ffn-exklusiv: Eier-Untersuchungen auf Gift "Amitraz" in Niedersachsen bisher negativ

18. August 2017

Bei einer Analyse der Desinfektions-Lösung "Dega 16", die als Auslöser des Fipronil-Skandals gilt, ist in Belgien auch das Pestizid Amitraz entdeckt worden. Das bestätigte das Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL). Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) bestätigte, dass ihm der Vorgang bekannt sei. Auf Nachfrage des Senders ffn ließ Meyer erklären:

"Ja. Belgien hat am 27.07.2017 im Europäischen Informationssystem RASFF eine Meldung mit dem Analysebericht zu „DEGA 16“ übermittelt. Darin wird u.a. der Wirkstoff Amitraz genannt, der jedoch im Gegensatz zu Fipronil in keiner weiteren Folgemeldung aus Belgien oder den Niederlanden erwähnt wird. "

Auf die Frage, ob das Gift Amitraz auch in Eier gelangt ist, dazu meint der Minister:

"Bislang gibt es vom Bund keinerlei Anforderungen oder Hinweise für weitere Untersuchungen auf Amitraz. Dies wird vom Bund für nicht notwendig gehalten. Niedersachsen hat in der Vergangenheit als eines der wenigen Bundesländer im Rahmen des Pflanzenschutzmittel-Monitorings auch Eier regelmäßig auf Amitraz untersucht. Diese Ergebnisse sind bislang alle negativ. Im Zuge des Fipronil-Geschehens wird Niedersachsen die Untersuchungen von Eiern auf Amitraz fortsetzen und intensivieren."

Zur Gefährlichkeit des Stoffes Amitraz meint Minister Meyer:

"Amitraz ist ein Insektengift und in Deutschland derzeit nur zulässig zur Anwendung bei Hunden und Bienen. Der Stoff ist toxisch und darf ansonsten bei Lebensmittel liefernden Tieren nicht verwendet werden. Honig wird aufgrund der möglichen Anwendung bei Bienen gegen die Varroa-Milbe regelmäßig auf Rückstände des Stoffes überprüft. Sämtliche Honigproben in Niedersachsen seit 2014 waren negativ."


Lars Könecke
Nachrichtenredaktion

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