ffn-exklusiv: Anton Hofreiter kritisiert zögerlichen Umstieg auf Elektromobilität!

18. August 2017

Schon in 13 Jahren sollen möglichst keine Benziner oder Dieselautos mehr hergestellt werden – das fordern die Grünen von Autobauern wie VW. VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing beurteilte die Forderung gegenüber der Braunschweiger Zeitung bereits als unrealistisch, da der Umstieg vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb Jahrzehnte in Anspruch nehmen werde.

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen, hält diese zögerliche Haltung für fahrlässig. Im ffn-Interview erklärte er heute Mittag: „Wenn VW davon spricht, dass sie in den nächsten 10, 15, vielleicht sogar 20 Jahren nicht auf den fossilen Verbrennungsmotor verzichten wollen, dann spielt VW mit seiner eigenen Zukunft und mit tausenden von Arbeitsplätzen.“

Weiterhin führte er aus: „Man denke dran, dass das Auto-Startup Tesla mehr als 500.000 Vorbestellungen hat für seinen Tesla 3, dass in China Milliarden investiert werden in Elektroautos, dass Japan auf Wasserstoffautos setzt. Das heißt, wenn nicht endlich die Autoindustrie und die Bundesregierung aufwachen, besteht die Gefahr, dass am Ende die modernen Autos nicht mehr hier produziert werden, sondern Autos außerhalb von Deutschland produziert werden.“
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits verlauten lassen, den Abschied vom Verbrennungsmotor grundsätzlich zu begrüßen. Hofreiter stufte diese Äußerung als „Greenwashing“ ein: „Meiner Beobachtung nach macht Merkel das aus rein taktischen Gründen, in einer Form von Greenwashing. Das hat sie schon öfters gemacht. Das hat sie auch beim Klimaschutz gemacht. […] Und das will sie jetzt auch beim Verbrennungsmotor wiederholen. Sie will drüber reden, aber am Ende nichts tun.“

Trotzdem möchten die Grünen im Rahmen der Koalitionsverhandlungen auch mit der CDU sprechen. „Wir haben gesagt, dass wir auch ganz schwierige Konstellationen ausloten – und es gibt ja keine einfache Zusammenarbeit mit der CDU.“
Für seine eigene Partei hofft Anton Hofreiter auf ein zweistelliges Ergebnis als drittstärkste Kraft bei der Bundestagswahl.


Annabel Stegmann
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