Gutes Benehmen ist in!

Welche Regeln gelten noch?

Gute Umgangsformen sind immer gefragt und wurden bereits 1788 von Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge aus Bredenbeck bei Hannover postuliert.
Doch im Lauf der Zeit hat sich ja auch unsere Gesellschaft gewandelt. Welche Kniggeregeln gelten aber heute noch? Und welche Regeln gibt es in der digitalen Welt? Alles rund um höfliche Umgangsformen erfahrt ihr hier.

Gutes Benehmen im Alltag

Dekorationsregeln beim Essen und Tischmanieren

  • Die Regeln der Tischordnung legen unter anderem fest, dass Männer und Frauen möglichst abwechselnd sitzen sollen. Verlobte dürfen dabei nebeneinander sitzen, Ehepaare nicht.
  • Ihr solltet das Besteck so hinlegen, dass Gabel und Löffel links vom Teller liegen und Messer rechts. Das zuerst benötigte Besteck liegt ganz außen.
  • Seid ihr mit dem Essen fertig, legt ihr das Besteck parallel auf den Teller. Dabei zeigt der Gabelrücken nach unten und das Messer liegt mit der Schneide zur Gabel diagonal "auf fünf Uhr". Legt ihr nur eine kurze Essenspause ein, signalisiert ihr dies durch gekreutzes Besteck, wobei der Gabelrücken nach oben zeigt.
  • Die Gläser stehen immer oberhalb der Messer. Ganz rechts steht das Wasserglas, links daneben Weingläser und gegebenenfalls ein Glas für das Dessert. Gläser solltet ihr beim Trinken immer am Stiel anfassen, Ausnahmen bilden da Wasser-, Cognac- oder Whiskeygläser.
  • Die Tischdekoration solltet ihr so wählen, dass der Blick auf das Gegenüber nicht verdeckt ist.
  • Beim Essen solltet ihr aufrecht und gerade sitzen und beide Arme bis zum Handgelenk auf dem Tisch halten.
  • Mit Servietten solltet ihr euch ausschließlich den Mund abtupfen. Sie gehört auf den Schoss und nicht in den Ausschnitt. Nach dem Essen solltet ihr die Serviette links neben dem Teller liegen lassen und nicht etwa zusammengeknüllt auf den Teller legen.
  • Damit ihr nicht mit vollem Mund sprechen müsst, wenn eine Frage gestellt wird, empfiehlt es sich, kleine Portionen zu essen.
  • Euer Brot solltet ihr im Restaurant mit der Hand in kleine Stücke brechen und dann mit dem Messer beschmieren.
  • Zuprosten ist etwas aus der Mode gekommen. Wenn überhaupt wird nur mit Sekt oder Wein angestoßen. Im engen und persönlichen Umfeld darf jedoch angestoßen werden.

Kommunikation und Begrüßungen

  • Wenn ihr volljährig seid, habt ihr das Recht, mit "Sie" angesprochen zu werden. Vorgesetzte werden natürlich auch gesiezt, solange kein "Du" angeboten wurde.
  • Im privaten Bereich bietet der Ranghöhere dem Rangniederen das "Du" an. Ist die Rangordnung gleich, bietet die Frau das Duzen an.
  • Wenn ihr jemanden begrüßt, den ihr nicht so gut kennt, solltet ihr immer mindestens eine Unterarmlänge Abstand halten.
  • Schüttelt ihr zur Begrüßung jemandem die Hand, reicht immer der Ranghöhere oder Ältere die Hand. Im privaten Bereich reicht die Frau zuerst die Hand. Bei einer Personengruppe begrüßt ihr zuerst bekannte Personen und dann stellt ihr euch den Anderen vor.
  • Der Händedruck sollte nicht zu lasch und nicht zu kräftig sein. Außerdem solltet ihr die Arme nicht schütteln und eurem Gegenüber in die Augen schauen und lächeln.
  • Zur Begrüßung sagt ihr am besten "Guten Tag", denn das passt immer. In vertrauten Kreisen könnt ihr euch natürlich auch mit einem "Hallo" oder Ähnlichem begrüßen. Zur Verabschiedung ist "Auf Wiedersehen" immer passend.
  • Auch in der Öffentlichkeit solltet ihr grüßen, zum Beispiel im Wartezimmer oder im Zugabteil. Hier reicht allerdings ein Grußwort oder ein kurzes Kopfnicken.
  • Personen, die mehrere Titel haben, solltet ihr immer mit dem Höchsten angesprochen. Doppelnamen solltet ihr ganz aussprechen, außer derjenige benutzt selbst nur einen Namen.
  • Der Mann hält der Frau immer die Tür auf und sie hat immer den Vortritt. Im Restaurant wartet die Frau kurz nach Eintritt auf den Mann und lässt sich von ihm zum Platz begleiten.
  • Geht ihr eine Treppe hoch, sollte die Frau vor dem Mann gehen, damit er ihr gegenenfalls behilflich sein kann. Beim Heruntergehen der Treppe geht der Mann vor, damit er die Frau im Notfall auffangen kann.

E-Mails, Visitenkarten und Autofahrten

  • In Briefen oder E-Mails, bei denen ihr mehrere Personen anschreibt, muss die Hierarchie beachtet werden. Dabei gilt, der Ranghöhere wird zuerst genannt. Ist die Hierarchieebene gleich, wird zuerst die Frau genannt.
  • Wenn ihr eine Visitenkarte erhaltet, solltet ihr einen interessierten Blick darauf werfen und nicht einfach achtlos wegstecken.
  • In der Öffentlichkeit solltet ihr kein "Gesundheit" sagen, wenn jemand niest.
  • Fahrt ihr in einem Auto, sitzt der Ranghöchste oder Ehrengast immer hinten rechts, sein wichtigster Ansprechpartner daneben. Derjenige, der das Taxi bezahlt, sitzt immer vorne. Seid ihr der Fahrer, ist es im geschäftlichen Bereich immer höflich, den Mitfahrern die Tür aufzuhalten.

Regeln in der digitalen Welt

  • Ignoriert Rechtschreibfehler von anderen, außer euer Name ist falsch geschrieben. Um das bei euch selbst zu verhindern, benutzt am besten "Copy & Paste", um einen Namen nicht falsch zu schreiben.
  • Haltet Dateianhänge so klein wie möglich, denn große Datenmengen verstopfen das Postfach.
  • Benutzt beim ersten Kontakt eine korrekte Anrede und Grußformel. Später könnt ihr lockerer formulieren.
  • Die Verwendung von GROSSBUCHSTABEN gilt in der digitalen Welt als "Schreien" und ist zu vermeiden.
  • Mit einem kurzen Telefonanruf könnt ihr euch viele frustrierende E-Mails sparen.
  • Persönlich addressierte E-Mails, besonders wenn sie fragen oder die Bitte um Rückmeldung enthalten, sollten in einem angemessenen Zeitraum beantwortet werden.
  • Eure Statusmeldungen in Sozialen Netzwerken sollten relevant für eure Anhänger sein.
  • Akzeptiert, wenn eure Freundschaftsanfragen in Sozialen Netzwerken abgelehnt oder nicht beachtet wird und überlegt gut, mit wem ihr digital befreundet sein möchtet.
  • Ihr könnt am Tisch gerne eine SMS schreiben, solange dies alle am Tisch ebenfalls machen.
  • Googelt eure Mitmenschen nicht, bevor ihr sie zum ersten Mal trefft, sondern lasst euch lieber persönlich überzeugen.
  • Eure E-Mail-Adresse sollte seriös sein, denn der erste Eindruck zählt. Auch euren Handyklingelton solltet ihr bewusst und eher dezent wählen.
  • In Briefen oder E-Mails in denen ihr mehrere Personen anschreibt, muss die Hierarchie beachtet werden. Dabei gilt, der Ranghöhere wird zuerst genannt. Ist die Hierarchieebene gleich, wird zuerst die Frau genannt.
  • Das Netz vergisst nie!


Mehr Leitlinien für die digitale Welt findet ihr auf www.eetiquette.de.