Die Silvesternacht wird länger!

Seit 1972 gibt es die sogenannte Schaltsekunde. Damit wird weltweit die Zeit der Atomuhren an die Sonnenzeit angeglichen.
Das ist notwendig, weil die Rotation der Erde um die Sonne elipsenförmig und somit nicht regelmäßig verläuft. Ein "händisches" Angleichen ist deshalb durchschnittlich alle anderthalb bis drei Jahre nötig.
Meist werden Sekunden hinzugefügt, wenn sich die Erde aber z. B. durch Erdbeben schneller gedreht hat, werden sie auch manchmal abgezogen.

In Deutschland gibt es die Schaltsekunde in der Nacht zum 1. Januar 2017 zum 28. Mal: Um 23:59:59 an Silvester werden die Atomuhren 1 Sekunde angehalten.

Rund 300 Atomuhren gibt es weltweit. Die erste deutsche Atomuhr läuft seit 1969 in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Im Moment berechnen dort gleich vier primäre Atomuhren die Weltzeit.


Kann es Probleme geben?
Bei der Schaltsekunde 2012 und 2015 hatten einige Server und Rechner mit dem Betriebssystem Linux Probleme, es kam deshalb z. B. bei einigen Buchungscomputern von Fluglinien und Webseiten wie LinkedIn zu einem Anstieg der Servertemperaturen und automatischen Abschaltungen.

Die IT-Abteilungen von Unternehmen mit zeitkritischen Servern haben deshalb schon in den letzten Monaten die Zeitangleichung in winzigen Etappen durchgeführt. Man geht davon aus, dass deshalb in diesem Jahr kaum technische Probleme auftreten werden.


Was in einer Sekunde so alles passiert, zeigt auch dieses Video. Viel Spaß dabei.


Wenn ihr selbst jeden Tag eine Sekunde aufnehmen wollt, könnt ihr das mit der App "1 Second everyday" tun. Sie ist kostenlos für Android und kostet für iOS 2,99 Euro.