Fagus-Werk in Alfeld (Leine) ist neues Unesco-Weltkulturerbe

Quelle: fagus-gropius.com
Quelle: welterbe-hildesheim.de

Am 25. Juni 2011 wurde das Fagus-Werk in Alfeld, eine Schuhleistenfabrik, wegen seiner besonderen Architektur von einer Kommission in Paris zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt.

Vor 100 Jahren wurde der damals noch unbekannte Architekt Walter Gropius beauftragt, ein innovatives und modernes Gebäude zu erstellen, womit Gropius seinen Visionen von der Zukunft der Arbeit Gestalt verleihen konnte. Das Ergebnis war ein lichtdurchfluteter Komplex, der sich als Schlüsselbau der Moderne erwies.

"Mit der Konstruktion aus Glas und Stahl (...) verlieh Gropius dem dreistöckigen Fassadengebäude eine schwerelose Eleganz, die damals für Fabriken außergewöhnlich war", lobt die deutsche UNESCO-Kommission den Bau.

Im Jahr 1984 wurde mit der Restaurierung des seit 1946 unter Denkmalschutz stehenden Firmenkomplexes in Alfeld begonnen.

Auch heute noch werden im Fagus-Werk Schuhleisten produziert, die weltweiten Absatz finden. Erweitert wurde die Produktionspalette der Fabrik im Laufe der Zeit um elektronischen Mess- und Regelsystemen, Brandschutzeinrichtungen und Anlagen für die Massivholzverarbeitung.

Außerdem stehen die Tore interessierten Besuchern offen, die neben der innovativen Architektur des Gebäudes auch die Geschichte der Schuhproduktion bestaunen können.
In der ständigen Fagus-Gropius-Ausstellung "Schuhmode eines Jahrhunderts" kann man neben Schuhen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Model Claudia Schiffer und Rennfahrer Ralf Schumacher sogar Schuhe von ffn-Morgenmän Franky betrachten.

Weitere UNESCO Weltkulturerbestätten in Niedersachsen sind der Dom St. Mariae und Michaeliskirche in Hildesheim (seit 1985), sowie das Bergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar (seit 1992).