Umwelthilfe-Chef rechnet fest mit Diesel-Fahrverboten in Hannover!

06. September 2018

Die Deutsche Umwelthilfe klagt gegen die Stadt Hannover. Sie will erreichen, dass mehr gegen die schmutzige Luft in der Stadt unternommen wird. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch sagte dem Sender ffn in Hannover, die Klage sei eingereicht. Beim Gericht in Hannover sind die Akten schon eingegangen:
"Wir stehen ja auch mit der Stadt in Kontakt. Ich persönlich auch mit dem Oberbürgermeister und ich finde es gut, dass man sich jetzt ernsthaft beschäftigt. Allerdings fehlt mir die Phantasie, das nachzuvollziehen, was vorgelegt wurde. Dass man nämlich ohne Diesel-Fahrverbote kurzfristig die Grenzwerte einhalten wird. Da sind zu viele positive Annahmen, die gemacht werden."

Die Umwelthilfe wertet die Luft-Messwerte der ersten sechs Monate aus und schaut, ob sich die Werte verbessert haben. Resch zeigt sich aber wenig zuversichtlich:
"Wir erleben jetzt im Moment eher, dass das Jahr 2018 nicht so positiv verläuft, wie das Vorjahr, bei dem es eben doch einen sehr kühlen Sommer bessere Werte gab und man eine vermeintliche Entwarnung dann aussprach, und gesagt hat ach das ist ja jetzt doch um 5 Prozent besser geworden. Aber ich möchte noch keine Prognose für das gesamte Jahr abgeben. Zusammengefasst bin ich zuversichtlich, dass wir im Jahr 2019 die Gerichtsverhandlung, die dann zu Hannover stattfinden wird, nutzen können, um die geeigneten Maßnahmen in Hannover heraus zu finden. Und dazu wird zumindest für den stark belasteten Teil der Stadt, überall dort wo eben hohes Verkehrsaufkommen auf Wohnbebauung trifft, wird man nicht drum herum kommen, mit Diesel-Fahrverboten, also mit dem Aussperren von schmutzigen Diesel-Fahrzeugen die Luft spürbar deutlich und schneller besser zu machen. "

Die bisher von der Stadt Hannover eingeleiteten Maßnahmen gehen Resch nicht weit genug. Folgende Schritte, die das Gericht im Frankfurter Verfahren vorgegeben hat, seien nötig:
"Wir brauchen eine Verkehrswende in den Städten. Wir müssen die Autos aussperren, deswegen Verknappung und Verteuerung des innerstädtischen Parkraums. Mehr Park and Ride. Von außen einfahrende Bürger, die eben dann vergünstigt den ÖPNV nutzen können. [..] Alle Busse, die in der Stadt verkehren[...], müssen nachgerüstet werden. [...]Und ein zonales und möglichst großes Fahrverbot für ein großes Gebiet."

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