Mitangeklagte von Beate Zschäpe!

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Neben Beate Zschäpe werden in dem Verfahren noch vier weitere Männer angeklagt.

Ralf Wohlleben (geb. 1975), Fachinformatiker für Systemintegration, zählt zu den führenden Neonazis im Freistaat Thüringen. Er war stellvertretender Landesvorsitzender und Pressesprecher der NPD Thüringen sowie Vorsitzender des Kreisverbandes der NPD Jena. Seit September 2010 ist er nicht mehr Mitglied der NPD.
Mitte der 90 Jahre hatte er gemeinsamen mit Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe die Kameradschaft Jena gegründet und war mit ihnen im Thüringer Heimatschutz aktiv.
Er soll die Flucht des Trios finanziell unterstützt und die Pistole besorgt haben, mit der nachweislich sechs der NSU-Morde begangen wurden und die ein Kurier „in seinem Auftrag zu den NSU-Mitgliedern brachte“.
Bislang schweigt er gegenüber den Ermittlern und ist der einzige mutmaßliche NSU-Helfer, der nach wie vor in Untersuchungshaft in München sitzt.


André E. (geb. 1979), Maurer, ist überzeugter Nationalsozialist. Er hat "Die Jew Die", ein Horst-Wessel-Porträt, eine Schwarze Sonne aus drei übereinandergelegten Hakenkreuzen und einen Wehrmachtssoldaten tätowiert. Er hat bereits 1999 eine Wohnung in Chemnitz für das Trio gemietet und beschaffte 2009 unter anderem Bahncards mit seinem Namen und dem seiner Frau Susann für sie.
Ihn ruft Beate Zschäpe am 4.11.2011 an, nachdem Böhnhardt und Mundlos tot sind und sie die Wohnung in Zwickau in Brand gesetzt hat. Es wird angenommen, dass sie die 4 Tage, die vergehen bis sie sich bei der Polizei stellt, bei Andre E. und seiner Frau verbracht hat.
Die Ermittler vermuteten zuerst, er könnte auch das Bekennervideo der NSU erstellt haben. Er mietete diverse Wohnmobile für die Raubüberfälle und für den Sprengstoffanschlag in Kölner im Dezember 2000. André E. schweigt und wurde wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung, Beihilfe zum versuchten Mord und wegen Beihilfe zum Raub angeklagt.


Holger G. (geb. 1974) gilt nach Erkenntnissen des niedersächsischen Verfassungsschutzes als Mitläufer der rechten Szene.
Laut Anklage gab er seine Geburtsurkunde, seinen eigenen Reisepass, seine Krankenversichertenkarte und seinen Führerschein an Uwe Böhnhardt weiter. Außerdem soll er der oben genannte Kurier der Waffe gewesen sein.
G. hat umfassend zu seinen Kontakten in die Neonaziszene und zur NSU ausgesagt. Deshalb befindet er sich seitdem in einem Zeugenschutzprogramm des Bundeskriminalamtes.


Carsten S. (geb. 1970), Kfz-Lackierer, soll für Wohlleben 1999 oder 2000 die Ceska Pistole für 2.500 DM und für das Trio Papiere und Quartiere besorgt und Spenden gesammelt haben. Auch er war im Thüringer Heimatschutz aktiv, war führendes Mitglied der Jenaer NPD auf und saß im Bundesvorstand der Jungen Nationaldemokraten. Seit 2003 beteiligt er sich an keinen politischen Aktionen mehr. Er beginnt ein Studium der Sozialpädagogik, engagiert sich im Schwulenreferat der Düsseldorfer Fachhochschule und arbeitet in der Düsseldorfer Aidshilfe.
Nachdem er von den NSU Ermittlungen gehört hat, vertraut er sich einem Anwalt an und begründet seine Unterstützung damit, sich in Böhnhardt verliebt zu haben. Wegen seiner ausführlichen Aussagen befindet er sich ebenfalls im Zeugenschutzprogramm.