ffn-exklusiv: Zentralverband der Geflügelwirtschaft fordert von der EU eine Lockerung bei der Freiland-Regelung!

31. Januar 2017

Seit zwölf Wochen grassiert die Vogelgrippe in Niedersachsen. Seitdem gilt in vielen Landkreisen die Stallpflicht für Geflügel. Besonders hart trifft diese Maßnahme die Halter von Freilandhennen. Laut einer EU-Regelung dürfen deren Eier nach zwölf Wochen im Stall nicht mehr als Freilandeier in den Handel gelangen. Den Erzeugern droht dadurch ein großer Verlust, denn für Eier aus Bodenhaltung gibt es 3-4 Cent pro verkauftem Ei weniger.

Deswegen fordert Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft im Interview mit radio ffn von der EU eine Lockerung dieser zwölf Wochen-Regelung, da diese veraltet sei: „Die Inhalte müssen angepasst werden, und sie müssten nach meiner Überzeugung zeitweise während der Vogelgrippe geöffnet werden. Dass man sagt ‚zwölf Wochen gelten‘, wenn dann aber die Vogelgrippe nicht vorbei ist, könnte man ja nach Bedarf und nach Empfehlung der nationalen Behörde, in diesem Fall Friedrich-Löffler-Institut, risikobewertungsbasiert auch verlängern. Nicht wieder zwölf Wochen, sondern nach Bedarf. So lange wie man braucht.“

Ripke begründet diesen Vorschlag mit dem grundsätzlichen Unterschied zwischen der Boden- und Freilandhaltung: „Der Stall bleibt der gleiche, die Hennen bleiben die gleichen, der Tierhalter auch. Und der Stall hat zum Beispiel einen Kaltscharrraum, so dass die Hennen jetzt auch Zugang zu Frischluft haben.“

In den kommenden Tagen sind vor allem im Nordwesten Niedersachsens viele Hennen seit zwölf Wochen aufgestallt. Bei vielen Erzeugern von Freilandeiern greift also die EU-Regelung, und deswegen werden Verluste erwartet. Ripke setzt deswegen auf eine Unterstützung durch die Landesregierung: „„Nun hat vorgestern auch Minister Habeck aus Schleswig-Holstein solche Ausgleichszahlungen angekündigt. Und ich habe den Wunsch, dass auch andere Landesregierungen nachziehen.“ Er habe in Niedersachsen mit dem Ministerium gesprochen, und auch dort werde eine mögliche Ausgleichszahlung geprüft: „Und dann müssen wir eben dann auch die wirklich existenzbedrohten Betriebe belegen, damit die Hilfe bekommen und weiter ihre Freilandhaltung praktizieren können.“


Christine Hippchen
Leiterin Unternehmenskommunikation

Funk & Fernsehen Nordwestdeutschland GmbH & Co. KG
Stiftstr. 8
30159 Hannover

Tel. 0511/1666-105
Fax. 0511/1666-104
Mail: christine.hippchen(at)ffn.de