Wir erklären euch die Kältemythen!

Zum Verhalten bei Kälte gibt es einige Mythen, die uns von unseren Eltern mitgegeben wurden. Ob ihr wirklich nicht mit nassen Haaren nach draußen gehen solltet, Sport im Winter gut ist, Handy-Akkus sich schneller entladen und andere interessante Informationen erhaltet ihr hier.


Nicht mit nassen Haaren rausgehen
Der allgemeingültige Glaube, dass man eine Erkältung bekommt, wenn man mit nassen Haaren raus geht, stimmt nicht. Ein Infekt wird meist durch Viren verursacht. Die Kälte schwächt allerdings das Immunsystem und macht es so den Erregern leichter, sich in den Schleimhäuten einzunisten und zu verbreiten. Eine Mütze aufzusetzen, ist also generell nicht verkehrt.


Über den Kopf verliert der Mensch die meiste Wärme
Das ist nicht richtig. Zuerst würden aber eher Zehen, Finger, Ohren und die Nase abfrieren. Ursprung dieses Mythos ist ein Test, bei dem amerikanische Soldaten im Jahr 1970 in speziellen Anzügen, jedoch ohne Kopfbedeckung großer Kälte ausgesetzt wurden. Natürlich ging dabei die meiste Wärme über den Kopf verloren, da dieser als einziger nicht bedeckt war. Da sich im Kopf viele Nervenenden befinden, nehmen wir außerdem dort die Kälte natürlich besonders schnell wahr. 


Viele Kleidungsschichten übereinander halten warm
Stimmt. Das „Zwiebelprinzip“ hält tatsächlich warm, allerdings nur, wenn ihr richtig schichtet. Die Schicht, die auf der Haut liegt, sollte auf keinen Fall aus Baumwolle bestehen, da Baumwolle den Schweiß aufnimmt und klamm werden kann. Besser ist Funktionsunterwäsche, die aus Kunstfasermaterialien wie zum Beispiel Polyester besteht. Bei sehr kalten Temperaturen ist als nächste Schicht eine Fleecejacke oder -pullover zu empfehlen. Um auch Wind und Nässe trotzen zu können, sollte die äußerste Schicht eine winddichte und wasserabweisende Jacke sein.


Kälte verkürzt die Laufzeit von Handy-Akkus
Das ist richtig, dass bei Kälte der Akku schneller seine Energie verliert undöfter aufgeladen werden muss. Handys und Smartphones sollten deshalb möglichst in der Innentasche der Jacke aufbewahrt werden, um sie warm zu halten.
Auch starke Temperaturschwankungen sollten vermieden werden. Im schlimmsten Fall kann sich Kondenswasser bilden, das Bauteile beschädigen und sogar einen Kurzschluss verursachen kann. Hat sich bereits Kondenswasser gebildet, sollte das Handy mit entfernten Akku und geöffneten Batteriefach in warmer Zimmerluft getrocknet werden. Auf gar keinen Fall das Handy auf die Heizung legen oder föhnen, die Hitze kann noch mehr Schaden anrichten. Ist der Akku fest verbaut, hilft meist nur ein Reparaturservice.
Im Winter nervt das ständige Handschuh an- und ausziehen, um den Touchscreen des Smartphones zu bedienen. Neuerdings gibt es aber spezielle „Touchscreen-Handschuhe“ mit leitfähigen Fingerkuppen. Erhältlich in der einfachen Stoff- oder teureren Ledervariante kosten sie zwischen 4 € und 50 €.


Piercings können bei Kälte festfrieren
Dies kann tatsächlich passieren. Metall leitet Kälte und kann so an unbedeckten Stellen das Gewebe abkühlen und die Blutzirkulation verlangsamen. Sinkt die Temperatur unter null Grad, solltet ihr euer Piercing rausnehmen, spätestens jedoch dann, wenn es anfängt auf der Haut zu brennen. Besonders gefährdet sind Nasen- und Augenbrauenpiercings. Auch bei Ohrringen solltet ihr aufpassen.


Sport machen bei Kälte?
Hobbysportler wird es freuen, ihr müsst im Winter nicht auf euren Sport in der Natur verzichten. Wird durch die Nase geatmet, kann der Körper die kalte Luft bis minus zehn Grad selbstständig erwärmen. Durch den Mund sollte hingegen nicht geatmet werden, dies trocknet die Schleimhäute aus und lässt sowohl Schmutz als auch Bakterien ungefiltert in die Lunge.
Ruhige Ausdauersportarten mit gleichmäßiger Belastung wie Skilanglauf, Wandern, Walking und langsames Joggen sind im Winter besonders zu empfehlen. Beim Fahrradfahren solltet ihr euch stärker schützen und warm anziehen. Der eisige Fahrtwind lässt die Temperatur noch kälter wirken als sie ist.


Alkohol wärmt auf
Glühwein, Grog und andere alkoholische Heißgetränke sind im Winter beliebt und wärmen von Innen. Das denken viele, doch diese Wärme hält nur kurzfristig an. Tatsächlich weitet der Alkohol unsere Blutgefäße, dadurch gelangt mehr Blut an die Hautoberfläche und der Körper verliert Wärme. Zudem sinkt durch den Alkohol das Schmerzempfinden und die Kälte wird nicht mehr so stark wahrgenommen.


Schuhe sollten zum Trocknen unter der Heizung stehen
Vor allem Lederschuhe leiden unter dieser Methode. Das Leder kann nämlich spröde und brüchig werden. Füllt besser ein Tablet mit Steinen stellt die Schuhe darauf.