kann sich dann auf einer „Tour“ die neuen Funktionen erklären lassen. Anschließend besteht eine Woche lang die Möglichkeit, die Ansicht zu prüfen, etwas zu löschen oder hervorzuheben. Nachträgliches Löschen von Einträgen ist aber auch weiterhin jederzeit möglich.
Wie sieht das neue Profil aus?
Am oberen Rand befindet sich ein großes Header-Bild, bei der Auswahl könnt ihr selbst kreativ sein und das Bild frei wählen. Außerdem ist es jetzt möglich, die Größe der Beiträge zu verändern und so bestimmte Einträge hervorzuheben oder in den Hintergrund zu stellen.
Alle Beiträge, die ihr in der alten Profilansicht eingetragen habt, werden in einer interaktiven Zeitleiste dargestellt. Darüber hinaus gibt es jetzt einen zusätzlichen Kasten mit den Beiträgen der Freunde. Wer mag, kann dort sein gesamtes Leben dokumentieren inklusive der Zeit vor dem facebook-Beitritt.
Wer kann meine Timeline sehen und was ist in Bezug auf den Datenschutz zu beachten?
Welche Inhalte zu sehen sind, ist nach wie vor individuell einstellbar. Zugriffsrechte könnt ihr jetzt neu einzurichtenden Gruppenmitgliedern, euren Freunden, Freunden von Freunden und an Alle vergeben.
Die einzelnen Ansichten könnt ihr mit der Funktion "Anzeigen aus der Sicht von…", die sich hinter dem Zahnrad-Button im Profil verbirgt, kontrollieren.
Viele Benutzer haben ein Problem damit, dass durch die Übersichtlichkeit der Zeitleiste Infos über sie noch leichter zugänglich sind. Allerdings gibt sie auch dem Profilinhaber einen übersichtlicheren Einblick über die veröffentlichten Daten.
Es ist jedenfalls keine schlechte Idee, die alten Postings daraufhin durchzusehen, ob dort nicht doch Dinge angezeigt werden, die man vielleicht löschen sollte/möchte.
Außerdem sollte man überlegen, welche zusätzlichen Infos man dort einträgt.
facebook führt aber nicht nur die Timeline ein, sondern auch eine neue Funktion, die Frictionless Sharing genannt wird. In Deutschland stößt sie bei Datenschützern weitestgehend auf Kritik, denn genau wie die Timeline zeigt sie sehr viel über das Leben des Einzelnen.
Was ist Frictionless Sharing?
Mit der Einführung der Timeline kann facebook eure Aktivitäten, die ihr über Apps ausführt, für alle Nutzer sichtbar machen. Beispielsweise hat die Washington Post eine Open Graph-App für facebook entwickelt. Klickt man auf dortige Artikel, wird diese Aktivität sofort auf eurer Timeline erscheinen und sichtbar für alle anderen eingeblendet. Dazu müßt ihr eure Zustimmung nicht geben.
Frictionless Sharing erlaubt auch beispielsweise einer Musik-App, den Namen jedes abgespielten Songs zu posten, den ihr hört. Eine Trainingsanwendung auf eurem Smartphone wird eure Laufzeit und die Länge eurer gejoggten Strecke aufzeichnen und sofort an facebook übermitteln.
Datenschutz bei Frictionless Sharing
Wenn ihr nicht wollt, dass andere Nutzer oder facebook selbst detaillierte Einblicke in euer Leben bekommen, dann solltet ihr auf Frictionless Sharing lieber verzichten. Die Nutzung der Apps ist ja freiwillig. Oder ihr beschränkt die Weitergabe der Informationen nach der Installation auf einzelne Personen. Das könnt ihr natürlich, wie bei allen anderen facebook-Funktionen auch.
Grundsätzlich ist der Nutzen dieser Funktion umstritten, weil auch klar ist, dass facebook und die Anbieter der Social Apps durch die Sammlung der Daten am meisten von Frictionless Sharing profitieren.


