Tiefkühlkost: besser als ihr Ruf?

Tiefkühlkost wird von Vielen als günstige und vor allem schnelle Alternative zu frischen Produkten gesehen. Außerdem gibt es besonders im Winter gar nicht so viele frische Lebensmittel, die man verwenden könnte.

Doch was passiert mit den Inhaltsstoffen beim Einfrieren? Und welche Konservierungs- und Geschmacksstoffe sind nötig, um ganze Menues so aufzubereiten, dass sie nach dem Auftauen genauso schmecken wie vorher? Hier gibt es alle Infos.

Zuerst einmal muß man zwischen gefroren und tiefgefroren unterscheiden. Die Bezeichnung "gefroren" bedeutet, dass dieses Produkt bei minus zwölf Grad Celsius eingefroren wurde, "tiefgefrorene" Lebensmittel hingegen bei minus 18 Grad. Dabei gilt: je kälter etwas heruntergekühlt wurde, desto länger ist es haltbar.


Was kann man selbst einfrieren?
Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Kräuter, Brot und Backwaren wie Kuchen oder Torten und auch selbst gekochte Gerichte können ohne Probleme eingefroren werden. Selbstgekochtes Essen sollte vorher zwar abgekühlt sein, allerdings nicht länger als zwei Stunden bei Zimmertemperatur herumstehen.
Ganze Eier, egal ob roh oder gekocht, solltet ihr hingegen nicht einfrieren, da diese zerplatzen würden. Auch Milchprodukte wie Joghurt, Sahne und Pudding, sowie gebundene Soßen sind nicht für den Gefrierschrank geeignet. Blatt- und Frischkostsalate, Rettiche, rohe Äpfel und Birnen und weiches Obst sind ebenfalls nicht geeignet, da diese ihre Konsistenz verlieren und matschig werden können.

Wie lange kann eingefroren werden?
Fleisch hält sich 2 bis 12, Gemüse 6 bis 12 Monate. Fisch, Brot und Backwaren dürfen nur für 2 bis 4 Monate ins Gefrierfach. Obst und Käse können bedenkenlos bis zu einem Jahr eingefroren werden.

Gemüse und Obst aus der Tüte?
Tiefgefrorenes Gemüse und Obst wird meist geerntet, gewaschen, zerkleinert und tiefgefroren und verliert durch die schnelle Verarbeitung nur wenige Nährstoffe und Vitamine. Sie sind deshalb auch durch ihre schnelle und leichte Verwendbarkeit eine echte Alternative zu frischem Obst und Gemüse.

Fertige Menues und Gerichte aus der Kühltruhe
Damit die Bestandteile dieser "Mischgerichte" zeitgleich gar werden und auch ihren Geschmack nach dem Auftauen noch behalten, ist eine Meisterleistung von Lebensmitteltechnikern und -chemikern nötig. Meist wird deshalb eine Mischung aus Farb-, Aroma- und Geschmacksstoffen beigemischt, so dass von "Natur" nicht mehr die Rede sein kann.

Kaufen solltet ihr deshalb besser die kaum verarbeiteten Produkte wie rohes Gemüse, Obst, Fischfilets oder Rohfleisch.

Besonders Allergiker sollten auch bei gefrorenen Fertigprodukten genau auf die Zutaten schauen. Je weniger Farb-, Aroma- und Geschmacksstoffe aufgelistet werden, desto besser.
Fertige Pizza, Nudel- und Reisgerichte enthalten auch als Tiefkühlvariante ziemlich viel Fett und Zucker, auch auf den Anteil dieser Zutaten solltet ihr achten.

Richtige Zubereitung von Tiefkühlkost
Besonders viele Nährstoffe bleiben erhalten, wenn man das Tiefkühlgemüse direkt tiefgefroren in den Topf gibt und dünstet.
Fleisch und Fisch sollte man erst im Kühlschrank auftauen lassen, bevor man es erhitzt. Bei Geflügel solltet ihr wegen der Salmonellengefahr das Auftauwasser wegschütten und benutzte Schüsseln und Besteck gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel abwaschen.

Kühlkette darf nicht unterbrochen werden
Was einmal aufgetaut wurde, sollte nicht wieder tiefgekühlt werden. Am besten portioniert ihr die Lebensmittel noch im gefrorenen Zustand oder gleich beim ersten Einfrieren.
Wenn ihr auf der Verpackung bzw. an den Lebensmitteln sogenannten Gefrierbrand feststellt, solltet ihr die Stellen abschneiden oder gleich alles wegwerfen. Das deutet nämlich auf schlechte Lagerung oder schlechte Qualität hin.
Außerdem solltet ihr nichts kaufen, das ganz oben in der Tiefkühltruhe des Geschäftes liegt und schon angetaut war.

Mehrfach einfrieren ja oder nein?
Viele Obst- und Gemüsesorten können auch nach mehrmaligem Einfrieren und Auftauen bedenkenlos verzehrt werden, schmecken allerdings nicht mehr ganz so gut und werden matschig.
Auch Fisch und Fleisch kann man mehrmals auftauen, der Geschmack geht allerdings auch dort verloren und die Anzahl der Keime steigt ebenfalls an.
Es sollte am besten zwischen Auftauen und erneutem Einfrieren nur wenig Zeit vergehen.