Sonnenschutz für die Augen!

Sonnenbrillen sehen nicht nur gut aus und peppen das Sommeroutfit auf, sondern schützen das Auge auch vor gesundheitsschädlichen UV-Strahlen. Doch nicht alle Brillen bieten den nötigen Schutz. Worauf ihr beim Kauf achten solltet und was für Folgen eine schlechte Sonnenbrille haben kann, erfahrt ihr hier.


Die richtige Sonnenbrille finden
Beim Kauf einer Sonnenbrille solltet ihr nicht nur auf das Aussehen achten, denn nur mit den richtigen Gläsern könnt ihr eure Augen wirklich vor der Sonne und vor allem den gefährlichen UV-Strahlen schützen.

Schlechte Sonnenbrillen können dem Auge schaden. Die Verkleinerung der Pupillen ist der natürliche Schutz des Auges vor viel Lichteinfall. Die dunkle Tönung einer Sonnenbrille verhindert diese Reaktion. Dadurch gelangt viel Sonnenlicht und falls kein UV-Filter vorhanden ist, auch die gefährlichen Strahlen, direkt ins Auge. Die Farbe der Tönung sagt nichts über den UV-Schutz aus. Gut sind jedoch braune, graue oder blaue Tönungen, da diese die Farben der Umwelt nicht zu sehr verändern. Grüne und rote Gläser sind vor allem beim Autofahren nicht zu empfehlen.

Anhaltspunkte für eine gute Sonnenbrille können Kennzeichnungen auf der Innenseite der Bügel sein. Das CE-Zeichen muss auf Sonnenbrillen sein, die in der EU vertrieben werden. Das Zeichen sagt allerdings nichts über den Sonnenschutz der Brille aus, sondern belegt nur, dass die Brille bestimmten Sicherheitsanforderungen wie ausreichend kratzfest entspricht. Außerdem sollte auf der Sonnenbrille die Kennzeichnung "UV 400" vorhanden sein. Das heißt, dass die Brille alle UV-Strahlen bis 400 Nanometer absorbiert. Um noch genauere Angaben zum Schutz der Brille zu geben, hat die EU eine Richtlinie erlassen, die vier Kategorien unterscheidet.

  • 1: Hält 20 bis 57 % der Strahlung ab. Geeignet für bedeckte Tage.
  • 2: Hält 57 bis 82 % der Strahlung ab. Normaler Schutz für Sommertage.
  • 3: Hält 82 bis 92 % der Strahlung ab. Empfehlenswert für Urlaub am Meer oder in Südeuropa. Jedoch sind Sonnenbrillen ab 90 % Tönung nicht für den Straßenverkehr zugelassen.
  • 4: Hält 92 bis 97 % der Strahlung ab. Diese Kategorie sollte für (Winter-)Urlaub im Hochgebirge oder Gletscher gewählt werden.

Ihr solltet jedoch beachten, dass diese Kennzeichnungen nicht immer echt sein müssen. Auf nachgemachte, billige Sonnenbrillen sind oft gefälschte Gütesiegel aufgedruckt. Auf der sicheren Seite seid ihr, wenn ihr eure Sonnenbriller beim Optiker kauft. Wenn ihr eine Sonnenbrille habt, von der ihr nicht genau wisst ob und wenn ja, welchen UV-Schutz die Brille hat, könnt ihr bei vielen Optikern einen Test machen lassen.

Um auch die Sonneneinstrahlung von oben und den Seiten zu mindern, empfehlen sich Brillen mit breiten Bügeln und großen Gläsern.


Was ist UV-Strahlung?
Das Sonnenlicht besteht aus der wärmespendenen Infrarotstrahlung, Lichtstrahlen und den gefährlichen Ultravioletten-Strahlen, kurz UV-Strahlen. Es gibt UV-A, UV-B und UV-C-Strahlen, wobei das besonders schädliche, kurzwellige UV-C gar nicht auf die Erde gelangt, sondern bereits von der Ozonschicht absorbiert wird. UV-Strahlen sind für den Menschen nicht sichtbar und werden deshalb oft unterschätzt.

Als UV-B werden Strahlen mit einer Wellenlänge von 315 bis 280 Nanometer bezeichnet. Auch diese Strahlen werden teilweise durch die Ozonschicht gefiltert, doch bis zu zehn Prozent kommen trotzdem noch auf der Erdoberfläche an. Ist die Ozonschicht geschädigt, verstärkt sich der Anteil sogar noch.

Im Gegensatz dazu gelangen die UV-A-Strahlen nahezu ungehindert auf die Erde. Lediglich starke Bewölkung kann den Einfall sowohl von UV-A als auch UV-B-Strahlen mindern. UV-A gehört mit einer Wellenlänge von 315 bis 400 Nanometer zu der nicht so energiereichen, langwelligen UV-Strahlung.


Sonnenbrillen für Tiere
Was für den einen wie ein Scherz klingen mag, ist für den anderen ein nützliches Utensil: Sonnenbrillen für Hunde schützen die Augen der Vierbeiner nicht nur vor Sonne, sondern auch vor Fahrtwind, Flugsand am Strand und vor Niederschlägen. Die Brillen gibt es ab ungefähr 20 Euro in allen Farben und Variationen, von klassisch schwarz bis hin zu neongelb, pink oder mit Totenkopfmotiv. Ähnlich wie Schwimmbrillen werden sie über den Kopf gezogen und halten mit einem Gummiband.

Ob Hunde mit gesunden Augen diesen Schutz wirklich brauchen, ist fraglich. Und bei starkem Fahrtwind können nicht nur die Augen sondern auch die Ohren geschädigt werden. Aber darum geht es vielen wahrscheinlich überhaupt nicht - Sonnenbrillen für Hunde sind ein echter Hingucker.


Sportsonnenbrillen
Wenn ihr draußen Sport macht, solltet ihr auch eine Sonnenbrille aufsetzen. Eine Sportsonnenbrille sollte allerdings noch weitere Kriterien erfüllen wie z. B. bruch- und kratzfeste Bügel und einen rutschfesten Halt.
Besonders bei Sportarten wie Wandern, Rad fahren oder Wintersport in den Bergen solltet ihr auf den UV-Schutz achten, denn dort ist die Strahlung sehr intensiv. In den Bergen ist die Luft dünner, dadurch verstärkt sich das Sonnenlicht pro 1.000 Höhenmeter um ca. 20 %. Schnee und Wasser reflektieren das Licht zusätzlich um bis zu 95 %.


Folgen von zu viel UV-Strahlung
Die UV-Strahlen können ohne Schutz das Auge stark schädigen, im schlimmsten Fall ist die Sehkraft dauerhaft beeinträchtigt. Besonders UV-B-Strahlen können tief ins Auge gelangen und auf der Netzhaut Schaden anrichten. Es können sich Ablagerungen bilden und Augenkrankheiten begünstigt werden, die bis zur Erblindung führen können. Doch nicht nur die Netzhaut ist gefährdet, auch die Linse und die Hornhaut müssen geschützt werden.

Die äußere Augenhaut ist die Hornhaut. Sie ermöglicht uns scharfes Sehen und ist für die Lichtbrechung zuständig. Doch was viele nicht wissen, auch auf der Hornhaut kann eine Art Sonnenbrand entstehen. Die sogenannte Schneeblindheit oder Verblitzung kann nach zu starker und zu langer UV-Einstrahlung auf das Auge auftreten und verursacht sechs bis acht Stunden später Schmerzen, Juckreiz oder Rötungen. Auch unscharfes Sehen, ein Fremdkörpergefühl, starke Lichtempfindlichkeit sowie tränende Augen sind Warnsignale für eine Schädigung der Augen. Im schlimmsten Fall kann die Hornhaut zerstört werden, dann liegen die darunterliegenden Nerven frei, was extrem schmerzhaft ist. Bei ersten Anzeichen solltet ihr direkt zum Augenarzt gehen.

Auch die Linse ist nicht vor den UV-Strahlen sicher. Es können eine Linsentrübung oder sogar ein frühzeitiger Grauer Star auftreten. Symptome dafür sind nachlassende Sehkraft und ein grauer Schleier über dem Blickfeld. Frühzeitig behandelt, bleiben aber meistens keine Folgeschäden zurück.