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Mythos Waschmaschine: was stimmt wirklich und was nicht?

Die Waschmaschine gehört in fast jedem Haushalt zum Alltag und läuft in einem deutschen Durchschnittshaushalt statistisch gesehen etwa 3 bis 4 Mal pro Woche. Doch rund um die Geräte kursieren viele Mythen, die sich hartnäckig halten. Wir haben für euch die bekanntesten Behauptungen unter die Lupe genommen.

Mythos 1: Je mehr Waschmittel, desto sauberer

Wer zu viel Waschmittel nutzt, bekommt keine sauberere Wäsche, sondern riskiert stinkende Bakterienfilme in der Maschine. Die überschüssige Lauge kann nicht vollständig ausgespült werden und bildet einen Nährboden für Mikroorganismen.

Mythos 2: Kurze Waschgänge sind immer umweltfreundlicher

Ein Schnellprogramm klingt praktisch und spart Zeit. Aber: Oft wird dabei mehr Energie verbraucht, weil das Wasser stärker erhitzt wird. Für leicht verschmutzte Wäsche reicht das, aber für normale Ladungen ist ein Eco-Programm meist nachhaltiger.

Mythos 3: Flüssigwaschmittel ist schonender als Pulver

Viele schwören auf Flüssigwaschmittel. Doch Pulver hat klare Vorteile: Es enthält Bleichmittel, das Flecken besser entfernt und die Maschine vor Ablagerungen schützt. Flüssigwaschmittel kann auf Dauer eher zu Schimmel in der Maschine führen. Am besten: Abwechseln und auf die richtige Dosierung achten.

Mythos 4: Weichspüler macht alles hygienisch sauber

Weichspüler sorgt für Duft und weiche Wäsche, hat aber nichts mit Hygiene zu tun. Im Gegenteil: Er kann Fasern verkleben und Handtücher weniger saugfähig machen. Wenn es um Hygiene geht, ist eine Wäsche bei 60 Grad viel effektiver.

Mythos 5: Voll ist besser als halbvoll

Viele glauben: Je mehr Wäsche man in die Maschine stopft, desto effizienter läuft sie. Stimmt nicht ganz. Ist die Trommel zu voll, kann das Wasser nicht richtig zirkulieren, das Waschmittel verteilt sich schlecht und die Kleidung wird nicht richtig sauber. Eine "handbreit" Platz oberhalb der Wäsche ist ideal.

Mythos 6: Mundwasser zur Desinfektion der Trommel

Ein neuer Trend in deutschen Foren ist die Nutzung von Mundspülung für eine saubere Maschine. Eine halbe Kappe in die leere Trommel soll Bakterien abtöten und für frischen Geruch sorgen, was Experten jedoch als Quatsch abtun.

Mythos 7: Essig ist der beste Reiniger gegen Kalk

Essig oder Essigessenz können Gummidichtungen und Schläuche angreifen und porös machen, was zu Wasserschäden führen kann. Es wird empfohlen, stattdessen spezielle Maschinenreiniger oder Zitronensäure zu verwenden.

Mythos 8: Aspirin macht graue Wäsche wieder weiß

Ein beliebter Tipp im Netz: Zwei Tabletten Aspirin in die Trommel geben, um den Grauschleier zu lösen. Tatsächlich hilft die enthaltene Salicylsäure dabei, Eiweißflecken und leichte Verfärbungen zu lösen. Das macht aber auch ein gutes Vollwaschmittel.

Mythos 9: Waschmaschinenreiniger sind wichtig

Ein einfacher 95-Grad-Gang mit Vollwaschmittel (Pulver) einmal im Monat ersetzt teure Spezialreiniger. Das im Pulver enthaltene Bleichmittel tötet Keime und Pilze effektiv ab, die bei niedrigen Temperaturen überleben würden.

Mythos 10: Jeans niemals in der Maschine waschen

Der CEO eines großen Jeansherstellers löste in Deutschland eine Debatte aus, als er behauptete, Jeans gehörten ins Eisfach statt in die Maschine. Deutsche Hygiene-Experten widersprechen: Kälte tötet zwar Bakterien ab, entfernt aber keinen Hauttalg und Dreck.

Mythos 11: Wasserenthärter führt zu weicher Wäsche

Zusätzliche Wasserenthärter sind in den meisten Regionen Deutschlands unnötig, da moderne Waschmittel bereits Enthärter enthalten. Nur bei extrem hartem Wasser (Härtebereich "hart") ist eine zusätzliche Dosierung überhaupt sinnvoll.

Mythos 12: Das Geheimnis der "Socken-Fress-Maschine"

Früher verschwanden Socken zwischen der Gummidichtung und der rotierenden Trommel. Von dort gelangten sie in den Laugenbehälter oder verfingen sich im Heizstab, wo sie sich mit der Zeit buchstäblich auflösen. Allerdings haben nicht mehr viele Geräte den schlitzartigen Abwasserlauf.
Wenn euch beim Wäscheaufhängen ein Socken fehlt, schaut einfach mal im Flusensieb nach oder schaut nach, ob ihr sie überhaupt in die Trommel gepackt habt.

Mythos 13: Waschmaschinen "lügen" bei der Laufzeit

Eine Veränderung der angezeigten Laufzeit ist keine Fehlfunktion, sondern eine ständige Neuberechnung. Moderne Maschinen messen zu Beginn und während des Waschgangs, wie viel Wäsche wirklich in der Trommel liegt. Die Sensoren merken dann oft erst nach dem ersten Durchnässen, dass sie viel weniger Wasser aufheizen müssen als im trockenen Zustand erwartet. Sie korrigiert dann die Zeit drastisch nach unten, sobald die Sensoren "wenig Gewicht" melden.
Viele Geräte in Deutschland sind auch mit optischen Sensoren ausgestattet, die die Trübung des Wassers messen. Wenn das Wasser nach dem ersten Spülgang bereits klar ist (weil ihr vielleicht zu wenig Waschmittel benutzt habst oder die Wäsche kaum schmutzig war), überspringt die Maschine unnötige weitere Spülgänge. Die Anzeige springt dann am Ende des Programms mehrere Minuten nach vorn, weil Arbeitsschritte einfach gestrichen wurden.
Wenn eure Maschine hingegen gegen Ende z. B. bei 7 Minuten ewig stehen bleibt, liegt das meist an einer Unwucht. Die Maschine versucht dann durch sanftes Hin- und Herdrehen, die Wäsche für das finale Schleudern besser zu verteilen.

Mythos 14: Schleudern bei 1.600 Touren ist immer besser

Höhere Drehzahlen entziehen der Wäsche zwar mehr Wasser, strapazieren die Fasern aber enorm. Für viele Textilien reichen 1.200 Umdrehungen völlig aus, ohne die Kleidung zu ruinieren.

Mythos 15: Die Maschine sollte nach dem Waschen geschlossen werden

Wer die Tür sofort schließt, züchtet Schimmel. Die Restfeuchtigkeit in der Trommel und in der Einspülkammer muss entweichen können, sonst entstehen muffige Gerüche. Also immer einen Spalt offen lassen.