Kennt ihr die geheimen Zuckerfallen?

In Ländern wie Frankreich oder Mexiko wurde bereits eine "Zuckersteuer" für Unternehmen eingeführt, die zuckerhaltige Softdrinks herstellen oder importieren. Und im März 2016 hat auch Großbritannien den Kampf gegen Übergewicht und Diabetes angekündigt.
Zukünftig müssen also auch Briten, die gerne süße Getränke trinken, etwas tiefer in die Tasche greifen.

Jeder kann ja auf der Zutatenliste von Produkten nachlesen, was enthalten ist, also müßte doch auch Zucker ganz oben stehen, wenn sehr viel davon enthalten ist, oder? Leider ist das oft nicht der Fall, denn nur Haushaltszucker, also Saccharose, muss als "Zucker" ausgewiesen werden. Die Hersteller verwenden deshalb gern andere Süßmacher wie Sirup, Malzextrakt oder Laktose, Maltose oder Dextrose.

Die empfohlene Menge für einen Erwachsenen liegt bei 50 bis 60 Gramm, bei Kindern bei höchstens 40 Gramm Zucker pro Tag.


Das in Schokoriegeln und Limonade viel Zucker steckt, schmeckt und weiß jeder. Doch wie sieht es eigentlich bei den herzhafteren oder vermeintlich gesunden Produkten aus? Wir haben für euch nachgeforscht.

Ketchup und Saucen
Beim Grillen gehört zu einem saftige Steak immer ein ordentlicher Klacks Ketchup oder Barbecuesauce und auch Pommes gehen meist nicht ohne Majonäse. Die Hersteller dabei gehen von circa 20 bis 40 Gramm Soße pro Portion aus.
Herkömmlicher Ketchup besteht zu rund 1/4 aus Zucker. Insbesondere Barbecue-Soßen enthalten sehr viel, dort sind es sogar 41%. D. h. ihr nehmt allein mit der Sauce pro Wurst, Steak oder Pommesportion ganze sieben Stücke Zucker zu euch.
Hier gibt es Rezepte für zuckerfreien Ketchup und Majonäse.


Obst in Konserven
Schnell noch einen gesunden Obstalat gemacht, doch eine frische Ananas war euch aufwändig und ihr habt lieber zur Konserve gegriffen? Dann wird euer Salat leider nicht mehr so gesund und frisch sein. Kommen die Ananas nämlich aus der Dose, stecken gleich 18 Würfelzucker in 450-Gramm. Da wird selbst dieser Salat zur Kalorienbombe.


Gurken, Salate und Rotkohl aus dem Glas
Kaum jemand kommt auf die Idee in diesen Produkten Zucker zu vermuten. 680 Gramm Rotkohl aus dem Glas enthalten aber 75 Gramm Zucker, das sind 25 Stücke. Auch in Gewürzgurken verstecken sich immerhin 12 Gramm pro Glas (4 Zuckerwürfel). Im Heringssalat finden sich sogar 16 Gramm Zucker (5 Würfel).


Joghurt und Dressing
Fertigprodukte sind in den seltensten Fällen gesund und Salatsaucen bilden da keine Ausnahme. Aber das den fettarmen Varianten noch mehr Zucker zugesetzt wird, um das fehlende Fett zu kompensieren, wissen wenige.
Auch Fruchtjoghurt (150 Gramm) schlägt mit 6 Stücken Zucker zu Buche.


Müsli(riegel) und Cornflakes
Pro Müsliriegel nehmt ihr 3 Stück Würfelzucker zu euch und das angeblich gesunde Müsli am Morgen kann (je mehr Trockenfrüchte, Schokolade oder Nüsse desto mehr) bis zu 25% Zucker enthalten, das ist dann ungefähr so viel wie auch ein Brötchen mit Nuss-Nugat-Creme hat. Eine Viertel Tasse getrockneter Cranberries enthält zum Beispiel 6 Teelöffel Zucker.
Eine 100 Gramm Portion normale Cornflakes enthält 37 Gramm Zucker (12 Würfelzucker) Das macht bei einer ganzen Packung 66 Würfel.


Alkohol
Besonders die Damen mögen es ja gern süß, pro Piccolo nehmt ihr damit allerdings 22 Gramm Zucker (7 Stücke) zu euch. In Cocktails wird durch Fruchtsirup und Alkoholmischungen noch mehr aufgenommen. Denn schon allein der Alkohol hat fast doppelt so viele Kalorien wie Zucker. Auch die meisten in Deutschland beliebten Weine enthalten Zuckerzusätze zusätzlich zum Fruchtzucker der Trauben.


Eistee
Diese Getränkeart hat rein gar nichts mit Tee zu tun, sondern enthält zwischen 7,5 und 21 Gramm Zucker (3 bis 9 Würfel).
Smoothies
Die meisten verbrauchsfertigen Smoothies enthalten bis zu 37 Gramm Zucker. Grüne Säfte sogar bis zu 12 Teelöffel pro Flasche.


Vollkornbrot
Zwei Scheiben Vollkornbrot enthalten mehr als zwei Teelöffel Zucker, da sie aus einem Mix aus Zucker und Vollkorn-Weizen bestehen.


Zuckerfakten:

  • Der europäische Durchschnittsbürger nimmt rund 40 Kilogramm reinen Zucker pro Jahr zu sich. Dies entspricht einem Zuckerverbrauch von etwa 37 Zuckerwürfeln am Tag und fast 600 zusätzlichen Kalorien.
  • Die empfohlene Menge für einen Erwachsenen liegt bei 50 bis 60 Gramm, bei Kindern bei höchstens 40 Gramm Zucker pro Tag.
  • Brauner Zucker scheint die gesündere Variante zu sein. Zucker ist Zucker, egal ob braun oder weiß. Denn die braune Farbe kommt von Melasse, einem Sirup, der bei der Verarbeitung entsteht.

Was kann Zucker auslösen?

  • Müdigkeit
  • Antriebs- und Energielosigkeit
  • Magen- und Darmprobleme wie Völlegefühle, Blähungen, Durchfall und Verstopfung
  • Nervosität und Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwäche

Außerdem erhöht Zucker das Risiko, in absehbarer Zeit an Diabetes, Herz- oder Autoimmunerkrankungen wie Arthritis, Asthma und Multipler Sklerose zu erkranken.

Das wir unsere Kinder schon im Mutterleib mit zu viel Zucker versorgen, wissen wohl die Wenigsten. Denn Babys werden schon in der Schwangerschaft, durch den Zuckerkonsum der Mutter, an Zucker gewöhnt. Sie neigen dann schon vor der Geburt dazu, Übergewicht anzusetzen. Auch nach der Geburt kriegen die meisten Babys ebenfalls zu viel Zucker, da oftmals viel zu viel davon in den Milchbreiprodukten ist.

Kinder, die viel Zucker zu sich nehmen, haben im Grundschulalter messbar niedrigere Intelligenz, schlechtere Noten und schlechtere Laune als Kinder, die wenig Zucker essen. Außerdem kann durch hohen Zuckerkonsum bei Kindern ADHS und Depressionsrisiko gefördert werden. Achtet beim nächsten Einkauf doch mal darauf, was ihr alles in den Korb legt.

Wer denkt schon an Zucker, wenn auf einem Produkt "fettarm" oder "fettfrei" steht. Solchen "Light-Produkten" schmecken, wenn ihnen der Geschmacksträger Fett entzogen wird, nicht mehr so gut. Deshalb brauchen sie jetzt einen anderen Geschmacksträger: zusätzlichen Zucker.