Wie wird ein neuer Papst gewählt?

Tritt ein Papst zurück oder verstirbt, gelten für die Übergangszeit bis zur Wahl eines neuen Papstes strenge Regeln: die sogenannte Sedisvakan.
15 bis 20 Tage nach Tod oder Rücktritt des alten Papstes muss das sogenannte Konklave aus Kardinälen zusammenkommen. Weltweit sind alle Kardinäle, die nicht älter als 80 Jahre sind, automatisch in der Konklave, im aktuellen Fall sind das 115.
2013 kamen die meisten Teilnehmer des Konklave aus Europa (52).

  • Davon stammen allein 21 aus Italien
  • 6 aus Deutschland
  • 11 kommen aus Asien
  • 11 stammen aus Afrika
  • 19 Kardinäle sind Südamerikaner
  • 8 sind Nordamerikaner
  • und ein Kardinal kommt aus Neuseeland angereist

Ist das Konklave vollzählig im Vatikan eingetroffen, heißt es „Extra Omnes” (Alle hinaus) in der sixtinischen Kapelle. Denn die Kardinäle wählen allein und geheim hinter verschlossenen Türen.
Für dieses besondere Ereignis wird die Kapelle extra umgebaut: Es gibt dann einen ebenen Holzfußboden und lange Tischreihen mit Stühlen für die Kardinäle.

Wahl hinter verschlossenen Türen
Abolute Verschwiegenheit ist in der sixtinischen Kapelle während der Papstwahl oberstes Gebot, sowohl für die Kardinäle als auch für Mediziner und Hilfskräfte, die die Mitglieder des Konklave betreuen.
Radios, Fernseher, Zeitungen, sämtliche andere elektronische Geräte und insbesondere Twitter-Aktivitäten sind strengstens verboten. Nicht umsonst bedeutet "Konklave" im Lateinischen "verschlossener Raum". Während der Wahl sind die Kardinäle von der Außenwelt komplett abgeschottet. Deshalb ist leider unbekannt, wie sie ihren Alltag zwischen den Wahlgängen gestalten und was z. B. auf dem Speiseplan einer solchen Konklave steht.

Wer hat Chancen auf den Papst-Stuhl?
Vor einer Papstwahl wird natürlich immer heftig spekuliert. Wer hat das Zeug zum Papst? Als Favoriten gelten grundsätzlich Kandidaten, die zum einen besonders volksnah sind und zum anderen aus Gegenden kommen, in denen die katholische Kirche viele Anhänger hat.

Die Papst-Wahl
Die Wahl eines neuen Papstes folgt einer jahrhundertealten Tradition: In der sixtinischen Kapelle eröffnet das Konklave das Ereignis mit einer Messe und einem Gebet. Dann erst beginnt die eigentliche Wahl, die insgesamt von neun Kardinälen durchgeführt wird:
Drei von ihnen haben die Aufgabe, die Stimmen auszuzählen, drei weitere sammeln die Stimmen der Kranken ein und wiederum drei Kardinäle überprüfen den gesamten Ablauf der Wahl. Die Wahlzettel werden nach jedem Wahlgang in der sixitinischen Kapelle verbrannt. Der neue Papst benötigt in der Konklave eine Zweidrittel-Mehrheit. Wird dieses Ergebnis nach einem Wahlgang nicht erreicht, gibt man eine chemische Substanz mit den Wahlzetteln in den Ofen, sodass schwarzer Rauch über dem Petersdom aufsteigt.

Warten auf den weißen Rauch
Pro Tag sind jeweils vier Wahlgänge vorgesehen - zwei am Vormittag und zwei weitere am Nachmittag.
Wenn nach drei Tagen kein Kandidat eine Zweidrittelmehrheit erreichen konnte, legt das Konklave einen Gebetstag ein. Dann folgt nach jeweils sieben erfolglosen Wahlgängen ein weiterer Gebetstag.
Erst wenn nach 33 Wahlgängen noch immer kein neuer Papst feststeht, kommt es zur Stichwahl zwischen den zwei Kardinälen, die bislang die meisten Stimmen bekommen haben. Auch diese Wahlzettel werden anschließend verbrannt. Ohne Zugabe der chemischen Substanz steigt weißer Rauch auf.
Dann heißt es: Habemus Papam - wir haben einen Papst!