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Wissenschaftsminister Thümler gegen Vollverschleierung an Unis!

14. Februar 2019

Die Kieler Universität hat eine Vollverschleierung des Gesichts in ihren Lehr-Veranstaltungen verboten. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) begrüßt den Beschluss und hat eine Gesetzesinitiative gegen das Tragen von Gesichtsschleiern auch in den Schulen angekündigt. Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU) sagte dazu auf Anfrage von radio ffn in Hannover:

„Der offene Austausch und die Diskussion sind wesentliche Bestandteile unserer Hochschulkultur – dazu gehören neben Sprache auch Mimik und Gestik. Die Verhüllung des Gesichts widerspricht diesen Gepflogenheiten und schränkt damit die Teilnahme am wissenschaftlichen Diskurs erheblich ein. Wir haben in Niedersachsen starke eigenverantwortliche Hochschulen – im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten entscheiden sie, unter Wahrung der Grundrechte, selbst, wie sie mit solchen Fällen umgehen.“

Für Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) stellt sich die Frage eines Verbotes an den Schulen nicht. Er sagt auf ffn-Nachfrage:

"Niedersachsen hat mit Wirkung vom 01.08.2017 § 58 NSchG dahingehend geändert, dass Schülerinnen und Schüler durch ihr Verhalten oder ihre Kleidung die Kommunikation mit den Beteiligten des Schullebens nicht in besonderer Weise erschweren dürfen. Die Kommunikation zwischen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften und den weiteren Beteiligten des Schullebens setzt dabei auch das Erfassen der Körpersprache, insbesondere der Mimik voraus. Dies bedeutet, dass eine Vollverschleierung, wie z.B. der Niqab, in der Schule nicht zulässig ist."

An der Universität in Lüneburg ist ein Verbot der Vollverschleierung kein Thema, hat ein Sprecher auf ffn-Nachfrage gesagt. So einen Fall hat es dort auch noch nicht gegeben. Auch an der Uni Hamburg nicht, sagte eine Sprecherin dort. Hier gelte seit gut anderthalb Jahren ein Religionsverhaltens-Kodex. Vollverschleierung verbiete der Kodex aber nicht generell. Auch von der Universitätsmedizin Göttingen heißt es, es gebe keinen Anlass, den Umgang mit der Vollverschleierung zu regeln. Die Leibniz Universität Hannover sagt, man habe sich mit dieser Frage noch nicht befassen müssen. Man werde es dann in den zu beteiligenden Gremien diskutieren, wenn der Anlass gegeben sei.

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Lars Könecke
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