Urlaub mit Haustier!

Euer Hund oder eure Katze soll auch unbedingt mit in den Urlaub, aber ihr wißt nicht genau welche Einreisebedingungen ihr beachten müsst und wie ihr dafür sorgt, dass die Tiere die Reise gut überstehen? Wir haben euch hier alle Infos darüber zusammengestellt, was ihr bei An- und Abreise und im Ausland beachten müsst.

EU-Einreisebestimmungen:
Seit 2004 gilt eine EU-Verordnung über die Ein- und Ausfuhr von Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) zwischen EU-Mitgliedsstaaten. Darauf müsst ihr im Einzelnen achten:

  • Bei Reisen im europäischen Ausland braucht ihr für Hund, Katze oder Frettchen einen EU-Heimtierausweis, auf dem vermerkt ist, dass die letzte Tollwutimpfung nicht länger als 36 Monate zurück liegt, mindestens aber 30 Tage alt ist.
  • Eure Haustiere müssen mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein, der der ISO-Norm 11784 oder 11785 entspricht. Bei Tieren, die vor dem 4.7.2004 mit einer gut lesbaren Tättowierung gekennzeichnet wurden, wird auch diese weiterhin akzeptiert.
  • Wenn ihr privat verreist, dürft ihr maximal fünf Tiere mitnehmen.
  • Haustiere, die jünger als 3 Monate alt und nicht geimpft sind, dürfen nur reisen, wenn sie gechippt sind und ein Tierarzt bestätigen kann, dass sie nicht mit wild lebenden Tieren in Kontakt gekommen sind. Wenn das junge Tier noch von seiner Mutter abhängig ist und von ihr begleitet wird, muss nur diese die EU-Einreisebedingungen erfüllen.

Sonderregelungen:
In manchen Ländern gelten neben den EUweiten Regelungen zusätzlich auch noch nationale Gesetze. Hier findet ihr die wichtigsten Sonderregeln im Überblick:

Belgien:
Hier gibt es eine allgemeine Leinenpflicht. Außerdem können euch einzelne Gemeinden dazu auffordern, eurem Hund einen Maulkorb anzulegen.

Dänemark:
Vom 1. April bis 30. September besteht an den Stränden Leinenpflicht, im Wald sogar ganzjährig. Außerdem dürfen einige Hunderassen nicht einreisen, wenn sie nach dem 17. März 2010 angeschafft wurden. Auf der Liste der verbotenen Hunde stehen unter anderem der Pitbull-Terrier, der Amerikanische Staffordshire Terrier und die Amerikanische Bulldogge.

Finnland / Großbritannien / Irland / Malta:
Wenn ihr mit eurem Hund oder eurer Katze in diese Länder einreist, müssen sie 24 bis 120 Stunden vor der Einreise mit Praziquantel, einem Mittel gegen Fuchsbandwürmer, behandelt worden sein. Die Behandlung muss im EU-Heimtierausweis eingetragen worden sein.

Frankreich:
Gefährliche Hunde werden in Frankreich in zwei Kategorien eingeteilt. Tiere aus der Kategorie 1 dürfen nicht einreisen. Hunde aus Kategorie 2 müssen einen Maulkorb tragen und angeleint werden. Zudem müssen Hunde, die länger als drei Monate bleiben, identifiziert und in einem innerstaatlichen Register eingetragen werden. Außerdem ist eine Tollwut Impfung Pflicht!

Großbritannien:
Der Dangerous-Dog-Act ist ein in Großbritannien geltendes Gesetz, das das Halten und Einführen von Hunden verbietet, die zum Kämpfen gezüchtet werden.

Kroatien
Ihr braucht eine Bestätigung der Freiheit von ansteckenden und meldepflichtigen Krankheiten sowie ein Tierärztliches Gesundheitszeugnis. Außerdem gibt es für bestimmte Rassen die Leinen- und Maulkorbpflicht. Folgende Rassen sind betroffen: Dobermann, American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pit Bull Terrier, Rottweiler, Dogge, Deutscher und Belgischer Schäferhund, japanische Kampfhunde, Mastinos, Bernhardiner und all deren Kreuzungengesetzliche.

Österreich
Es herrscht Maulkorbpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Leinenpflicht auf öffentlichen Plätzen.

Portugal:
Eure Hunde müssen in Portugal einen Maulkorb tragen und ihr müsst sie dauerhaft anleinen. Außerdem sind in Portugal Hunde weder in Restaurants noch im öffentlichen Nahverkehr erlaubt.

Schweden:
Bleibt ihr länger als 6 Monate mit eurem Hund in Schweden, müsst ihr ihn in einem Zentralregister anmelden. Generell muss euer Hund immer an der Leine laufen.

Slowenien:
Hier gibt es eine Leinenpflicht für Hunde und ihr dürft sie nicht mit in öffentliche Gebäude oder Restaurants nehmen.

Spanien:
Leinenpflicht und Maulkorbgesetze werden in Spanien in den einzelnen Gemeinden unterschiedlich geregelt. Wenn ihr in das Land einreist, solltet ihr euch am besten bei der zuständigen Gemeinde melden und nachfragen. Wir empfehlen auch keine Zugfahrt mit eurem liebsten Vierbeiner anzutreten. Diese müssen nämlich in einer Transportbox im Gepäckraum mitreisen.

Tschechien
Die Maulkorb- oder Leinenpflicht wird örtlich individuell geregelt.


Einreise in Nicht-EU-Länder:
In Nicht-EU-Ländern gelten besondere Vorschriften. Neben dem Chip bzw. der Tätowierung müsst ihr auch einen Tollwutantikörpertest in einem zugelassenen EU-Labor machen lassen, damit es keine Probleme an den Grenzen gibt.
Erst 3 Monate nach diesem Test dürfen die Tiere einreisen, junge Hunde und Katzen können also frühestens mit 7 Monaten in Nicht-EU-Länder reisen.


Bitte beachten:
Vorsicht bei Hitze
Ob Bahn, Auto oder Flugzeug, bei jeder Fahrt mit Hund oder Katze solltet ihr darauf achten, dass das Tier nicht überhitzt. Fahrt lieber in den kühleren Morgen- oder Abendstunden als in der brütenden Mittagshitze und denkt daran, auch für den Vierbeiner eine Flasche Wasser und einen Trinknapf einzupacken. Außerdem solltet ihr für den Notfall immer die Nummer eures Tierarztes in der Tasche haben.
Mehr Infos zum Thema Tiere im Sommer und Hitzetipps für Tiere findet ihr HIER.

Reise im Auto
Am besten und sichersten reist euer Vierbeiner in einer Transportbox. Achtet darauf, dass sie groß genug ist. Das Tier muss sich zum Beispiel problemlos drehen können. Außerdem könnt ihr Hunde während der Fahrt mit einem Kauknochen beruhigen und so vermeiden, dass bei der Fahrt in die Berge der Druck auf den Ohren zu stark wird.

Reise im Flugzeug
Für den Flug mit Haustieren gibt es extra Flugboxen, die ihr vor Ort oder im Fachhandel bekommt. Im Idealfall gewöhnt ihr das Tier schon vorher langsam an die Box. Legt vor dem Flug unbedingt eine saugstarke Matte aus und markiert auf der Box, wo oben ist und dass es sich um einen Tiertransport handelt.
Grundsätzlich solltet ihr versuchen, Direktflüge zu buchen, denn so eine Reise kann die Tiere belasten. Denkt auch daran, Kopien von allen Dokumenten mitzunehmen und ein Foto des Tieres dabei zu haben.

Reisen in der Bahn
Haustiere, die nicht größer als eine Hauskatze sind, fahren umsonst mit der Bahn. Auch hier bieten sich Transportboxen an, um die Tiere zu schützen und keine Mitreisenden zu stören. Größeren Hunden müsst ihr einen Maulkorb anlegen. Außerdem zahlt ihr für sie den Fahrkartenpreis eines Kindes.

Eure Haustiere können den Urlaub natürlich mehr genießen, wenn sie viel Auslauf haben, in der Natur sind und keinen Maulkorb tragen müssen. Städtetrips machen kleinen Hunden aber generell weniger aus als größeren Tieren. Eine gute Erziehung ist allerdings überall wichtig, egal ob auf dem Land oder in der Stadt. In Niedersachsen braucht man deshalb ab Juli 2013 sogar einen Hundeführerschein.

Damit der Urlaub für euch und euer Haustier so entspannt wie möglich wird, achtet darauf, ob ihr ein Tier in euer Hotelzimmer, Appartment oder in das Ferienhaus mitnehmen dürft. Außerdem solltet ihr euch vor der Reise erkundigen, ob es Hundestrände oder -wiesen in der Umgebung gibt.

Und damit ihr auch nichts auf der Reise vergesst, gelangt ihr hier zur Reise-Checkliste für euren Hund!


Straßenhunde mit nach Hause nehmen?
Am Strand fällt euch dieser süße Straßenhund auf und ihr würdet ihn gerne mit nach Deutschland nehmen? Auch in diesem Fall könnt ihr mit dem Tier nicht einfach ausreisen.
Wendet euch am besten an das örtliche Tierheim oder an einen Tierschutzverein. Dort wird der Hund untersucht, geimpft und bekommt den obligatorischen Mikrochip. Erst danach kann der EU-Heimtierausweis ausgestellt werden und ihr könnt den Streuner mit nach Hause nehmen.

In manchen Ländern müsst ihr eine Schutzgebühr von bis zu 300 Euro zahlen, häufig brauchen die Tiere zusätzliche Behandlungen.
Wenn ihr euch generell für Straßentiere engagieren möchtet, findet ihr beim Deutschen Tierschutzbund e.V. mehr Informationen zu dem Thema.