Wie funktioniert die US-Wahl 2016?

Die Wahlen in den USA haben immer auch weltweite Auswirkungen und besonders der aktuelle Wahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump erhält auch hier besondere Aufmerksamkeit.


Infografik: Trump wird 45. US-Präsident | Statista

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Aber nicht nur der Wahlkampf, sondern auch das ganze Wahlsystem in den USA unterscheidet sich sehr von dem in Deutschland.

Wer darf wählen?
Wahlberechtigt ist man wie bei uns ab 18 Jahren. Häftlinge und ehemalige Gefängnisinsassen, denen das Bürgerrecht aberkannt wurde, haben kein Stimmrecht.

Man bekommt in den USA allerdings nicht wie bei uns automatisch eine Wahlkarte zugeschickt. Jede/r, der oder die wählen möchte, muss sich vorher registrieren. Wie das genau geht, ist von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich: in Oregon gibt z. B. ausschließlich Briefwahl und in einigen anderen gibt es Early Votings lange Zeit vor dem eigentlichen Wahltag.
US-Bürger im Ausland können ihre Wahlunterlagen in dem Bundesstaat bekommen, in dem sie zuletzt wohnten.

Das hört sich schwierig an, ist es aber nicht, wie ihr in diesem Video sehen könnt ;-)


Die Kandidaten für das Präsidentenamt 2016:
Hillary Clinton für die Demokratische Partei (Vize: Tim Kaine)
Donald Trump für die Republikanische Partei (Vize: Mike Pence)
Gary E. Johnson für die Libertäre Partei (Vize: William Weld)
Jill Stein für die Grüne Partei (Vize: Ajamu Baraka)
Darrell Castle für die Constitution Party (Vize: Scott N. Bradley)
Evan McMullin als unabhängiger Kandidat (Vize: Mindy Finn)


Der Wahltag:

Auch bei uns wählen wir ja Kanzler oder Kanzlerin nicht direkt, sondern der Bundestag, der aus den Abgeordneten besteht, die wir gewählt haben.

Der Präsident oder die Präsidentin der USA werden auch nicht direkt vom Volk gewählt, sondern durch das Electoral College. Dieses Wahlmännerkollegium besteht für diese Wahl aus 538 Personen. Obwohl also auf den Stimmzetteln die Namen der Kandidaten für das Präsidenten- und Vizepräsidentenamt stehen, wählen die Wahlberechtigten eigentlich die Wahlmänner.

Jeder Bundesstaat kann so viele Wahlmänner stellen, wie er Vertreter in beiden Häusern des Kongresses hat. D. h. auf 538 Wahlmänner kommt man, weil das Repräsentantenhaus 435 und der Senat derzeit 100 Abgeordnete hat. Der Bundesdistrikt Washington darf zusätzlich 3 Wahlmänner stellen. Es wählen also nicht die Abgeordneten des Kongesses oder des Senats den Präsidenten oder die Präsidentin, sondern neu gewählte Personen.

In den meisten US-Bundesstaaten und dem Bundesdistrikt gilt das Mehrheitswahlrecht. Dadurch erhält der Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereint, alle dem Bundesstaat zugeteilten Wahlmänner, während die anderen Kandidaten leer ausgehen. Die einzigen Ausnahmen sind Maine und Nebraska.

In einigen Bundesstaaten sind die Wahlmänner eigentlich frei in ihrer Entscheidung, für welchen Kandidaten sie ihre Stimme abgeben. In der Praxis werden in jedem Staat aber nur die Unterstützer des Präsidentschaftskandidaten, der dort die meisten Stimmen gewonnen hat, auch als Wahlmänner entsandt.

Im Extremfall kann der Präsidentschaftskandidat, der bundesweit die meisten Stimmen auf sich vereint, die Wahl dennoch verlieren, weil sein Konkurrent mehr Wahlmännerstimmen erhält. Das trat in der Geschichte der USA viermal ein.

Warum es die Wahlmänner genau gibt, könnt ihr euch in diesem Erklär-Video ansehen:


Die eigentliche Präsidentenwahl:
Sie findet am 19. Dezember 2016 statt, wenn die Wahlmänner ihre Stimmen abgeben. An diesem Tag treffen sich die Wahlmänner in den jeweiligen Hauptstädten ihrer Bundesstaaten.
Die Stimmen werden versiegelt und am 3. Januar vor einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses ausgezählt. Da aber ja feststeht, welche Wahlmänner welcher Staat entsandt hat und wen sie wählen werden, steht das Ergebnis meist schon am Wahlabend fest.

Für die Wahl am 8. November 2016 sieht die Verteilung der Wahlmänner so aus:

Bundesstaat Wahlmänner
Kalifornien 55
Texas 38
Florida 29
New York 29
Illinois 20
Pennsylvania 20
Ohio 18
Georgia 16
Michigan 16
North Carolina 15
New Jersey 14
Virginia 13
Washington 12
Arizona 11
Indiana 11
Massachusetts 11
Tennessee 11
Maryland 10
Minnesota 10
Missouri 10
Wisconsin 10
Alabama 9
Colorado 9
South Carolina 9
Kentucky 8
Louisiana 8
Connecticut 7
Oklahoma 7
Oregon 7
Arkansas 6
Iowa 6
Kansas 6
Mississippi 6
Nevada 6
Utah 6
Nebraska 5
New Mexico 5
West Virginia 5
Hawaii 4
Idaho 4
Maine 4
New Hampshire 4
Rhode Island 4
Alaska 3
Delaware 3
Montana 3
North Dakota 3
South Dakota 3
Vermont 3
Wyoming 3
Washington, D.C. 3