Was sind Gaunerzinken?

Ab dem 12. Jahrhundert waren Zinken ursprünglich eine Geheimsprache der Nichtsesshaften. Der Ausdruck wird vom lateinischen signum (das Zeichen) abgeleitet, aber auch vom althochdeutschen zinko (die Zacke, die Spitze).

Sogenannte Gaunerzinken sind heutzutage Zeichen an Hauseingängen und Zäunen, mit denen sich Einbrecher untereinander Tipps geben, ob es dort etwas zu holen gibt. Bei Einbrecherbanden kann so z. B. der "Beobachter", der die Gewohnheiten der Bewohner ausgekundschaftet hat, Mittätern seine Beobachtungen über die Markierungen mitteilen.

Gaunerzinken sind allgemein schwer zu erkennen. Oft stellten sich die der Polizei gemeldete Zeichen als (Kinder-)Kritzeleien heraus.

Bei der Polizei tauchen auch immer wieder Meldungen von Ästen, Haaren oder Flaschen auf, die an Zäunen oder in Türen steckten. Auch schwarze Punkte an Briefkästen, Aufkleber auf Fahrrädern, mit durchsichtigem Klebeband zugegeklebte Türschlösser, verrückte Fußmatten und Blumenkübel oder Steine vor der Haustür wurden gemeldet. Ob das aber wirklich Geheimzeichen sind, kann man meist nicht genau sagen.

In Ostfriesland tauchten jedenfalls im Juni 2015 Haare in einigen Haustüren und auch Zeichen an Häusern auf.

Wichtig: Ihr solltet Zeichen, die euch verdächtig vorkommen, nicht berühren, dort belassen und die Polizei benachrichtigen. Kreidespuren zum Beispiel oder Fingerabdrücke können der Polizei helfen, die (möglichen) Einbrecher zu identifizieren. Oder überhaupt erst einmal zeigen, das sich Einbrecherbanden in eurer Gegend aufhalten.

Wenn die Polizei allerdings nicht sofort vorbeikommen kann und ihr Sorge habt, dass die Zeichen die Einbrecher anlocken, macht ein Foto davon und entfernt die Zeichen.

Wenn ihr Zeichen bei euch bemerkt, solltet ihr auf jeden Fall auch die Nachbarn befragen, ob ihnen fremde Personen in der Gegend oder ebenfalls Zeichen aufgefallen sind.


Hier zeigen wir euch ein paar Beispiele für Gaunerzinken:


Diese Zeichen werden mit Kreide an Hauswände, -türen, -wänden, Gartenzäunen, Masten, Klingeln, Briefkästen oder auf Türzargen gemalt.

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gaunerzinken_3a.png


Das digitale Zeitalter hat übrigens eine weitere Nutzung der Kreidezeichen hervorgebracht: sogenanntes WarChalking zeigt Kennern, wo ein freies WLAN zur Verfügung steht. Aufgespürt werden die Hotspots durch sogenannte WarWalker oder WarDriver, die zu Fuß oder mit dem Auto suchen und dann die Häuser kennzeichnen.