ffn-exklusiv: Im Streit um Truppen-Besuch fordert Grünen-Chef Özdemir eine NATO-Antwort

08. September 2017

Die Türkei erlaubt nicht, dass Bundestagsabgeordnete in Eigenregie zum Nato-Standort Konya reisen, um dort deutsche Soldaten zu besuchen. Der momentane Besuch wurde von der Nato geleitet. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir kritisiert das im Interview mit dem Sender ffn in Hannover:

"Es kann nur ein Provisorium sein, dass jetzt Bundestagsabgeordnete nur noch über NATO-Mission ihre eigenen Soldaten dort in Konya besuchen können. Die Türkei muss das akzeptieren, dass die Bundeswehr ne Parlamentsarmee ist und dementsprechend natürlich unsere Abgeordneten auch das Recht haben müssen. Zumal in einem NATO-Land. Ich meine, wie absurd ist das. Wir reden jetzt nicht über irgendein Land. Wir reden über ein NATO-Partnerland. Das geht nicht, dass dieses Land deutschen Bundestagsabgeordneten den Zutritt zu ihren eigenen Abgeordneten verweigert. Das muss die Türkei sehr schnell ändern. Und da würde ich mir nicht nur eine deutsche Antwort sondern ne NATO-Antwort wünschen. Alles andere geht nicht"

Nachdem der FDP-Vorsitzende Christian Lindner auf Distanz zu einem möglichen Jamaika-Bündnis nach der Bundestagswahl gegangen ist, äußert sich auch der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir skeptisch. Im ffn-Interview sagte Özdemir:

"Ich sehe Jamaika nicht. Nicht mit der FDP wie sie Christian Lindner aufbaut. Das hat ja nichts mit der FDP zu tun beispielsweise in Rheinland-Pfalz. [...] Es geht jetzt nicht um das Problem FDP per se sondern es geht um diese FDP, mit der wir es gerade zu tun haben. In Nordrhein-Westfalen gibt es einen Abgeordneten, also es gibt einen Kandidaten für die FDP für die Bundestagswahl. Der sagt, das können sie nachlesen, er freut sich auf den Klimawandel. Also er sagt erstens, es gibt keinen Klimawandel. Er sagt zweitens, er freut sich auf den Klimawandel und drittens, es sei gut für den Wein. [...] Ich werde garantiert keine Koalition machen, mit Leuten, die den Klimawandel bezweifeln. Ich werde garantiert nicht mit Trump koalieren. [...]"


Lars Könecke
Nachrichtenredaktion

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