Alles zum Thema Tattoos!

Ein Tattoo ist zwar schön, doch auch eine Entscheidung für's Leben. Bevor ihr euch ein Tattoo stechen lasst, solltet ihr genau überlegen und euch wirklich sicher sein. Welche Gesundheitsrisiken eine Tätowierung mit sich bringt und welche Entfernungsmethoden und Alternativen es gibt, erfahrt ihr hier.


Kurze Geschichte des Tattoos
Das Wort „Tätowierung“ stammt aus Polynesien und leitet sich von dem Wort „tatau“ = „Zeichen“ ab. Durch den Entdecker und Seefahrer James Cook ist das Wort im 18. Jahrhundert in den amerikanischen und europäischen Sprachgebrauch gekommen. Wo genau das Tätowieren seinen Ursprung hat, ist nicht genau zu klären.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Tattoos in Europa beliebter, allerdings nicht wie heute als Körperschmuck, sondern als religiöses, politisches oder gesellschaftliches Erkennungs- und Identifikationszeichen. So trugen meist Seefahrer und Kriminelle Tattoos, wodurch Tätowierungen einen schlechten Ruf bekamen.
Später ließen sich auch Adelige Bilder unter die Haut stechen und so galten Tätowierungen auf einmal als Symbole der Liebe und Erinnerung oder als Ausdruck eines Wunsches. Seit den 1960er Jahren sind Tattoos ein beliebter Körperschmuck geworden.


Wie wird ein Tattoo gestochen?
Die Haut besteht aus drei Schichten, der Oberhaut, der Lederhaut und der Unterhaut. Beim Stechen wird die Farbe mit einer elektrischen Tätowiermaschine etwa 1 bis 1,5 mm tief in die Lederhaut gestochen. Wird zu tief gestochen, verschwimmt die Farbe unter der Haut. Wenn nur in die Oberhaut gestochen wird, verblasst die Farbe nach einiger Zeit.
Die Motive können neben klassisch schwarz auch in bunten Farben gestochen werden. Die Inhalsstoffe dieser Farben sind teilweise gar nicht angegeben. Die meisten Farben stammen jedoch aus der Industrie und sind chemisch zusammengesetzt. In modernen Farben wird zudem oft Schellack und Ammoniak als Bindemittel genutzt. Seit 2009 regelt in Deutschland die Tätowiermittel-Verordnung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, welche Stoffe verwendet werden dürfen.


Gesundheitsrisiken bei Tätowierungen
Aus gesundheitlicher Sicht können Tattoos schnell gefährlich werden, besonders wenn beim Stechen nicht auf Hygiene geachtet wird. Beim Stechen wird die Haut verletzt. Aus den kleinen Wunden tritt Blut und Serum aus, wodurch Krankheiten übertragen werden können. Ist die vom Tätowierer benutzte Nadel nicht keimfrei oder das Studio verschmutzt, können Krankheiten wie HIV oder Gelbsucht übertragen werden.
Auch die verwendeten Farben können gefährlich für die Gesundheit werden, denn sie können eine allergische Reaktion auslösen. Im schlimmsten Fall können die Farben krebserregende Stoffe enthalten, die ebenfalls gesundheitsschädlich sind.


Eure Rechte, wenn das Tattoo schlecht gestochen ist:
Beim Stechen einer Tätowierung handelt es sich um einen "Werkvertrag mit dem Kunden" urteilte das Amtsgericht München (Az.: 213 C 917/11). D. h. ihr habt Anspruch darauf, das das Tattoo "fachlich in Ordnung" ausgeführt wird.
Wenn es das nicht ist, z. B. zu tiefe Hautschichten getroffen wurden und es deshalb zu verschmierten Linien und Farbverläufen kommt, wird das als Körperverletzung gewertet und ihr könnt Schmerzensgeld verlangen.

2014 hielten es das Oberlandesgericht Hamm und das Landgericht Bochum außerdem für unzumutbar, dass eine Frau ihr Tattoo beim selben Tätowierer nachbessern lassen muß. Er wurde zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verurteilt.

Wenn euch das Tattoo bzw. das Motiv dann später optisch nicht mehr gefällt, habt ihr allerdings Pech gehabt. Denn meist wird ja ein Entwurf erst einmal vorgezeichnet und ihr stimmt erst dann der Tätowierung an sich zu.
Der Genuss von Alkohol schmälert übrigens nicht die Geschäftstüchtigkeit, d. h. der oben genannte Werkvertrag kommt auch dann zustande und ihr könnt euch nicht später damit rausreden. Seriöse Tätowierer werden ihre Dienste allerdings sowieso keinen volltrunkenen Personen anbieten.


Die Entfernung von Tattoos
Früher wurden die unerwünschten bunten Bilder einfach aus der Haut ausgeschnitten, chemisch weggeätzt oder abgeschliffen. Diese Methoden können heute noch angewendet werden, sie hinterlassen jedoch Narben.
Die Entfernung per Laser wird am meisten angewendet. Diese Behandlung solltet ihr allerdings unbedingt von einem Arzt durchführen lassen. Beim Lasern werden die Farbpigmente in der Haut mit Lichtstrahlen beschossen. Die entstehende Hitze zerkleinert die Pigmente, die nun als Fremdkörper erkannt und auf natürliche Weise vom Abwehr- und Lymphsystem des Körpers ausgeschieden werden.
Mittlerweile gibt es spezielle Laser, die für die Tattooentfernung entwickelt wurden. Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Größe und der Farbe des Tattoos. Bunte Farben sind schwerer zu entfernen als schwarze. Neben der Lasermethode gibt es jedoch immer neue Methoden, wie zum Beispiel Diathermie, dabei werden die Zellen und Farbpigmente durch Wärme zerstört. Neu erprobt wird gerade dias sogenannte Waterjet-Cutting. Bei dieser Anwendung wird die Haut angehoben und die Farbpigmente weggespült.


Alternativen zum gestochenen Tattoo
Für diejenigen unter euch, die sich nicht für immer an ein Bild binden möchten, gibt es einige Alternativen zum Stechen. Diese Tattoos gehen nach einiger Zeit wieder weg.

Etwa eine Woche hält das Airbrushtattoo. Dabei wird mit einer Druckluftpistole ein Farbnebel auf der Haut verteilt. Die Farbe ist dabei nur oberflächlich aufgetragen und löst sich dadurch durch Duschen und Schwitzen schnell ab. Um das Airbrushtattoo länger haltbar zu machen, solltet ihr es mit feinem Puder wie Babypuder betupfen und auf der betroffenen Hautstelle Bodylotions, Seife und Deo vermeiden.

Ein Hennatattoo kann hingegen bis zu sechs Wochen lang sichtbar sein. Die Farbpaste besteht aus Hennapulver, das aus den Blättern des Hennastrauchs gewonnen wird, und Wasser. Diese Farbpaste wird dann mit einem Stäbchen oder Pinsel auf die Haut aufgetragen und muss anschließend für einige Stunden in die Haut einziehen. Dabei wird allerdings nur die obere Hautschicht gefärbt, so dass das die Farbe verblasst, wenn sich die Hautzellen erneuern.

Als einfache und schnelle Alternative gibt es zudem Klebefolientattoos und Tattoostifte. Die sind sogar bei Kindern beliebt. Klebetattoos sind manchmal in Kinder- und Jugendzeitschriften als Extra enthalten, können jedoch auch ganz einfach selbst gemacht werden. Dazu müsst ihr euch nur das gewünschte Motiv aussuchen und auf eine spezielle Tattoofolie drucken. Das Motiv wird dann ausgeschnitten, die Folie auf die Haut gelegt und mit Wasser übertragen. Oder ihr malt euch mit extra hautfreundlichen Tattoostifen euer Lieblingsmotiv direkt auf die Haut.

Von den sogenannten Bio-Tattoos solltet ihr allerdings lieber die Finger lassen. Diese Tätowierungen werden zwar damit beworben, dass sie nach einigen Jahren wieder verschwinden, weil die Farbe nur in die Oberhaut gestochen wird. In vielen Fällen, wenn das Tattoo nicht professionell gemacht wurde, bleibt die Farbe für immer in der Haut, weil zu tief gestochen wurde.