Forderung der Grünen - VW-Aufsichtsrat soll Prozess abwarten und erst dann über Vergleich zwischen VW und Winterkorn entscheiden

10. Juni 2021

Umgedrehte Wassergläser vor Mikrofonen und ein roter Schriftzug "exklusiv"

Volkswagen hat sich mit den Ex-Vorständen auf eine Entschädigung für den Dieselskandal geeinigt. Martin Winterkorn zahlt demnach 11,2 Millionen Euro. Damit soll zumindest ein Teil der Mitverantwortung für die Abgasaffäre abgegolten werden, die 2015 ans Licht kam. Die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Julia Hamburg fordert im ffn-Interview, der VW-Aufsichtsrat solle den Strafprozess abwarten und erst danach über den Vergleich zwischen VW und Winterkorn entscheiden.

„Winterkorn muss aber noch vor Gericht“
„Deshalb darf der Vergleich noch nicht greifen.“, sagt Julia Hamburg. „Der VW-Aufsichtsrat muss noch entscheiden, ob dieser Vergleich angenommen wird. Ministerpräsident Stephan Weil ist Mitglied des VW-Aufsichtsrates und sollte dementsprechend Einfluss darauf nehmen, dass der Strafprozess abgewartet wird, bevor diese Summe als Vergleich greifen kann.“, fordert die Fraktionsvorsitzende. „Es ist auch absolut unverständlich, dass ein Vergleich beschlossen wird, bevor der Strafprozess beendet ist. Es kann sein, dass er vor Gericht in einem Maße schuldig gesprochen wird, das diese kleine Summe nicht rechtfertigt.“, sagt Hamburg.

„Wir sind auch über die Summe von 11,2 Millionen irritiert“
„Denn das wirkt überhaupt nicht so, als stünde das im Verhältnis zu seinem damaligen Einkommen und zum Schaden, der am Ende verursacht worden ist. Und ein Aufsichtsrat hat hier die Verantwortung, im Sinne des Konzerns zu entscheiden und deswegen glauben wir, dass es sinnvoll wäre, hier noch einmal genau zu prüfen, ob dieser Vergleich am Ende trägt. Wir wollen auch wissen, nach welchen Kriterien und wie sich Herr Weil am Ende entscheiden wird. Aber bislang übt sich Herr Weil in vornehmer Zurückhaltung.“, kritisiert die Fraktionsvorsitzende im ffn-Interview.

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