Handy-Gebühren im Ausland!

Das Handy ist mittlerweile unser ständiger Begleiter und darf natürlich auch im Urlaub nicht fehlen. Das beliebte Mobiltelefon kann sich jedoch auch ganz schnell als Kostenfalle entpuppen.
Um dem vorzubeugen, haben wir euch hier die wichtigsten Infos über die Gebühren bei der Handynutzung im Ausland zusammengefasst.

Checkliste zum Daten-Roaming:

  • Daten-Roaming deaktivieren
  • Individuelle Daten-Obergrenze beim Mobilfunkanbieter einrichten
  • Downloads oder andere großen Datenmengen vermeiden
  • Ausländische Prepaid-Karten nutzen
  • WLAN-Hotspot im Hotel oder Internet-Cafe nutzen

'International Roaming' ermöglicht es, auch bei Auslandsreisen stets mit der Heimat per Mobiltelefon in Kontakt zu bleiben. Beim Telefonieren mit dem Handy im Ausland gilt es jedoch, einige Hinweise zu beachten, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Im EU-Ausland verschickte SMS-Nachrichten dürfen ab dem 1. Juli 2012 nur noch höchstens 9 Cent kosten.

Die Preisobergrenze für einen im Ausland getätigten Mobilfunkanruf soll schrittweise von heute 35 auf 29 Cent pro Minute fallen.
Der Minutenpreis für im Ausland erhaltene Anrufe sinkt von 11 Cent auf 8 Cent.

Regelungen innerhalb der EU:

Die vom Europäischen Parlament beschlossenen neuen EU-Roamingvorschriften sehen Folgendes vor:

  • Der Preis für SMS-Versand wird auf 0,09 € (ohne MwSt.) begrenzt. Bis 2014 soll der Preis dann schrittweise auf 0,06 € sinken. Der derzeitige Preis beträgt 0,11 €.
  • Die Datenroamingentgelte (Kosten, die im Ausland für das Surfen im Web oder den Abruf von Filmen mit einem Handy anfallen) werden gesenkt. Die Preisobergrenze soll bei 0,70 € pro übetragenen Megabyte liegen. Diese Preisgrenze soll bis 2014 noch auf 0,20 € fallen.
  • Seit Juli 2010 wird der Datentransfer gestoppt, wenn ein Rechnungsbetrag von 50 € erreicht ist. Die europäischen Mobilfunkanbieter müssen dann ihre Kunden darauf hinweisen und explizit die Zustimmung einholen, damit der Datentransfer weitergeht.
  • Die Preisobergrenze für einen im Ausland getätigten Mobilfunkanruf soll auf 29 Cent pro Minute fallen und bis 2014 weiter auf 19 Cent sinken. Der Minutenpreis für im Ausland erhaltene Anrufe wird von 11 Cent auf 8 Cent pro Minute gesenkt.
  • Ab dem 1. Juli 2014 soll der Roaming-Anbieter unabhängig vom heimatlichen Mobilfunkanbieter frei gewählt werden können. Der Wechsel soll jederzeit möglich sein und darf höchstens 3 Werktage dauern. Die bisherige Mobilnummer bleibt dabei bestehen.

Regelungen außerhalb der EU:

Riskanter und damit kostspieliger wird es beim Surfen in Staaten, die nicht zur EU gehören, wie die USA oder Kanada. Richtig tief in die Tasche greifen muss, wer den Internetzugang ungehemmt im Rest der Welt nutzt. Das wird nicht nur teuer, hier greift auch noch keine Kostensperre nach der 50 € Grenze, wie es innerhalb der EU der Fall ist. Eine warnende SMS, geschweige denn eine Blockierung des Internetzugangs soll es erst ab 2014 geben. Allerdings nur, wenn die technischen Voraussetzungen im jeweiligen Land dafür gegeben sind. Das Risiko, schnell ungeahnt hohe Kosten anzuhäufen, ist hier also besonders hoch.

Faustregel:

Der Download großer Datenmengen sollte im Urlaub generell vermieden werden. Die Vorstellung, mit dem Laptop oder Handy Musik aus dem Netz zu laden, während man irgendwo wartet, oder abends im Hotel noch schnell einen Film als Stream zu sehen, ist zwar verführerisch, wird aber höchstwahrscheinlich enorm teuer. Daher sollte man sich in einem fremden Land bei seinem Smartphone oder Notebook auf die Basics besinnen und von großen Downloads absehen.

Kostenfalle vermeiden:

Wer keine Lust auf hohe Kosten hat, sollte am besten das mobile Internet auf dem Smartphone oder Tablet abstellen, also das Daten-Roaming deaktivieren.
Wer aber auf Reisen nicht auf das mobile Web verzichten kann oder will, hat noch eine weitere Möglichkeit, die entstehenden Kosten zu kontrollieren. In den meisten Handys kann man jede verfügbare SIM-Karte, auch eine Prepaid-Karte eines ausländischen Anbieters, in einsetzen und zum Telefonieren und Surfen nutzen. Oft lohnt sich auch ein Zweithandy, bei dem das Tauschen der SIM-Karte möglich ist.
Bei Surfsticks für das Notebook ist das ebenfalls problemlos möglich. Es lohnt sich also, am Urlaubsort eine SIM-Karte eines dortigen Mobilfunkanbieters zu kaufen und diese zu verwenden. Am sichersten fährt man hierbei mit einer Prepaid-Karte, die mit einem Guthaben aufgeladen wird, so dass nicht die Gefahr besteht, mehr Geld für die Internetnutzung auszugeben als beabsichtigt war.