Demokratie lebt davon, dass wir miteinander diskutieren, verschiedene Blickwinkel zulassen und offen streiten. Aber um sich wirklich eine eigene Meinung zu bilden, braucht man verlässliche Infos. Genau das wird heute immer schwerer: Anbieter Sozialer Medien entscheiden mit, was in unserem Feed landet. Gleichzeitig machen es gesteuerte Falschmeldungen und gezielte Manipulation durch KI oft fast unmöglich zu erkennen, was stimmt und was nicht.
Hier kommt professioneller Journalismus ins Spiel. Journalisten haken nach, prüfen Fakten, ordnen Chaos ein und stehen für das ein, was sie veröffentlichen. Mit der Aktion Demokratie braucht viele Stimmen setzen Deutschlands Medien deshalb jetzt ein gemeinsames Zeichen für freie Berichterstattung, eine vielfältige Medienlandschaft und eine gut informierte Gesellschaft.
Es geht dabei nicht um einzelne Verlage oder Sender. Es geht um etwas, das uns alle betrifft: unsere Demokratie.
Demokratie braucht viele Stimmen: Auch ffn ist bei der bundesweiten Themenwoche dabei.
Ihr wisst, wir bei ffn erzählen euch keinen Quatsch. Im Internet passiert das dagegen permanent. Es können Bilder und Videos geteilt werden, die nicht echt sind, falsch sind, fake sind. Wir wollen mit euch darüber sprechen.
Wie erkennt man Fake News?
Wenn wir im Netz etwas lesen, sehen oder hören, sollten wir immer erst checken, ob es diese Infos auch noch irgendwo sonst zu finden gibt. Wenn ihr z. B. lest, „Niedersachsen ist das größte Bundesland der Welt“, dann reicht eine einfache Google-Suche und ihr seht, das stimmt nicht.
Besonders bevor ihr Dinge weiterverbreitet, solltet ihr sie lieber erst nachprüfen und nicht einfach alles glauben und verteilen.
Selbst wenn ihr also ein Logo einer seriösen Quelle in einem Video oder Post seht, ist das noch keine Garantie dafür, dass das Video auch echt ist. Deswegen lieber einmal doppelt checken und vielleicht auf deren Webseite gucken, ob die Meldung wirklich von der Quelle kommt.
Kann man Bildern und Videos noch trauen?
Wenn ihr durch Instagram scrollt, habt ihr ihn vielleicht auch schon entdeckt: Den kleinen Hinweis „KI-Info“, der immer häufiger über Bildern zu finden ist. Und das ist auch gut so, denn so einfach lassen sich Bilder und Videos, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt worden sind, gar nicht mehr von echten unterscheiden.
Manchmal seht ihr sofort, dass es KI ist, weil ein Mensch plötzlich sechs Finger hat, das sollte euch sofort auffallen. Die meisten Fotos und Videos sehen mittlerweile aber wirklich täuschend echt aus.
Dann solltet ihr euch als erstes die Frage stellen: Ist das logisch, was ich da sehe? Also ein bisschen Skepsis tut uns da allen ganz gut, wenn wir z. B. ein Video vom Bundeskanzler sehen, wie er einen Salto vom 10er macht, dann sollten wir lieber einmal checken, ob dieses Video zum Beispiel auch auf dem Account von Friedrich Merz zu finden ist.
Aber es gibt mittlerweile Fotos, bei denen man nicht mehr weiß, ob sie echt sind oder mit KI generiert. Dann kann die Google-Rückwärtssuche helfen. Wenn in der Welt etwas passiert, dann bekommt das oft mehr als eine Person mit und dann ist die Wahrscheinlichkeit auch hoch, dass mehrere Menschen ein Foto von etwas machen und posten.
Wenn ihr also ein Bild seht, bei dem ihr nicht sicher seid, ob das echt ist, könnt ihr es speichern oder screenshotten und in die Google Bildersuche kopieren. Wenn ihr keine ähnlichen Bilder oder Berichte findet, dann kann das ein Indiz dafür sein, dass das Foto nicht echt, sondern künstlich erstellt ist.
Warum bekomme ich auf Social Media genau das angeboten, was ich sehe?
Wenn jemand davon spricht, dass wir in unserer eigenen Blase leben, dann ist da leider oft mehr dran, als wir wahrhaben wollen. Besonders auf Social Media-Plattformen geht es super schnell, dass wir nur noch das angezeigt bekommen, was uns vermeintlich gefällt, weil wir uns vorher ähnliche Videos angeschaut haben.
Wie arbeiten wir bei ffn-Nachrichten?
"Im Emsland brennen rund 3.000 Quadratmeter Wald." Diese Schlagzeile lief bei uns genau so im Sommer 2026. Aber woher wissen wir eigentlich, dass das, was wir da erzählen, auch stimmt?
Einer, der das den ganzen Tag beruflich macht, ist unser Kollege Maxi Wilsmann aus den ffn-Nachrichten.
Wenn wir Pressemitteilungen bekommen, sind die Infos dann schon gesichert. Aber, wenn unsere Nachrichtenkolleginnen und -kollegen aber z. B. Infos von Hörerinnen und Hörern bekommen oder selbst etwas online sehen, müssen sie selbst auf die Suche gehen. Wenn Maxi zum Beispiel die Schlagzeile „Unsere Flüsse haben niedrige Pegelstände“ liest, dann versucht er jemanden zu erreichen, der uns das bestätigen können.
Oder die Kollegen aus unseren Regionalstudios vor Ort fragen zum Beispiel beim Wasser- und Schifffahrtsamt nach, wie es bei Weser oder Elbe aussieht. Wenn wir aber bis zu den nächsten Nachrichten on air keine gesicherten Infos aus erster Hand bekommen, das Thema aber so wichtig ist, dass es erzählt werden sollte, dann sagen wir das auch so im Radio.
Das beste Beispiel dafür sind Kriege. Wenn Russland die Ukraine angreift und nur die ukrainische Seite etwas zu den Angriffen mitteilt, dann sagen wir das in den Nachrichten dazu. Damit alle, die das hören, wissen: Diese Info haben wir noch nicht von allen Seiten bestätigt bekommen.
Warum berichten Medien manchmal unterschiedlich?
Wenn auf der Welt etwas passiert, dann kommt es immer wieder mal vor, dass wir zu demselben Thema zwei völlig unterschiedliche Berichte hören. Wie kann das sein?
Hinter jeder Meldung, die z. B. bei ffn zu hören ist, sitzt ja ein Mensch. Und Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was den Hörer an einer Meldung interessiert. Perfektes Beispiel ist ein Unfall auf der Autobahn: Während den einen eher interessiert, wie viele Autos beteiligt waren, wie viele Menschen verletzt worden sind und ob ein Rettungshubschrauber ausrücken musste, interessiert den anderen vielleicht eher, ob dort noch ein Stau ist, welche Umleitung Autofahrer nehmen müssen und wann die Strecke wieder frei ist. Und so kann es passieren, dass zu demselben Ereignis zwei völlig unterschiedliche Meldungen entstehen.
Meistens ist es so, dass Infos nicht bei dem einen Sender auftauchen und bei dem anderen weggelassen werden, sondern einfach unterschiedlich gewichtet sind.
Wenn zu dem Unfall zuerst gesagt wird, dass es noch Stau gibt und dass Autofahrer eine Umleitung in Kauf nehmen müssen, dann wird danach natürlich auch gesagt, was passiert ist und wie viele Menschen verletzt wurden.
Manchmal unterscheiden sich Nachrichten aber auch durch das Format. Bei uns in den Nachrichten zur vollen Stunde behandeln wir einzelne Themen ja zum Beispiel kürzer als abends, wenn wir in unserem Regionalmagazin Der Tag in Niedersachsen, das es ja auch als Podcast gibt, ausführlicher berichten.
Was ist "Demokratie braucht viele Stimmen"?
Journalistische Medien unterscheiden sich. Sie berichten unterschiedlich, setzen unterschiedliche Schwerpunkte und vertreten unterschiedliche publizistische Haltungen. Aber professioneller Journalismus steht für eine gemeinsame Überzeugung: Eine lebendige Demokratie braucht freie Medien, glaubwürdige Informationen und viele unabhängige Stimmen.
Demokratie braucht viele Stimmen ist die gemeinsame Initiative journalistischer Medien in Deutschland. Sie macht sichtbar, welchen Beitrag unabhängiger, professioneller Journalismus für eine informierte demokratische Öffentlichkeit leistet. Die Initiative wirbt nicht für einzelne Medienmarken, sondern für den gesellschaftlichen Wert glaubwürdiger Information, journalistischer Verantwortung und einer vielfältigen demokratischen Öffentlichkeit.