Was ist eigentlich Karneval?

Auch in Niedersachsen gibt es einige große Karnevalsumzüge zum Beispiel in Osnabrück, Braunschweig, Damme oder Hannover.

Damit auch Neulinge das ganze Treiben verstehen, haben wir euch hier ein paar allgemeine Infos zum Karneval zusammengestellt.


Die sogenannte „Fünfte Jahreszeit“ beginnt am 11. November, der „Elfte im Elften“, um 11:11 Uhr.

Die Hochzeit des närrischen Treibens mit Straßenumzügen und Kamellen-Werfen wird jedoch meist erst im Februar des folgenden Jahres gefeiert.
Aschermittwoch liegt immer 40 Tage vor Ostern, da an dem Tag für Christen die Fastenzeit beginnt. Und da Ostern immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn (21. März) gefeiert wird, gibt es für Aschermittwoch und Karneval auch kein festes Datum.


Zum Ablauf der Karnevalswoche:

Das ganze Spektakel startet am Donnerstag vor Aschermittwoch, der Weiberfastnacht oder auch Schmotziger Donnerstag. An diesem Tag ist der Brauch sehr beliebt, bei dem die „jecken Weiber“ (verrückten Weiber) den Männern die Krawatte abschneiden. Dabei gilt die Krawatte als Symbol für Macht und Männlichkeit. Als Entschädigung für diese Entwürdigung bekommen die Männer dann ein Bützchen. Dieses ist ein mit geschürzten Lippen verteiltes Küsschen, dass die Freude ausdrücken soll.
Wie der Name Weiberfastnacht schon sagt, gehört dieser Tag den Frauen. Ihren Ursprung hat er im späten Mittelalter: Die Grundholdfrauen bekamen unmittelbar vor Beginn der kirchlichen Fastenzeit von ihren Grundherren eine Einladung zum eigenen Mahl und Tanz. Dieses Weiberfest wurde zur alljährlichen Tradition und wurde zur Urform der Weiberfastnacht.
Und warum heißt es Schmotziger Donnerstag? Schmotzig wird auf schmotzig wie schmutzig oder auf schmotzig im Sinne von fett zurückgeführt. Diese beiden Wortbedeutungen sind auf einen Brauch zu beziehen, dass am Donnerstag geschlachtet und gebacken wird.


Am Karnevalsfreitag, Rußiger Freitag, finden viele traditionelle Sitzungen und Umzüge statt. Der Name Rußiger Freitag stammt daher, dass früher an diesem Tag die Narren versucht haben, Leuten Ruß ins Gesicht zu schmieren. Heutzutage ist dieser Brauch bei Kindern noch sehr beliebt.


Weiter geht es mit dem Karnevalssamstag, auch Schmalziger Samstag oder Nelkensamstag. An diesem Tag gibt es ebenfalls Karnevalsumzüge und Kostümbälle.
Früher waren in der Fastenzeit Eier und Milchprodukte verboten, deswegen mussten diese vor Beginn der Fastenzeit aufgebraucht werden. Am Schmalzigen Samstag geschah dieses durch das Zubereiten von Faschingskrapfen und Schmalznudeln. Jene, die andere am Rußigen Freitag geschwärzt hatten, brachten zur Entschädigung schmalzgebackene Küchle vorbei.


Am Karnevalssonntag, auch Tulpensonntag genannt, finden ebenfalls Umzüge und Karnevalssitzungen statt.


Der Höhepunkt des Karnevals ist der Rosenmontag. An diesem Tag finden die großen Rosenmontagsumzüge statt.
Sprachwissenschaftler vermuten, dass der Rosenmontag von „rasen“ kommt, da das Narrenvolk an diesem Tag vor Begeisterung rast.
Lange Zeit stand "Rasen" oder "rasender" Montag für das, was sich direkt vor Eintritt in die Fastenzeit abspielte. Hier wollte man allen Genüssen des menschlichen Lebens, insbesondere den fleischlichen, noch einmal nachgehen. Dies artete dann oft in Zügellosigkeit bis hin zur öffentlichen Raserei aus.


Am Fastnachtsdienstag, dem Veilchendienstag oder Mardi Gras (fetter Dienstag) finden um Mitternacht in der Nacht zum Aschermittwoch zahlreiche Rituale statt, mit denen die Karnevalsfeierlichkeiten beendet werden.
Der bekannteste Brauch ist die Nubbelverbrennung, eine rituelle Zeremonie, bei der auf eine Strohpuppe, dem Nubbel, alle Sünden geladen werden, die während der Karnevalstage begangen wurden. Die Puppe wird anschließend begraben oder verbrannt.


Das Ende des Karnevals kennzeichnet der Aschermittwoch. An diesem Tag findet ein traditionelles Fischessen statt, bevor die Fastenzeit beginnt.
Die Bezeichnung Aschermittwoch kommt von dem Brauch, im Gottesdienst am Aschermittwoch die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu bezeichnen.