Feiertage und ihre Bedeutung!

Niedersachsen hat mit 9 Tagen nur sehr wenige gesetzliche Feiertage. Bayern hingegen hat mit 13 die meisten freien Tage aller Bundesländer.

Was feiern wir und die anderen Bundesländer an den Feiertagen eigentlich genau? Beim Tag der deutschen Einheit und Weihnachten ist das ja noch halbwegs bekannt, aber was war denn am Reformationstag oder an Allerheiligen?

Hier findet ihr die Erklärungen zu den einzelnen Feiertagen.

Neujahr

153 v. Chr. verlegten die Römer nach ihrem Kalender den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar, auf den Tag des Amtsantrittes der Konsuln. Martin Luther ließ das Jahr der reformatorischen Kirche mit dem 25. Dezember beginnen und wollte den 1. Januar nur als „Tag der Beschneidung und Namensgebung des Herrn“ gefeiert haben.
Nach 1550 machten ihn andere Reformatoren zum christlichen Neujahr: Rückblick und Ausblick gaben dem Tag in der Evangelischen Kirche den Charakter eines Gottesdienstes für Dank und Bitte. Bis zur Festsetzung des Neujahrstages im Jahr 1691 durch Papst Innozenz XII. auf den 1. Januar galt in weiten Teilen Europas der 6. Januar als Jahresbeginn.

Heilige Drei Könige

Am 6. Januar wird in Bayern, Baden Württemberg und Sachsen-Anhalt der Dreikönigstag gefeiert. Der Ursprung dieses Festes geht auf das Neue Testament zurück, welches die Geschichte der heiligen drei Könige erzählt. Caspar, Melchior und Balthasar werden vom Weihnachtsstern zum Stall Jesu geführt und geben dem Neugeborenen Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Bis heute gibt es an diesem Tag den Brauch des Drei-König-Singens. Dabei gehen als König verkleidete Menschen mit einem Stern durch die Stadt und singen Lieder.

Karfreitag

Dieser Feiertag ist einer der höchsten Feiertage der Christen, an dem an die Kreuzigung Jesu gedacht werden soll. Durch sein Leiden und den Tod hat Jesu die Schuld aller Menschen auf sich genommen und damit ihre Errettung und ewiges Leben ermöglicht.
Traditionell soll auf Luxus, also auf Fleisch verzichtet werden, da Fleisch lange Zeit ein teures und kostbares Gut war. So entstand der Brauch, an diesem Tag Fisch zu essen.

Ostermontag

Karfreitag, Ostersonntag (Auferstehung Jesu) und Ostermontag bilden zusammen das Osterfest. Am Tag nach der Auferstehung, also Ostermontag, gingen zwei Jünger laut Lukasevangelium von Jerusalem nach Emmaus. Währenddessen schloss sich ihnen ein Mann an. Als sie in Emmaus ankamen, luden sie den Fremden zum Essen ein. Er brach das Brot und erst dann erkannten sie Jesus, der jedoch in dem Moment vor ihren Augen verschwand. Sie kehrten sofort nach Jerusalem zurück, um die Botschaft des auferstandenen Jesus zu verkünden.
Am Ostermontag ist es Brauch, zu einem Gottesdienst zu gehen und den restlichen Tag mit der Familie zu verbringen.

1. Mai

Am 1. Mai wird jährlich der „Tag der Arbeit“ gefeiert, dessen Ursprung auf das 17. Jahrhundert zurückgeht. Damals gab es Demonstrationen der Arbeiterschaft, die für bessere Arbeitsverhältnisse, wie z. B. den 8 Stunden Tag eintrat. Da es bei diesen Demonstrationen Ausschreitungen und Tote gab, wurde zum Gedenken an sie der „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen.
Außerdem gibt es in vielen Regionen den Brauch, in den Mai zu tanzen und die warme Jahreszeit willkommen zu heißen. Dazu wird ein Maibaum aufgestellt, geschmückt und um ihn herum getanzt. Die Hexen feiern am Tag vor dem 1. Mai die Walpurgisnacht und fliegen mit ihren Besen über den Brocken.

Christi Himmelfahrt

An Christi Himmelfahrt kehrte Jesus von Nazareth als Sohn Gottes in den Himmel zu seinem Vater zurück. Dieser Tag fällt immer auf einen Donnerstag, da er immer am 39. Tag nach Ostern gefeiert wird. Im Laufe der Zeit entwickelte sich an dem Tag in Deutschland der Vater– oder Herrentag.

Pfingstmontag

An Pfingsten wird das „Empfangen des Heiligen Geistes“ und das Ende des christlichen Osterfestes gefeiert. Es wird aber auch als Geburtstag der Kirche bezeichnet. Pfingsten bedeutet „der fünfzigste“, da der Pfingstsonntag 50 Tage nach Ostern und 10 Tage nach Christi Himmelfahrt ist. Ursprünglich stammt dieses Fest aus dem Judentum.

Pfingstbräuche

  • Pfingstbaum: Die frisch geschlagene junge Birken werden üblicherweise vor Haustüren befestigt. Junge Männer binden sie an die Türen lediger Frauen, um sich vorzustellen:-)
  • Pfingstochse: Um die Pfingstzeit werden die Ochsen wieder auf die Weiden getrieben. Der stärkste Ochse der Herde wird mit Blumen, Kränzen und Stroh geschmückt und in einer Pfingstprozession durch Dörfer und Felder begleitet.
  • Pfingstmaien: Birkenäste werden an Häusern angebracht, um böse Geister zu vertreiben. Zudem gelten Birkenäste als Zeichen der Liebe.

Einige Wörter, die Pfingsten in ihrem Namen haben, haben eigentlich nicht viel mit dem Pfingstfest zu tun. So heißen Phäonien lediglich auch Pfingstrosen, weil sie zur Pfingstzeit blühen und ähnlich einer Rose aussehen.
Die Pfingstbewegung ist eine christliche Glaubensbewegung, die stark nach der Bibel und den Werk des Heiligen Geistes lehren. In Deutschland gibt es um die 300.000 sogenannte Pfingstler.

Fronleichnam

Dieser Tag ist ein ausschließlich römisch katholischer Feiertag, weswegen wir in Niedersachsen ihn nicht begehen. Er findet immer genau 10 Tage nach Pfingsten statt. An Fronleichnam wird die leibliche Gegenwart von Jesus Christus im Sakrament der Eucharistie (Abendmahl) gefeiert.

Mariä Himmelfahrt

Am 15. August feiert die römisch-katholische und orthodoxe Kirche seit dem 6. Jahrhundert den Glauben an die leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel, obwohl in der Bibel gar nicht davon berichtet wird. Traditionell werden in der katholischen Kirche an dem Tag Kräuter geweiht.

Der Tag der deutschen Einheit

Er wird seit dem 3. Oktober 1990 als Erinnerung an die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten gefeiert. Damit wurde der 17. Juni als Feiertag abgelöst. Dies ist der einzige Feiertag der gesetzlich in ganz Deutschland festgelegt ist, alle anderen Feiertage sind Ländersache.

Reformationstag

In der evangelischen Kirche wird am 31. Oktober der Reformationstag gefeiert. Der Ursprung findet sich im Jahr 1517, als Martin Luther an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg 95 Thesen zu Ablass und Buße anschlug und zur Diskussion dazu aufrief. Das war sozusagen die Geburtsstunde der evangelischen Kirche.

Allerheiligen

An Allerheiligen gedenkt die römisch-katholische Kirche ihrer Heiligen. Dieses Fest wurde eingeführt, weil es unmöglich war, jeden Heiligen an einem eigenen Tag zu feiern.

Buß- und Bettag

Dieses ist ein evangelischer Feiertag, bei dem es nicht darum geht, für Taten zu büßen, sondern darum, eine Umkehr zu Gott hin zu finden. Er findet immer 11 Tage vor dem ersten Advent statt und ist nur noch in Sachsen gesetzlicher Feiertag.

1. und 2. Weihnachtstag

Der Haupttag an Weihnachten ist der 1. Weihnachtstag, also der 25. Dezember, an dem das Fest der Geburt Jesu gefeiert wird. Der Beginn dieses Fests ist am Heiligen Abend und geht bis zum 2. Weihnachtstag, dem 26. Dezember.