Niedersachsens DGB-Chef Payandeh wünscht sich Gespräche über Vier-Tage-Woche!

20. August 2020

Umgedrehte Wassergläser vor Mikrofonen und ein roter Schriftzug "exklusiv"

Momentan wird über eine mögliche Vier-Tage-Woche diskutiert, um Jobs in der Metall- und Elektro-Industrie zu retten. Der DGB-Bezirksvorsitzende für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt, Mehrdad Payandeh hat dem Sender ffn in Hannover gesagt, dass er sich so ein Modell auch für Niedersachsen gut vorstellen könnte:

"Das ist ein vernünftiger Vorschlag in einer sagen wir so unruhigen Zeit in der wir uns befinden. Das Gleiche gilt in etwa für die Verlängerung der Kurzarbeit. Das sind unorthodoxe Vorschläge, bewährte Instrumente, die auch in der Vergangenheit hilfreich waren, wenn wir das Ziel hatten Beschäftigung zu halten und auch im Eigeninteresse, unsere Fachkräfte nicht zu verlieren. "

Die Unternehmerverbände Niedersachsen stehen einer Vier-Tage-Woche bisher skeptisch gegenüber. Der DGB-Bezirksvorsitzende, Payandeh hofft im ffn-Interview, dass man über das Thema sprechen kann:

"Das war reflexartig die Reaktion der Unternehmensverbände. NiedersachsenMetall war zurückhaltender. Ich würde nur noch appellieren, ein Stück weit verbal abzurüsten. Hier geht es um einen aus meiner Sicht vernünftigen Vorschlag, der in vielerlei Hinsicht vernünftig ist. Wenn sie den Vier-Tage-Ansatz nehmen, dann können sie den einen Tag, der übrig bleibt, für Weiterqualifizierung, Umqualifizierung nutzen. Das heisst, sie können ihn auch als Möglichkeit, als Instrument sehen, die Menschen praktisch vorzubereiten, inhaltlich zu qualifizieren, auf die Herausforderungen des Strukturwandels. Also es gibt so viele Chancen, die man damit praktisch auch verwirklichen kann, realisieren kann. Insofern ich glaube schon, dass auf der Arbeitnehmerseite auch als Chance gesehen wird, einerseits Beschäftigte in Betrieben zu halten. Wissen sie, wenn einmal Beschäftigte weg sind und dann die Konjunktur wieder gut läuft, heißt das nicht, dass die wieder sofort bereit stehen und zu ihnen kommen. Sie reden alle über Fachkräftemangel, aber es ist auch im Interesse des Unternehmens, auch Beschäftigte zu halten. Das wäre ein wirklich geeignetes Instrument, das wir Gewerkschaften vorgeschlagen haben. Ich verstehe deswegen nicht diese grundlegende Ablehnung."

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