Was bedeutet welches Biosiegel?

In Deutschland und Europa gibt es für fast alle Produkte diverse Biosiegel.
Doch was bedeuten sie genau im Einzelnen und wer prüft die Durchsetzung der strengen Regeln?
Wir haben euch hier ein paar Infos der gängigen Siegel zusammengestellt.


  • Bioland ist der führende ökologische Anbauverband in Deutschland
  • Die Anbauweise der Bioland-Betriebe basiert auf einer Kreislaufwirtschaft ohne synthetische Pestizide und chemisch-synthetische Stickstoffdünger. Die Tiere werden artgerecht gehalten und die Lebensmittel schonend verarbeitet. Dies ermöglicht eine umweltverträgliche und nachhaltige Lebensmittelerzeugung.
  • Aktuell arbeiten über 5.719 Biobauern und 989 Lebensmittel-Hersteller wie Bäckereien, Metzgereien, Molkereien, Brauereien, Mühlen, Restaurants und Safthersteller nach den Bioland-Richtlinien (Stand Januar 2013).
  • Bioland-Produkte sind in Hofläden, auf Wochenmärkten, in Naturkostgeschäften, in Supermärkten und über Lieferservice erhältlich.
  • Die ersten Richtlinien erarbeitete Bioland in den 70er Jahren für die Erzeugung von Pflanzen. Seitdem werden diese kontinuierlich weiterentwickelt. Zu diesen Verbandsvorgaben kamen 1979 spezifische Verarbeitungsrichtlinien für Milch(produkte), Brot und Backwaren, Getreideerzeugnisse, Wurst- und Fleischwaren, Wein/Sekt und viele mehr hinzu.
    Die Einhaltung der Richtlinien sind für Erzeuger und Lebensmittel-Hersteller verpflichtend und werden vom Verband kontinuierlich überprüft.
  • Die Standards von Bioland standen bei der Erarbeitung
    der EU-Öko-Verordnung Pate.

  • 2001 wurde das Bio-Siegel der Europäischen Union ins Leben gerufen
  • Mit dem Bio-Siegel können Produkte und Lebensmittel gekennzeichnet werden, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert und kontrolliert wurden. Diese EU-weit gültigen Rechtsvorschriften garantieren einheitliche Standards für den ökologischen Landbau.
  • Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs müssen zu mindestens 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammen
  • Biobetriebe werden in Deutschland von staatlich zugelassenen privaten Kontrollstellen überprüft. Die Kontrollstellen werden von den zuständigen Landesbehörden überwacht
  • Biobetriebe führen über alle Betriebsmittel und Erzeugnisse genau Buch. Sie müssen beispielsweise genau erfassen, was sie von wem gekauft und an wen verkauft haben. So lassen sich die Bio-Produkte bis zum Erzeuger zurückverfolgen.
  • Anwendung von Gentechnik ist nicht erlaubt
  • Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln und Verwendung leicht löslicher mineralischer Düngemittel sind verboten
  • Verbot der Verwendung von chemisch-synthetischen Wachstumsregulatoren oder von Hormonen
  • begrenzter, streng an die Fläche gebundener Viehbesatz und weitgehender Verzicht auf Antibiotika
  • Fütterung der Tiere mit ökologisch und möglichst mit selbsterzeugtem Futter, wenig Zukauf von Futtermitteln
  • starke Einschränkung bei der Verwendung von Zusatzstoffen.

  • Demeter e. V. steht für Produkte der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise
  • Diese älteste ökologische Form der Landbewirtschaftung geht auf Impulse von Rudolf Steiner zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts auch Waldorfpädagogik und anthroposophische Heilweise initiierte
  • Durch selbst hergestellte, feinstofflich wirkende Präparate aus Mist, Heilpflanzen und Mineralien wird die Bodenfruchtbarkeit in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft nachhaltig gefördert und das charakteristische Aroma der Lebensmittel voll entwickelt
  • Vom Antipasti über die Babynahrung, vom Wein bis zum Zwieback, von der Demeter-Baumwolle bis zu Kosmetika spannt sich der Sortimentsbogen
  • In Deutschland wirtschaften rund 1.400 Landwirte mit über 66.000 Hektar Fläche biologisch-dynamisch.
  • Zum Demeter e. V. gehören zudem etwa 330 Demeter-Hersteller und –Verarbeiter sowie Vertragspartner aus dem Naturkost- und Reformwaren-Großhandel.
  • Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Von Argentinien bis Ungarn wird in rund 50 Ländern von etwa 4.500 Bauern mit rund 142.000 Hektar Fläche nach den konsequenten Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet
  • Der weltweite Umsatz mit Demeter-Produkten wird auf rund 220 Millionen Euro geschätzt

  • Hinter Fairtrade stehen verschiedenen Organisationen: Der Dachverband FLO e. V. (Fairtrade International), setzt sich aus 25 Mitgliedern zusammen. Diese Mitglieder sind 19 Fairtrade-Siegel-Initiativen, drei Produzenten-Netzwerke, zwei Fairtrade Marketing Organisationen (The Czech Fair Trade Association und Europe Korea Foundation) sowie ein assoziiertes Mitglied (Comercio Justo México)
  • Den weltweit ersten fair produzierten Kaffee hat 1973 die niederländische Stiftung S.O.S. Wereldhandel nach Holland importiert; die Bohnen stammten von einer guatemaltekischen Kleinbauernvereinigung
  • 1988 startet die Siegelinitiative Max Havelaar und der erste fair gehandelte Kaffee wird in Supermärkten in Holland verkauft
  • 1997 wird die Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) gegründet
  • Fairtrade-Produzenten bekommen einen Mindestpreis bzw. im Falle eines höheren Weltmarktpreises letzteren. Durch den Mindestpreis werden die Kosten einer nachhaltigen Produktion gedeckt.
  • Die ILO-Konventionen zu gleicher Entlohnung (100), Arbeitnehmerrechten (110 und 111), Verbot illegaler Kinderarbeit und Sklavenarbeit (29, 105, 138, 182), sowie zu Vereinigungs- und Gewerkschaftsfreiheit (87, 98, 143) sowie einige Weitere sind fester Bestandteil der Fairtrade-Standards
  • Ein Drittel der Kriterien der allgemeinen FairtradeStandards beziehen sich auf den Schutz der Umwelt (u.a. Biodiversitätsschutz, Wasserschutz, Pestizidverbote, GMO-Verbot), zudem fördert Fairtrade aktiv den Bio-Anbau durch Zahlung eines zusätzlichen Bio-Zuschlags
  • Die Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT überprüft vor Ort, ob bei Produzenten und Händlern die Fairtrade-Standards eingehalten und die sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards erfüllt werden.

  • Heinz Jacob legte 1979 in Passau den Grundstein für den Biokreis. Zusammen mit einer Gruppe engagierter und ernährungsbewusster Verbraucherinnen und Verbraucher entwickelte er die damals visionäre Idee, Landwirte und später auch Verarbeiter zu einer ökologischen Wirtschaftsweise zu motivieren und sich mit diesen gemeinsam in einem Verband zu organisieren
  • Basis für die Biokreis-Richtlinien sind die Basisverordnung EG-VO 834/2007 und deren Durchführungsvorschriften
  • Die Biokreis-Richtlinien erfüllen auch die Vorgaben der Verbände BioSuisse (Schweiz) und soil association (England)
  • Nach den jährlichen Kontrollen durch die Kontrollstellen, erhalten die Landwirte ihren Biokreis-Anerkennungsbescheid. Dieser gilt als Bestätigung für die anspruchsvolle ökologische Wirtschaftsweise entsprechend den Richtlinien und ist für ein Jahr gültig
  • Über die Vergabe der Bescheide entscheidet die Anerkennungskommission (AKK). Sie ist mit Biokreis-Landwirten, Verbrauchern und staatlichen Öko-Beratern besetzt und trifft sich an mindestens drei festen Terminen am Ende eines jeden Kontroll-Jahres

  • 1991 gründeten engagierte Landwirte und Wissenschaftler in Mecklenburg-Vorpommern den Biopark-Verband
  • Das Konzept von Biopark bringt Landwirtschaft und Naturschutz in Einklang, verbindet ökonomische und ökologische Anliegen und stärkt die ländlichen Regionen wirtschaftlich und sozial
  • Über 700 Landwirte, Fleischer, Bäcker, Mühlen, Molkereien, Händler und Gastronomen arbeiten heute nach den strengen Richtlinien des ökologischen Anbauverbandes
  • Die Ziele sind es, die Natur und die Landschaft zu bewahren (viele Biopark-Landwirte bewirtschaften Flächen in Naturschutzgebieten), den Tieren gerecht zu werden (die Biopark-Richtlinien verlangen Auslauf, Weidegang und betriebseigenes Futter), den Boden und das Wasser zu schützen (synthetische Stickstoffdünger sind ausgeschlossen, die Böden werden schonend bearbeitet), Gentechnik auszuschließen (auf Initiative von Biopark wurde die erste Gentechnik freie Region in Deutschland gegründet), sich sozial zu engagieren (viele Biopark-Landwirte schaffen qualifizierte Arbeitsplätze und stärken die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in strukturschwachen Gegenden), die Herkunft transparent zu machen (anhand der Ohrmarkennummer eines Rindes kann der Kunde die Herkunft des Tieres nachvollziehen) und im ganzen Bundesgebiet vertreten zu sein
  • Biopark-Betriebe bewirtschaften über 140.000 ha in fünfzehn Bundesländern

  • Naturland wurde 1982 mit Sitz in Gräfelfing bei München gegründet
  • Im Jahre 2012 bewirtschaften in Deutschland 2.604 Naturland Betriebe eine Fläche von über 139.481 Hektar. International bewirtschaften 2012 fast 50.800 Bauern eine Fläche von über 120.000 Hektar
  • Naturland ist ein basisdemokratischer Bauernverband, über dessen satzungsgemäße Ziele die Delegiertenversammlung wacht
  • Naturland ist als gemeinnützig anerkannt
  • Naturland Bauern und Verarbeiter arbeiten mit höchsten ökologischen Standards, die strenger sind als die gesetzlichen Anforderungen der EG-Öko-Verordnung. Die Richtlinien gelten für die Erzeugung wie für die Verarbeitung. Ökologischer Landbau nach den Naturland Richtlinien beruht auf einer ganzheitlichen systemorientierten Betrachtung
  • mindestens 50 Prozent des Futters muss vom eigenen Hof stammen
  • von der Erzeugung bis zum Produkt im Laden müssen die Richtlinien eingehalten werden

  • Im Jahr 1997 wurde Ecoland von Hohenloher Bio-Bauern gegründet. Ziel war es, einen ökologischen Anbauverband zu schaffen, der naturgemäßen Landbau im Sinne des Natur- und Umweltschutzes, des Erhaltes der Kulturlandschaft und der Stärkung des ländlichen Raumes fördert
  • Zu dem Engagement gehören konkret die fachliche Beratung und Betreuung auf der Grundlage der Ecoland-Richtlinien und der EU-Öko-Verordnung
  • Alle Biobauern werden nach den strengen Vorgaben der EU-Öko-Verordnung und den Richtlinien des Ecoland-Verbandes kontrolliert. Dies geschieht durch staatlich zugelassene Kontrollstellen, die von den Landeskontrollbehörden überwacht werden

  • der Bundesverband Ökologischer Weinbau wurde 1985 gegründet
  • Heute ist Ecovin der größte Zusammenschluss ökologisch arbeitender Weingüter weltweit. Ecovin ist der einzige, ausschließlich auf ökologischen Weinbau spezialisierte Anbauverband
  • Die 220 Mitgliedsbetriebe bewirtschaften derzeit etwa 1.600 Hektar Rebfläche in 11 deutschen Anbaugebieten nach den strengen, ständig aktualisierten Ecovin Richtlinien
  • Ecovin-Mitglieder identifizieren sich mit Artenvielfalt, dem Respekt vor der Natur, mit Sinnhaftigkeit und Ästhetik
  • -Ecovin arbeitet eng mit anderen Bio-Anbauverbänden auf europäischer Ebene zusammen, um ein Basiswerk für bisher noch nicht definierte EU-Kellerrichtlinien zu schaffen

  • Dem Verband Gäa e.V. - Vereinigung ökologischer Landbau sind ca. 320 Bäuerinnen und Bauern angeschlossen, die nach den Gäa-Richtlinien erzeugen. Darüber hinaus gehören dem Verband 22 Unternehmen aus Verarbeitung und Handel an
  • Unter den Gäa-Vertragspartnern befinden sich Spezialisten beispielsweise im Kräuter- oder Beerenbau, in der Saatgutvermehrung oder in der Teichwirtschaft. Klassische Familienbetriebe mit Hofverarbeitung und Hofläden stellen einen wichtigen Teil des Verbandes dar
  • Die Gäa-Richtlinien beschreiben die Anforderungen an Landschaftspflege und Naturschutz, Pflanzenbau, Tierhaltung (einschließlich spezifischer Richtlinien für Aquakultur, Bienenhaltung, Kaninchen, Wachteln und Tauben, Gehegewild), Verbot von Gentechnik, Betriebsumstellung, Technik und Lagerung, Handel mit Zukaufware, Ressourcen- und Umweltschutz
  • Die Gäa-Richtlinien schließen die Verwendung von Gemüsesorten, die mit Hilfe von Zellfusionstechniken gezüchtet wurden, aus