Zuspätkommen im Winter!

Im Winter kommen Arbeitnehmer wegen der Witterung schlecht an den Arbeitsplatz oder verletzen sich sogar auf dem Weg dorthin.
Aber wie sind eigentlich die gesetzlichen Regelungen, wenn man z. B. wegen Zugausfällen zu spät kommt? Hier ein paar Antworten.


Verspätung wegen des Wetters

Wenn ihr wegen der Stassenverhältnisse und daraus resultierenden Staus und Behinderungen zu spät zur Arbeit kommt, handelt es sich nicht wie viele vermuten um "höhere Gewalt".
Einige Urteile von Arbeitsgerichten sagen folgendes: Ihr müßt die Hinfahrt zur Arbeit so organisieren, dass ihr pünktlich seid. Wenn also Schnee und Eis angesagt wurden, müßt ihr davon ausgehen, dass es zu Verspätungen kommen kann und entsprechend früh starten.
Der Arbeitgeber darf dann aber keine Abmahnung oder gar Kündigung aussprechen, kann aber verlangen, dass ihr die Zeit nacharbeitet bzw. muß für die nicht erfüllten Stunden nicht bezahlen.
Wenn allerdings alle anderen Kollegen pünktlich sind und nur ihr mehrfach zu spät kommt, ist eine Abmahnung möglich.


Was ist "Höhere Gewalt"?

In ganz seltenen Fällen wird von "Höherer Gewalt" gesprochen. Wenn z. B. der Deutsche Wetterdienst die Bevölkerung aufgefordert, wegen Überschwemmungen oder Eisglätte nicht auf die Strasse zu gehen, könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr zur Arbeit fahrt. Das müßt ihr natürlich telefonisch bei eurer Arbeiststelle mitteilen.
Das wäre dann vom Arbeitgeber nicht als Arbeitsverweigerung zu bewerten und zu ahnden, es muß aber auch für die Zeit kein Lohn gezahlt werden.
Das gilt übrigens auch, wenn ihr z. B. auf dem Rückweg aus dem Urlaub oder auf dem Weg zur Arbeit eingeschneit seid und nicht zur Arbeit kommen könnt.
Grundsätzlich müßt ihr aber euren Arbeitgeber so schnell wie möglich informieren, dass und warum ihr nicht pünktlich zur Arbeit erscheinen könnt, sonst riskiert ihr eine Abmahnung.


Arbeitsunfall wegen des Wetters

Wenn ihr auf dem Weg zur Arbeit auf Eis stürzt, kann es sich um einen sogenannten "Wegeunfall" handeln, der dann wie ein Arbeitsunfall behandelt wird.
Allerdings müß der Unfall auf dem direkten Weg zur Arbeit passiert sein. Wenn ihr vorher z. B. noch kurz Einkäufe erledigt oder abseits des normalen Arbeitsweges getankt habt, kann es sein, dass ein Versicherungsschutz über die Berufsgenossenschaft nicht mehr gegeben ist.
Gesetzgeber und Rechtsprechung sind hier sehr streng, wenn ihr allerdings nicht zuhause übernachtet habt, sondern bei eurem Freund oder Freundin, wird der direkte Weg von dort aus angenommen. Auch wenn ihr z. B. eure Kinder vorher zur Schule gebracht habt, gilt das als geringfügiger Umweg.

Wenn ihr allerdings durch Mißachtung der Verkehrsregeln selbst den Unfall verursacht habt, gilt natürlich auch der Versicherungsschutz über den Arbeitgeber nicht mehr.
Wenn ihr wegen des Unfalls aber zu spät oder gar nicht zur Arbeit kommt, muß der Arbeitgerber euren Lohn trotzdem zahlen.