Was ist dieses Darknet?

Ein 24 Jähriger Mann aus Niedersachsen soll ein vierjähriges Mädchen schwer sexuell missbraucht und Videoaufnahmen davon im Darknet veröffentlicht haben. Doch was ist das überhaupt und wie kommt man dorthin? Das erklären wir euch hier.

Das Internet ist viel mehr als das, was Google & Co. uns anzeigen. Der weit größere Teil, Experten gehen von ca. 2/3 aus, bleiben für die automatische Erfassung von Suchmaschinen unsichtbar. Und ohne spezielle Software oder Browser-Konfigurationen ist das sogenannte Deep Web gar nicht zugänglich.

Das Darknet, das in der Öffentlichkeit meist mit Drogen, Kinderpornos, Kreditkartendaten-Verkauf und illegalen Waffen in Verbindung gebracht wird, ist nur ein kleiner Teil des Deep Web.

Hier eine kurze Erklärung dazu:


Wozu gibt es das Deep Web überhaupt?
Bei der Nutzung des Deep Web steht im Guten wie im Schlechten Anonymität im Vordergrund.
Journalisten, Whistleblower, politisch Unterdrückte oder Oppositionelle nicht nur in Diktaturen nutzen es, um Daten und Informationen auszutauschen oder einfach über anonyme Social Media Tools zu kommunizieren.
Bewohner von Ländern, in den denen das Internet zensiert wird, können über das Deep Web z. B. Informationen aus ihren abgeschotteten Ländern in die Öffentlichkeit bringen. Das ist z. B. bei vielen Handyvideos von Gewalttaten der Fall, die ihr dann bei uns in den Nachrichten seht. Die Anonymität schützt dabei die Quellen der Journalisten.

Anonymität ist natürlich ebenfalls wichtig für Personen, die kriminelle Dinge tun. Im dunklen Teil des Deep Web, dem sogenannten Darknet, gibt es, wie im bekannten Internet auch, Foren, Webshops und eine Art ebay oder Amazon für Waren und Dienstleistungen, die illegal sind.


Wie kommt man ins Deep Web?
Um die Anonymität beim Surfen sicherzustellen, ist eine Verschlüsselung der Internetverbindung nötig. Das übernimmt z. B. ein TOR-Browser, eine spezielle Form des Firefox-Browsers.

Wie es genau geht, könnt ihr euch in dem Video ansehen:


Macht man sich schon strafbar, wenn man im Darknet surft?
Das eigentliche Surfen im Deep Web oder Darknet ist nicht per se illegal – es kommt darauf an, was ihr dort macht.

Die Suchmaschinen im Darknet funktionieren z. B. genauso wie im sichtbaren Internet. D. h. es gibt auch Vorschaubilder, die zumindest temporär auf euren PC geladen und gespeichert werden. Schon das reicht bereits für eine Anzeige wegen Besitzes von Kinderpornografie aus.
Um dies zu umgehen, nutzen Viele neben dem TOR-Browser auch ein virtuelles privates Netzwerk (VPN), das die Speicherung von Daten unterbindet. Damit ist auch nicht so leicht ersichtlich, wo und wann das Deep Web betreten oder verlassen wurde.


Wie werden Straftäter im Darknet ermittelt?
Nicht registrierte Waffen, Drogen, (Kinder-)pornos, gefälschte und gestohlene Dokumente oder Kreditkarten, Überlastungsangriffe (DDoS-Attacken) auf Webseiten, Viren-Baukästen oder Spam-Farmen: im Darknet kann man alles kaufen, was illegal ist. Bezahlt wird meist mit Bitcoin oder anderen Cryptowährungen.
Zugriffe auf die Foren oder die "Registrierung" als Händler sind meist nur über Empfehlungen möglich. Neue Nutzer werden nur dann zugelassen, wenn sie von bereits aktiven Händlern oder Usern als 'vertrauenswürdig' eingestuft wurden. Das gilt auch für Kunden.

Das macht es den Ermittlungsbehörden sehr schwer, an die Straftäter heranzukommen. Es wurden deshalb Spezialeinheiten gegründet, die dann wie V-Leute ermitteln.
Oft werden die Käufer und Verkäufer dann aber "im echten Leben" geschnappt, wenn sie sich z. B. Drogen und Waffen an Packstationen schicken lassen oder von Überwachungskameras beim Nutzen von geklauten Kreditkarten erwischt werden.