ffn-exklusiv: Niedersachsens Wirtschaftsminister Lies zeigt Verständnis für Diskussion um VW-Vorstandsvergütungen!

7. Februar 2017

Der Volkswagen-Aufsichtsrat will das Vergütungs-System der Top-Manager reformieren. Der Vorstands-Chef soll künftig höchstens zehn Millionen Euro pro Jahr erhalten, erfuhr dpa aus dem Konzern. Für die anderen Vorstands-Mitglieder soll demnach eine niedrigere Höchst-Summe gelten. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) erklärte auf Nachfrage von radio ffn in Hannover:

„Ich habe großes Verständnis für die aktuelle Diskussion um Vorstandsvergütungen. Ich sehe hier – auch unabhängig von der Situation bei Volkswagen – Handlungsbedarf.“

Für Niedersachsens ehemaligen Wirtschaftsminister und jetzigen stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion, Jörg Bode geht der Vorstoß nicht weit genug. Bode spricht im ffn-Interview von einem Ablenkungs-Manöver:

"Denn die Neuregelung soll ja für keinen der bestehenden Verträge gelten. Auch die Nachfolge von Frau Hohmann-Dennhardt wird nicht drunter fallen. Und es gibt gar keinen, der neu eingestellt werden sollte. Von daher versucht man, nur in der Öffentlichkeit gut da zu stehen. Weiter besteht die Befürchtung, dass wir hier eine grandiose Gehaltserhöhung erleben werden. Die Festgehälter sollten tatsächlich bis auf 7,5 Millionen Euro nach Vorstellungen der Landesregierung steigen können. Das wäre nahezu eine Vervierfachung. Wenn man zumindest unterstellt, dass ihre eigene Position, die sie im Landtag eingenommen haben, jetzt auch eingehalten wird. Zu Abfindungen, also wenn jemand das Unternehmen verlässt, wird gar nichts gesagt. Hier scheint man weiterhin die Verträge auszahlen zu wollen. Eine Abfindungszahlung, ein einmaliger Betrag, wäre hier sicherlich angemessener. Das Ganze erweckt weiterhin den Eindruck von Selbstbedienungsmentalität aber nicht eine entsprechende Vergütungsregelung, wie sie in einer sozialen Marktwirtschaft erforderlich wäre. "


Lars Könecke
Nachrichtenredaktion

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