ffn-exklusiv: Kultusminister Tonne hält trotz steigender Corona-Zahlen an Einschulungsfeiern fest

31. August 2021

Was auf Niedersachsens Schulen zukommen kann, ist in Nordrhein-Westfalen zu sehen. Seit dem Schulstart sind die Infektionszahlen auf einen Inzidenzwert von 124,9 gestiegen. Spitzenreiter ist die Stadt Wuppertal. Hier liegt die Inzidenz in der Gruppe der Jüngeren bei über 700.
Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte radio ffn in Hannover dazu: „Diese Zahlen sind die entscheidende Begründung dafür, weswegen wir die Sicherheitsmaßnahmen in Schulen so hochziehen. In der ersten Woche tägliches Testen und Masken sogar am Tisch. Das ist nichts was Freude bereitet, weil wir wissen, was wir Kindern damit auferlegen. Aber es dient, das Corona-Virus aus der Schule rauszuhalten. Und damit können wir so viel Präsenz wie irgendwie möglich gewährleisten. Es ist niemandem geholfen, wenn wir sorglos starten und dann nach zwei Wochen feststellen, dass viele Schülerinnen und Schüler in Quarantäne müssen. Andere europäische Länder haben die Erfahrung gemacht. Deshalb gerade am Anfang der vorsichtige Kurs, um Schulen weiterhin als sichere Orte zu haben.“

Nur in der ersten Woche tägliche Tests
Nach einer Woche sollen Schüler sich nicht mehr täglich, sondern nur noch dreimal die Woche auf Corona testen. Tonne sagte im ffn-Interview: „Und es gibt auch keine konkreten Planungen, das tägliche Testen fortzuführen. Wir haben die Häufigkeit schon von zwei auf künftig drei erhöht. Denn es gibt ohnehin nicht die eine Maßnahme, die uns hilft. Es ist immer ein Zusammenspiel von unterschiedlichen Maßnahmen. Dazu gehören auch Luftfilter. Aber das Lüften werden auch Filter nicht ersetzen.“

Niedersachsen ist Spitzenreiter beim Impfen von Schülern
Der Minister sagte radio ffn: „Wir haben jetzt mittlerweile 36 Prozent der zwölf bis 17-Jährigen mindestens einmal geimpft. 23 Prozent haben auch schon die zweite Impfung erhalten. Das ist eine wirklich gute Quote. Damit liegen wir im Bundesländervergleich an der Spitze. Und wir haben ja jetzt auch unsere Aktionswoche. Das heißt, jeder der geimpft werden will kann geimpft werden.“

Grenzwerte für das Homeschooling gibt es nicht
Ab welchen Inzidenzwerten es wieder ins Homeschooling geht, ist nicht klar. Minister Tonne im ffn-Interview: „Denn der Inzidenzwert ist nicht mehr das entscheidende Kriterium. Davon sind wir weg. Landesweit braucht es kein Szenario A oder B mehr. Sondern wir müssen vor Ort individuell und passgenau schauen. Das ist dann die Entscheidung der Gesundheitsämter. Sie sagen, was die richtige Reaktion bei steigenden Infektionszahlen ist. Die Debatte wird insgesamt sehr emotional geführt. Total nachvollziehbar. Aber immer getrieben von dem Wunsch, soviel Präsenz wie möglich zu gewährleisten. Das haben uns die Schüler mitgegeben. Sie wollen in die Schule, alle und gemeinsam."

Homeschooling war auch für uns als Familie anstrengend
Tonne im ffn-Interview: „Ich glaube wir haben das genauso erlebt wie viele andere Familien auch. Das ist eine richtige Herausforderung gewesen. Es gab Sachen, die die Kinder selbst sehr einfach erledigen. Andere, wo sie sehr viel Unterstützung benötigen. Und das war sehr anstrengend. Sowohl für die Familien, aber auch für die Kinder selber.“

Einschulungsfeiern am Samstag ganz normal
Es wird auch jetzt am Samstag Einschulungsfeiern geben. Nur mit ein paar Sicherheits-Maßnahmen. Wie Abstand halten und Maske tragen. Der Minister sagte ffn: „Ich habe es im letzten Jahr erlebt unter sehr besonderen Bedingungen eine Einschulung zu machen. Es war ein sehr schöner Moment. Es war für meine jüngste Tochter ein wirklich wunderbares Erlebnis und ich bin fest davon überzeugt, dass die Schulen gerade alles machen, damit es auch für die Schülerinnen und Schüler kommenden Samstag ein richtig schönes Erlebnis wird.“

Kriterien für Anschaffung von Luftfiltern sind nicht zu hoch
Tonne im ffn-Interview: „Sie sind nicht hochgehängt, sondern sind entsprechend den Vorgaben, die wir auch haben. Das Umweltbundesamt sagt sehr klar, dort wo Räume nicht richtig belüftet werden können, macht es Sinn ergänzend Luftfilteranlange reinzustellen und genau das fördern wir. Auch für die Klassen eins bis sechs. Denn diese Schüler können sich noch nicht impfen lassen. Und wir werden es auch wie gewohnt anpassen, wenn es nötig wird, weil sich die Lage verändert hat."

Auch Grundschüler müssen Masken tragen – keine leichte Entscheidung
Auch Grundschüler sollen am Platz Maske tragen, was viele Eltern für übertrieben halten. Denn zumindest in der ersten Woche wird noch täglich getestet. Der Minister sagte ffn: „Ich finde den Ärger darüber völlig nachvollziehbar. Wir haben es uns mit dieser Entscheidung auch nicht leicht gemacht. Aber der Test ist immer nur ein Augenblicksmoment. Und wir haben gerade in den Grundschulen die Regel: umso jünger die Schüler, desto mehr Maskenpausen auf dem Schulhof, in den Pausen zwischen den Stunden und wenn Fenster zum Lüften aufgemacht werden. Auch zur Sprachbildung kann die Maske abgesetzt werden. Das gilt alles für den Schulstart und wir wollen, gerade bei den Jüngsten die Beschränkungen so schnell es geht wieder aufheben.“

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