Was ist Ebola?

In einigen westafrikanischen Staaten ist 2014 die bislang größte Ebola-Epidemie ausgebrochen. Bis Oktober waren bereits fast 4.000 Personen gestorben, darunter über 200 Helfer.

Doch wo kommt der Ebola-Virus her, was macht er genau und warum gibt es kein Gegenmittel?
Wir haben euch hier einige Infos dazu zusammengestellt.


Ebola wurde nach einem kongolesischen Fluss benannt, in dessen Nähe es 1976 die ersten dokumentierten Fälle des Virus gab.
Zur Zeit gehen Wissenschaftler davon aus, dass Fledermäuse wie der Nilflughund oder der Hammerkopf als Wirte für das Ebolavirus dienen. Die weitere Übertragung passiert dann durch Affen, die die von den Fledermäusen angefressenen Früchte essen.


Wie können sich Menschen anstecken?
Der WHO geht davon aus, dass Körperkontakt mit infizierten oder toten Affen und Flughunden ausreicht. Menschen untereinander stecken sich ausschließlich durch direkten Körperkontakt oder Schmierinfektion durch Körperflüssigkeiten an. Eine Übertragung durch die Luft wurde bislang nicht nachgewiesen.
Die Inkubationszeit variiert zwischen 2 und 21 Tagen. Wenn ein Infizierter die Infektion überlebt, ist er danach immun.


Was sind die Symptome?
Die Patienten leiden zunächst unter grippeähnlichen Symptomen, dann folgen Fieber, Durchfall und innere Blutungen. Oft gehen deshalb viele Infizierte zuerst von einer Grippe aus und stecken so weitere Personen an.
Das Virus kann nur durch Laboranalysen im Blut, Urin oder Speichel zweifelsfrei nachgewiesen werden. Die Todesrate liegt bei bis zu 90 Prozent, meist sterben die Infizierten durch Herz-Kreislauf-Versagen.


Was wird gegen Ebola getan?
Bisher ist die einzige Möglichkeit, eine weitere Ansteckung zu vermeiden, die Personen zu isolieren. Oft ist das aber nicht möglich, da die Betroffenen bis zum Ende von einer Grippe ausgehen.

Einen Impfstoff gibt es nicht, in Affenversuchen waren zwar bereits 2 Stoffe wirksam, sie sind aber bisher nicht für den Menschen zugelassen. Möglich ist nur eine Behandlung mit Antikörpern von Überlebenden, aber davon gibt es wenige.

Ein Problem tritt auch nach dem Tod der Infizierten auf: das Bestattungsritual, den Leichnam zu waschen und zu umarmen, sorgt für weitere Ansteckungen und auch die zur Beerdigung angereisten Trauernden sind gefährdet.


Was kann man tun gegen die Ansteckungsgefahr bei der Behandlung von Lebenden und Toten?
Das Ebola-Virus überlebt auf Oberflächen von z. B. Lebensmitteln oder Gegenständen nicht lange. Oberflächen im Krankenzimmer können mit herkömmlichen Desinfektionsmitteln behandelt werden.
Ebola-Viren bleiben allerdings in eingetrocknetem Blut bis zu fünf Tage ansteckend. Die persönlichen Gegenstände von Kranken müssen deshalb desinfiziert werden.
Mit Blut oder andern Körpersekreten verschmutze Kleider werden entweder in einem verschliessbaren Druckbehälter stark erhitzt oder verbrannt.
Tote werden ebenfalls verbrannt oder in einem fest verschließbaren Leichensack bestattet.


Sind wir in Deutschland gefährdet?
In den 40 Jahren, in denen Ebola in Afrika auftritt, ist kein Fall bekannt geworden, das das Virus bis nach Europa gelangt wäre.

Durch den Einsatz von Wärmekameras an deutschen Flüghäfen, an denen Reisende aus Afrika ankommen, können z. B. Menschen mit Fieber erkannt werden. Außerdem gibt es neun spezielle Behandlungszentren in Deutschland, die mit Isolierstationen ausgestattet sind. Sie wurden in "Alarmbereitschaft" versetzt.