Abgelaufenes wegwerfen?

Jeder Deutsche wirft täglich Lebensmittel weg, von denen ein großer Teil noch ohne Bedenken auf dem Teller landen könnte. Aber was könnt ihr auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch essen und was solltet ihr vorsichtshalber wegwerfen?
Wir haben für euch alle wichtigen Infos und nützliche Tipps zum Thema zusammengestellt.


Was ist das Mindesthaltbarkeitsdatum?
Auf den meisten Produkten muss ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden. Es gilt für ungeöffnete Produkte bei korrekter Lagerung. Dieses Datum ist eine Empfehlung vom Hersteller und gibt an, bis wann ihr das Produkt verbrauchen solltet.
Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass es danach verschimmelt oder ungenießbar wird. Wenn die Mindesthaltbarkeit abläuft, kann/will der Hersteller nicht mehr gewährleisten, dass die Qualität der Ware einwandfrei ist.

Kein Mindesthaltbarkeitsdatum findet ihr z. B. auf frischem Gemüse, Obst, Speisesalz, Kaugummi und Backwaren, da man davon ausgeht, dass sie innerhalb der nächsten 24 Stunden gegessen werden. Außerdem gibt es keine Angaben zur Haltbarkeit auf Alkoholflaschen mit mehr als 10 Prozent Alkohol und Speiseeis in Portionspackungen.


Was ist das Verbrauchsdatum?
Bei Produkten, die leicht verderben, wird häufig ein Verbrauchsdatum angegeben. Lebensmittel wie Fisch, rohes Hackfleisch oder Geflügel solltet ihr nach Ablauf dieser Frist wegwerfen, da sie ansonsten gefährlich für die Gesundheit werden können.


Dürfen abgelaufene Lebensmittel überhaupt noch verkauft werden?
Nach § 11 Abs. 2 Nr. 2 des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuchs (LFGB) muss der Lebensmittelunternehmer oder Händler die Beschaffenheit des Lebensmittels prüfen und darf "Lebensmittel, die für den Verzehr durch den Menschen ungeeignet sind, nicht in den Verkehr bringen".
D. h. aber nur, dass Lebensmittel auch mit abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum noch verkauft werden dürfen, der Händler aber deren Zustand überwachen und so „Gefahren“ für den Käufer vermeiden muss.


Bio-Produkte
Für viele Bio-Produkte gilt, dass sie nah am Mindesthaltbarkeitsdatum verbraucht werden sollten, da sie meistens keine Konservierungsstoffe enthalten und deshalb schneller verderben. Das Gleiche gilt übrigens auch für selbstgemachte Soßen oder Mayonnaise. Solche Produkte solltet ihr nur wenige Tage aufbewahren.


Brot
Schnittbrot aus der Packung hält sich oftmals mehrere Tage länger als das Mindesthaltbarkeitsdatum angibt. Schimmelt das Brot allerdings an einer Stelle, solltet ihr es unbedingt komplett wegschmeißen. Denn die Schimmelpilzgifte können zu Leberschäden führen und krebserregend sein. Das Gleiche gilt für Nüsse, Müsli und andere Getreideprodukte.


Nudeln
Hartweizennudeln könnt ihr auch noch essen, wenn die Packung seit einigen Wochen geöffnet ist. Bei Eiernudeln solltet ihr allerdings darauf achten, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht überschritten wird. Gekochte Nudeln halten sich bis zu drei Tage im Kühlschrank.
Eier
Bis zu vier Wochen nach Legedatum könnt ihr Eier ohne Bedenken essen. Das heißt, dass sie auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeits-
datums häufig noch ein oder zwei Wochen haltbar sind. Dann solltet ihr sie aber erhitzen und am besten nur noch zum Kochen oder Backen verwenden.


Wurst
Bei Wurst solltet ihr euch unbedingt an das Mindesthaltbarkeitsdatum halten. Wurst vom Metzger hält sich etwa drei bis vier Tage. Ob sie noch essbar ist, erkennt ihr aber häufig schon am Geruch.


Fisch
Fisch und Meeresfrüchte gehören zu den verderblichsten Lebensmitteln. Hier solltet ihr unbedingt das Mindesthaltbarkeitsdatum einhalten und darauf achten, dass ihr frischen Fisch schnell esst.
Gemüse
Werft schimmeliges Gemüse lieber weg. Schimmelgiftpilze können sich hier (auch noch nicht sichtbar) besonders gut verteilen.


Obst
Wenn Früchte von Schimmel befallen sind, solltet ihr sie wegwerfen und nicht einfach die faule Stelle wegschneiden. Pilzsporen verbreiten sich auch schnell auf andere Früchte, deshalb ist es ratsam, das Obst gut zu waschen und nur die Beeren oder Trauben zu essen, die nicht direkt am schimmeligen Stück lagen.


Schokolade
Vollmilchschokolade könnt ihr bedenkenlos ein halbes Jahr lang essen, auch wenn ihr damit das Mindesthaltbarkeitsdatum überschreitet. Bitterschokolade hält sich ungefähr doppelt so lange. Wenn ihr einen grau-weißen Flaum auf der Schokolade entdeckt, flockt die Kakaobutter aus. Das bedeutet aber nicht, dass die Tafel schlecht ist.
Milchprodukte
Milch könnt ihr ganz einfach testen: Schmeckt sie säuerlich, solltet ihr sie nicht mehr trinken. Wenn sich bei Buttermilch oder Joghurt der Deckel wölbt, ist das kein Zeichen für Schimmel, sondern für lebende Milchsäurebakterien, die sogar gesund sind.
Joghurt könnt ihr häufig noch bis zu 10 Tage essen, nachdem das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Es ist übrigens ebenfalls ungefährlich, den Joghurtdeckel abzulecken. Dass ihr damit Aluminium zu euch nehmt und eurer Gesundheit schadet, ist ein Mythos.
Bei abgelaufenem Käse vermehren sich die Pilze, sogenannte Hefen, sehr schnell. Werft den Käse dann lieber weg. Immer gilt: riechen Milchprodukte säulerich - weg damit.



Nützliche Apps zum Thema Lebensmittel und Ablaufdatum

  • Unter dem Motto "Zu gut für die Tonne" informiert euch das Bundes-
    ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum Thema Lebensmittel und Haltbarkeit und hat eine App mit Rezeptvorschlägen mit Lebensmittelresten entwickelt.
    Hier geht es zu den Downloads: bei Google Play und iTunes.
  • "Don't waste Food - Kühlschrank" speichert eure Einkauflisten und zeigt an, wann welche Lebensmittel ablaufen. Die App gibt es bei Google Play.
  • "EssenHüter" funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie "Don't waste food": Die App verwaltet Infos über Lebensmittel, die ihr kauft und benachrichtigt euch, wenn sie ablaufen. "EssenHüter" gibt es bei iTunes.