Immer wieder Zeitumstellung!

73% der Deutschen halten sie für sinnlos und 75% leiden dadurch an Müdigkeit und Erschöpfung. Warum wir an der Uhr drehen und welche Auswirkungen die Zeitumstellung auf uns Menschen, aber auch auf Tiere hat, erfahrt ihr hier.


Warum gibt es die Sommer- und Winterzeit?
Als 1980 die Zeitumstellung eingeführt wurde, war einer der wichtigsten Gründe das Energiesparen, da das Tageslicht besser genutzt werden konnte, denn die Nachwirkungen der Ölkrise von 1973 waren in Deutschland noch zu spüren.
Allerdings können Wissenschaftler bis heute nicht beweisen, dass der Stromverbrauch in der Sommerzeit geringer wird.
Ein weiterer Grund für die Umstellung in Deutschland war auch, dass bereits viele unserer Nachbarländer die Zeitumstellung schon eingeführt hatten. 


Geschichte der Zeitumstellung
Bis Ende des 19. Jahrhunderts richtete sich die Zeit eines jeden Ortes nach dem Stand der Sonne, so dass es quasi überall verschiedene Zeiten gab. Die Bayern richteten sich beispielsweise nach der „Münchner Ortszeit“, während die Preußen sich an der „Berliner Zeit“ orientierten, weswegen sie 7 Minuten voraus waren.

Als die Entwicklung der Eisenbahnindustrie voranschritt und ein europaweites Eisenbahnnetz entstand, wurde eine einheitliche Zeit essentiell. Seit dem 1. April 1893 gibt es deshalb die Mitteleuropäische Zeit.

Der erste, der öffentlich über die Umstellung auf eine Sommerzeit nachdachte, war Benjamin Franklin 1784. Seine Ideen waren jedoch eher scherzhaft gemeint und wurden daher nicht umgesetzt.
Mehr als 100 Jahre später wurde diese Überlegung aber erneut aufgegriffen und dann sogleich vom deutschen Kaiserreich 1916 eingeführt. Jedoch schon drei Jahre später wurde sie in der Weimarer Republik wieder rückgängig gemacht.
Zu Beginn des zweiten Weltkriegs musste die deutsche Rüstungsindustrie produktiver werden, so dass die Sommerzeit wieder eingeführt wurde.
Nach dem Krieg bestanden die drei Besatzungsmächte im Westen auf die Einführung der Sommerzeit, während die sowjetische Besatzungsmacht ihre Zone und Berlin an Moskauer Zeit ausrichteten. Moskau allerdings war zwei Stunden voraus, sodass es innerhalb Deutschlands eine Zeitlücke von 2 Stunden gab.
Von 1950-1979 wurde dann nicht mehr an der Uhr gedreht, bis es zur Wiedereinführung 1980 kam. Ende 1994 wurde dann die Sommerzeitregelung in der Europäischen Union vereinheitlicht.


Auswirkungen der Zeitumstellung
Die Zeitumstellung hat massive Auswirkungen auf unser Leben. Mediziner haben herausgefunden, dass sich unser Körper mit der Anpassung sehr schwer tut. Es ist, als ob wir einen kleinen Jetlag haben. Insbesondere Menschen mit Schlafstörungen oder organische Störungen sind stark davon betroffen. Bis zu drei Wochen braucht unser Organismus bis er sich an die Zeitumstellung gewöhnt hat.

In der Umstellungsphase passieren auch mehr Unfälle als gewöhnlich. Besonders in der Winterzeit, wenn der Berufsverkehr in der Dämmerungszeit stattfindet, gibt es mehr Unfälle z. B. durch Wildwechsel.
Aber auch andere Tiere leiden unter der Umstellung. Kühe beispielsweise brauchen 1-2 Wochen, um sich auf die neuen Melkzeiten umzustellen, weshalb viele Bauern schon Wochen vorher einige Minuten später oder früher melken.

Infografik: Auswirkungen der Zeitumstellung | Statista

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Globale Zeitumstellung
Weltweit gibt es keine einheitlichen Regelungen. Die am Äquator gelegenen Länder praktizieren die Umstellung nicht (mehr), denn bei ihnen schwankt die Tageslänge sowieso kaum zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.


Sprüche zum Merken der Zeitumstellungen
Wenn ihr euch nie merken könnt, wann man die Uhr vor und wann man sie zurückstellt, haben wir zwei Sprüche für euch:

  • Im Sommer stelle ich meine Gartenstühle HINAUS und im Winter stelle ich sie wieder ZURÜCK
  • Spring foward, fall back (auf Deutsch: Frühling vorwärts, Herbst zurück)