Weihnachtsbräuche der Welt!

Wo wird wie gefeiert?

Wie wird eigentlich auf der Welt Weihnachten gefeiert? So wie in Deutschland mit Baum und Gänsebraten oder ganz anders, wenn es z. B. gar nicht kalt ist? Wir haben euch einige Beispiele zusammengestellt.


In Deutschland beginnt die Weihnachtszeit mit dem ersten Advent und endet je nach Konfession entweder am 6. Januar oder dem darauffolgenden Sonntag, dem Fest der Taufe des Herrn.
Viele Familien besuchen an Heiligabend einen Gottesdienst oder sehen sich ein Krippenspiel an. Anschließend kehrt man nach Hause zurück, wo unter dem Weihnachtsbaum die Bescherung stattfindet.
Der Weihnachtsbaum war bis ins 18. Jahrhundert ausschließlich an Fürsthöfen zu finden; nach und nach übernahm die bürgerliche Oberschicht diesen Brauch. Heute spielt er die zentrale Rolle der familiären Weihnachtsfeier. Nachdem die Kerzen des Baumes angezündet wurden, werden traditionelle Weihnachtslieder gesungen.
Die Geschenke werden in vielen Familien ausgepackt, bevor man sich gemeinsam am Tisch versammelt, um zu essen.
Das Weihnachtsessen besteht zumeist aus einer Gans mit Rotkohl und Klößen, Karpfen mit Salzkartoffeln und Gurkensalat oder Meerrettichsauce sowie Weihnachtsgebäck.
In manchen Regionen wird dies erst am 1. Weihnachtsfeiertag gegessen, während an Heiligabend selbst Würstchen mit Kartoffelsalat oder Eintöpfe serviert werden.


In Italien werden die Kinder bereits am 13. Dezember von Santa Lucia, der Lichterkönigin, beschenkt. Santa Lucia liebte die Armen und tat ihnen viel Gutes, so dass noch heute ihr Andenken mit einer Mahlzeit gefeiert wird, mit Kichererbsenbrei, der billig und sättigend ist und früher als Speise der Armen galt.
Am 23. Dezember verkleiden sich die Kinder als Schäfer und ziehen singend von Tür zu Tür, wofür sie etwas Geld oder Süßigkeiten bekommen. An dem Tag wird gefastet, bevor es am 24. Dezember ein großes Festmahl gibt, zu dem sich die ganze Familie versammelt. Es wird Fisch, Gemüse, Truthahn und der Weihnachtskuchen Panettone gereicht.
Am 25. Dezember findet die Bescherung statt; das Christkind legt die Geschenke vor die Schlafzimmertüren der Kinder.
Am 6. Januar gibt es dann noch einmal Geschenke, dieses Mal von der guten Hexe Befana; die Kinder hängen ihre Strümpfe an den Kamin oder stellen ihre Schuhe vor die Tür, die von der Hexe gefüllt werden. Angeblich tut sie dies, weil sie in allen Häusern das neugeborene Jesuskind vermutet und ihn, ähnlich wie die Heiligen drei Könige, reich beschenken will.


In England ist Weihnachten ein Fest des Fernsehens. Vor allen Dingen die Weihnachtsansprache der Queen erfreut sich großer Beliebtheit, gefolgt von klassischen Weihnachtsfilmen.
An Heiligabend steht ein stundenlanges Essen mit der ganzen Familie auf dem Programm, das traditionell aus Truthahn, Plumpudding und Eierpunsch besteht.
Nach dem Essen hängen die Kinder ihre Strümpfe an den Kamin, die in der Nacht des 24. Dezembers von Father Christmas gefüllt werden. Am 25. Dezember findet die Bescherung statt. Oftmals ziehen die Kinder anschließend durch die Nachbarschaft und singen alte englische Weihnachtslieder.


In den USA ist das Weihnachtsfest eines der wichtigsten Feste überhaupt. Die Häuser werden häufig nach dem Motto „Je mehr, desto besser“ dekoriert und in den Nachbarschaften entbrennen regelrechte Wettbewerbe um das am opulentesten geschmückte Haus.
An Heiligabend gibt es Truthahn, gebackenen Schinken und Unmengen süßer Beilagen, die Bescherung findet am Tag darauf statt.


Das Weihnachtsfest in Australien gilt als das verrückteste der ganzen Welt. Europäische Traditionen vermischen sich hier mit südländischer Partystimmung.
Viele Australier verbringen Heiligabend picknickend am Strand, wo Santa Claus nur mit Badehose und Bart bekleidet auf einem Jetski die Geschenke bringt. Deutsche Einwanderer brachten die Tradition des Weihnachtsbaums mit sich, der den traditionellen Mistelzweig verdrängte. Die meisten australischen Weihnachtsbäume sind heute allerdings aus Plastik oder aufblasbar. 


In Russland wird erst in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar Weihnachten gefeiert. Dies liegt daran, dass sich die Menschen im alten Zarenreich nach einem anderen Kalender richteten. Nach der Oktoberrevolution wurde der gregorianische Kalender zwar eingeführt, die Kirche weigert sich jedoch bis heute, diese Kalenderreform zu übernehmen, weswegen die 13 Tage Differenz in der Zeitrechnung noch immer bestehen.
Weihnachten in Russland unterscheidet sich extrem vom dem des restlichen Europas. Es gibt weder Weihnachtslieder noch einen Weihnachtsmann. Man besucht am 6. und 7. Januar Freunde, denen man kleine Geschenke macht oftmals etwas selbst Gebackenes oder Gebasteltes. Anschließend singt und isst man gemeinsam, meist traditionelle russische Salate und Kutja, ein sehr altes, breiähnliches Gericht aus Getreide, Honig, Rosinen und Mohn.


In Island feiert man von Heiligabend bis zum Dreikönigstag Weihnachten. Dieser lange Zeitraum hängt mit der Sage der dreizehn Weihnachtszwerge zusammen, die den Kindern ihre Geschenke bringen. Der erste taucht 13 Tage vor Heiligabend, der letzte an Heiligabend selbst auf. Am ersten Weihnachtstag verschwindet der erste, der letzte am Dreikönigstag.
An Heiligabend werden Weihnachtsschaf, Rauchfleisch und Würstchen gegessen; dazu wird selbstgebrautes Bier getrunken.
Wegen Baummangel wurden früher Bäume aus Holzteilen gebaut, grün angestrichen und geschmückt. Heutzutage werden die Bäume meist vom Festland importiert.


Weihnachten ist in Japan weniger wichtig als der Neujahrstag, aber Dank westlicher Einflüsse und dem kommerziellen Sektor dennoch sehr populär.
Anfang des 20. Jhd. waren christliche Messen an Heiligabend erlaubt, während des Zweiten Weltkriegs wurden die Feiern verboten. Seit 1960 ist Weihnachten auch bei den Japanern ein beliebtes Fest, jedoch größtenteils ohne die religiöse Komponente.
Zwar wird an Heiligabend eine weiße, mit Erdbeeren garnierte Weihnachtstorte serviert, die eine Geburtstagstorte für das Christkind darstellen soll, ansonsten ist Weihnachten aber eher ein Fest der Freundschaft. Es werden viele Partys gefeiert. Pärchen tauschen an diesem Abend oftmals kleine Geschenke aus.