Von Gebissen, Öfen und Rollstühlen – ffn sucht die seltsamsten Fundsachen in Bus und Bahn!

30. Juni 2017

Ein Regenschirm im Bus, eine Einkaufstüte in der Bahn oder die Jacke im Zug – wahrscheinlich hat fast jeder schon einmal etwas auf dem Nachbarsitz liegen lassen. radio ffn wollte es genauer wissen und hat niedersächsische Verkehrsunternehmen nach den seltsamsten Fundsachen befragt.

„Wir haben schon mal einen Rollstuhl gefunden“, berichtet Udo Iwannek von der üstra Hannover. „Jemand steigt mit einem Rollstuhl ein, und dann vergisst er den Rollstuhl – also offenbar hat er ihn dann plötzlich nicht mehr benötigt.“ Ebenso skurril empfindet der Pressesprecher der üstra vergessene Gebisse. „Das ist natürlich merkwürdig, dass jemand sein Gebiss gerade in der Stadtbahn ablegt.“

Ein besonders großes und schweres Fundstück ist Christopher Graffam von der Braunschweiger Verkehrs-GmbH in Erinnerung geblieben: „Wir hatten vor Jahren in der Straßenbahn einen riesigen gusseisernen Ofen, den wir mit zwei Leuten kaum aus dem Wagen wieder rausgekriegt haben. Das war wohl eine billige Metallentsorgung für jemanden, der sein Haus aufgeräumt hat.“ Etwas Gutes hat der ‚vergessene‘ Ofen aber dennoch gebracht: „Den haben wir dann zum Schrottplatz gebracht und das Geld, das wir dafür gekriegt haben, ist an einen örtlichen Kindergarten gegangen.“

Glück im Unglück hatte ein Lehrer, der erst seit einer Woche an der neuen Schule angestellt war: Den kompletten Satz korrigierter Klausuren einer 8. Klasse hatte er im Metronom vergessen, brauchte diese aber dringend am nächsten Tag. „Da haben wir dann ausnahmsweise ein eigenes Auto gechartert, um ihm die nach Hause zu bringen“, erzählt Björn Pamperin vom Metronom und hat noch eine spannende Geschichte parat. „Ähnlich dramatisch war ein Drehbuch, was bei uns verloren wurde, von einer durchaus bekannten Serie in Deutschland. Ein Drehbuch von einer Folge, die noch nicht abgedreht und damit sehr vertraulich und geheim war.“

Besonders tragisch ist es allerdings, wenn Tiere in öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelassen werden. „Jemand hat in einem Teich oder einem kleinen Fluss wohl Entenküken geklaut, hatte die in eine Plastiktüte getan, und die hat er dann im Bus stehen lassen. Die lag unter dem Sitz“, berichtet Christopher Graffam. Zum Glück wussten die Finder bei der Braunschweiger Verkehrs-GmbH in diesem Fall besser mit der kleinen Entenfamilie umzugehen und haben sie zurück in den Park gebracht. Ein kleines Kätzchen hat auf seiner unfreiwillig langen Zugfahrt in der Nordwestbahn vor zehn Jahren sogar eine neue Besitzerin gefunden. „Die Kollegin hat es mit nach Hause genommen, und dieser Kater lebt immer noch“, erzählt Julija Dalwigk von der Nordwestbahn.

Üblicherweise werden vergessene Habseligkeiten in den Fundbüros an Bahn- und Betriebshöfen gesammelt. „Etwa die Hälfte der Sachen, die wir finden, wird auch abgeholt“, sagt Björn Pamperin. Vergessene Kleidung, die nicht mehr zugeordnet werden kann, wird laut Julija Dalwigk der Bahnhofsmission vermacht. „Die sind immer sehr froh darüber, wenn sie etwas bekommen.“ Alles, was innerhalb eines festgelegten Zeitraums nicht abgeholt wurde, wird i.d.R. vernichtet.


Annabel Stegmann
Unternehmenskommunikation

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