Vogelgrippe in Niedersachsen!

Jedes Jahr aufs Neue ist die Vorgelgrippe in den Nachrichten, Ställe müssen gesperrt und oft auch Tiere getötet werden. Das ist schlimm, aber ist sie auch für den Menschen gefährlich? Alle Infos dazu findet ihr hier.


Die sogenannte Geflügelpest ist eine durch Viren hervorgerufene Tierseuche, die Hühner, Puten, Gänse und Enten, aber auch andere Vögel befällt. Man geht im Moment davon aus, dass wild lebende Enten, Tauben und andere Wasservögel, die meist selbst nicht schwer erkranken, das Virus übertragen. Das ist besonders fatal, da diese Vögel teilweise weite Strecken zurücklegen und das Virus so weit verbreiten können.

Den ersten wissenschaftlich dokumentierten Ausbruch von H5N8 gab es 1983 in Irland. In Deutschland wurde der Influenza-Virus erstmals Anfang November 2014 in einem großen Mastputenbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen.


Geflügelpest in Niedersachsen 2016:

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat, um die neuen Biosicherheitsmaßnahmen für Geflügelhalter zu unterstützen, am 21.11.2016 ein Bürgertelefon geschaltet: 0441 57026-444. Diese Infohotline soll insbesondere Geflügelhaltern bei der Umsetzung der neuen Vorschriften unterstützen.

Zu Fragen rund um das Thema Geflügelpest wurde derweil auch im Landkreis Cloppenburg ein Info-Telefon eingerichtet: unter der Durchwahl 04471/15-479 bekommt ihr alle Infos.


Sperrgebiete der Region Hannover im November 2016:

  • In der Gemeinde Isernhagen die Ortsteile Hohenhorster-, Kircher-, Niedernhägener-Bauernschaft, Farster Bauernschaft begrenzt im Osten durch die A7
  • In der Stadt Langenhagen die Ortsteile Kaltenweide und Krähenwinkel mit allen Teilgebieten, Langenhagen Kernstadt begrenzt im Süden durch die Autobahn A2 und im Westen durch die Flughafenstraße und die Eckverbindung Hannover-Nord A352
  • Im Gebiet der Landeshauptstadt Hannover der Stadtteil Isernhagen-Süd begrenzt im Süden durch die Autobahn A2

Beobachtungsgebiet der Region Hannover im November 2016

  • In der Gemeinde Wedemark die OrtsteileBissendorf, Gailhof, Mellendorf, Resse, Scherenbostel, Wennebostel, jeweils mit allen Teilgebieten.
  • In der Stadt Burgwedel die Ortsteile Klein- und Großburgwedel, Oldhorst, Thönse, jeweils mit allen Teilgebieten.
  • In der Stadt Garbsen der Ortsteil Stelingen, östliche Teile des Ortsteils Berenbostel begrenzt im Westen durch die Straßen Im Fuchsfeld, Weschener Allee, Am Hechtkamp und östliche Teile des Ortsteils Heitlingen begrenzt im Westen durch die Stelinger Straße.
  • In der Gemeinde Isernhagen die Ortsteile Kirchhorst, Altwarmbüchen, Neuwarmbüchen jeweils mit allen Teilgebieten soweit nicht bereits Sperrbezirk.
  • In der Stadt Langenhagen die Ortsteile Engelbostel, Godshorn und Schulenburg jeweils mit allen Teilgebieten, Langenhagen Kernstadt soweit nicht bereits Sperrbezirk.
  • In der Landeshauptstadt Hannover schließt sich das Beobachtungsgebiet im Norden an den Sperrbezirk entlang der Stadtgrenze Richtung Westen bis zur Bundesstraße B6 an. Im Westen wird das Beobachtungsgebiet durch die B6 begrenzt, ab der Schwanenburgbrücke durch die Leine und die Ihme; ab Benno-Ohnesorg-Brücke durch Gustav-Bratke-Allee, Lavesallee, Friedrichswall, Aegidientorplatz, Marienstraße, Am Südbahnhof, Bischofsholer Damm, Bemeroder Straße; schließlich durch die Güterumgehungsbahnstrecke Richtung Osten bis zur Stadtgrenze östlich von Misburg; von dort stellt dann Richtung Norden die Stadtgrenze auch die östliche Begrenzung des Beobachtungsgebietes bis zum Beginn des Sperrbezirks an der A2 dar.

Quelle: Landeshauptstadt Hannover und Region Hannover via www.hannover.de


Welche Gebiete werden gesperrt, wenn ein kranker Vogel gefunden wurde?

Es gibt einen Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet.

Im Sperrgebiet, das 3 Kilometer um den Fundort herum liegt, gilt Folgendes:

  • Vögel, Eier, frisches Fleisch, Hackfleisch, Fleischerzeugnisse und -zubereitungen dürfen den Sperrbezirk nicht verlassen
  • Auch tierische Nebenprodukte, das sind z. B. Reststoffe, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind
  • An den Ein- und Ausgängen der Ställe müssen Matten oder sonstige saugfähige Bodenauflagen ausgelegt und mit einem wirksamen Desinfektionsmittel getränkt werden – diese müssen feucht gehalten werden
  • Betriebsfremde Personen dürfen die Ställe nicht betreten
  • Gehaltene Wildvögel dürfen nicht frei gelassen werden
  • Die Jagd auf Federwild ist verboten
  • Geflügel darf nur auf Straßen oder Schienen transportiert werden, wenn das Fahrzeug nicht anhält und nicht entladen wird

Das Beobachtungsgebiet hat einen Radius von mindestens zehn Kilometern um den Fundort des toten Vogels. Dort gilt

  • Gehaltene Vögel dürfen das Gebiet nicht verlassen
  • Federwild darf nur mit Genehmigung gejagt werden

Hunde und Katzen dürfen weder im Sperrbezirk noch im Beobachtungsgebiet frei herumlaufen, wenn sie nicht angeleint sind.

Für das Beobachtungsgebiet in Hannover dürfen Hunde und Katzen aktuell allerdings an Stellen frei herumlaufen, die mindestens 50 Meter von natürlichen und künstlichen Gewässern entfernt liegen.


Was bedeutet die Bezeichnung H5N8?
Grippe-Viren tragen bestimmte Eiweiße auf ihrer Oberfläche, die Hämagglutinase (kurz H) und Neuraminidase (kurz N) heißen. Von diesen Proteinen sind bisher 16 verschiedene H und 9 verschiedene N bekannt. Nach der Anzahl der Proteine werden sie dann auch benannt.
Bisher wurde bei H5N1, H5N6, H7N2, H3N2, und H7N9 eine Übertragung auf Menschen festgestellt.


Wie findet eine Ansteckung statt?
Die Vogelgrippe verbreitet sich wie andere Viren auch durch Tröpfcheninfektion über die eingeatmete Luft oder über Kot. Sie überleben bis zu 105 Tage in Flüssigmist, 20 bis 35 Tage in Kot und Geflügelfleisch oder Eiern.


Gefahr für den Menschen:
Nach bisherigen Erkenntnissen ist eine Übertragung ausgeschlossen, wenn das Geflügel und die Eier durchgegart wurden.
Bei einer Infektion mit der Vogelgrippe heften sich die Viren an Zellen des Atemtraktes, die Epithelien. Diese sind bei Menschen und Vögeln sehr verschieden. Eine Ansteckung ist somit nur in Ausnahmen und bei extrem engen Kontakt mit den kranken Tieren möglich.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher noch nicht beobachtet.


Wie kann man sich schützen?

  • Fasst keine kranken und toten Wildvögel (vor allem Wasser- oder Zugvögel) an
  • informiert das Veterinäramt, die Gemeinde oder den Landkreis, wenn ihr kranke Tiere seht
  • Bratet oder kocht Geflügelfleisch und Eier immer gut durch, da das Virus auch das Einfrieren überlebt
  • wascht euch immer gründlich die Hände, wenn ihr rohes Geflügelfleisch berührt habt.
  • Messer und Schneidebrett nach der Benutzung direkt mit heißem Wasser und Spülmittel abwaschen – keinesfalls ungewaschen für andere Lebensmittel verwenden
  • Verpackungen, benutze Tücher und Abwaschwasser sofort entsorgen

Wie erkennt man, ob Tiere krank sind?
Die Tiere sind apatisch, haben Fieber, atmen schwer und haben Ödeme an Kopf, Hals, Kamm, Kehllappen, Beinen und Füßen. Außerdem äußert sich die Krankheit durch Blauverfärbung der Haut und der Schleimhäute, wässerigen, grünlichem Durchfall und eine sonderbare Haltung des Kopfes.


Was wird mit den betroffenen Tieren getan?
Bei Ausbrüchen wird regelmäßig der gesamte Tierbestand der betroffenen Halter getötet. Die Kadaver werden verbrannt, um eine Übertragung auf andere Tierbestände zu verhindern.
Seit 2004 wurden in Deutschland bisher wegen der Vogelgrippe 1,2 Millionen Tiere getötet, über 45% davon in Niedersachsen.


Gibt es eine Impfung?
Die Tiere könnten wie Menschen durch eine vorbeugende Impfung vor der Geflügelpest geschützt werden. Verhindert wird dabei aber bisher nur die Erkrankung der geimpften Tiere, sie können weiterhin zu Virusträgern werden und sie weiterverbreiten.