Woher kenn' ich das?
Es gibt ja gerade jetzt aktuell sehr viele Songs, die bestehende Sample (den Teil einer bereits fertigen Ton- oder Musikaufnahme) benutzen oder Teile von alten Songs wieder aufgreifen und neu mischen.
Unser Musikexperte Klaas Scholtalbers erklärt euch jede Woche in den Top 20, weshalb euch so mache Teile von Songs so bekannt vorkommen. Hört genau zu und schon glänzt ihr auf der nächsten Feier mit eurem Musikwissen. 😉
"Woher kenn' ich das?" mit Klaas Scholtalbers hört ihr ab sofort auch immer mittwochs um 7.47 Uhr bei Guten Morgen Niedersachsen und um 15.45 Uhr bei ffn am Nachmittag.
Wir freuen uns sehr: Klaas ist für den Deutschen Radiopreis 2026 nominiert.
Dieses Mal in der Kategorie Bestes Musikformat für "Woher kenn‘ ich das?".
Und Michael Schulte hat ihm beim Interview die grandiose Nachricht überbracht.
Der Musiker Sherman Kelly schreibt den Song schon 1970, um mit einem Trauma umzugehen. Statt an einen schlimmen Überfall zu denken, wollte er einen möglichst postiven Hit schreiben. Aber ein Hit wurde erst drei Jahre später daraus, als einer seiner Bandkollegen eine neue Band namens King Harvest gründete und das erste Mal diese berühmte Dudel Melodie mit unverkennbaren Sound einspielte. Es dauerte dann allerdings noch mal fast 30 Jahre bis Toploader daraus die Version gemacht hat, die wir alle so lieben.
Viel wurde nicht in den Song eingebaut, aber dann doch eine ganz entscheidene Stelle.
Der Gesang kommt nicht aus einem anderen Song, aber von einer Sample CD. Das ist quasi wie eine Kiste mit Musik Puzzle Stücken, aus der sich Produzenten einzelne Stücke nehmen können. Eine der beliebtesten Sample CDs hießt ZERO G. Der Gesang hatte zwar nicht die perfekte Tonlage, wurde dann aber gepitcht verwendet.
Die markante Keyboard-Melodie im Hintergrund von „Rhythm Is a Dancer“ stammt direkt aus dem Intro und den Synthesizer-Spuren von „Auto Man“ von Newcleus.
Die Produzenten von Snap! haben diese Sequenz übernommen, tiefer gemacht und im Tempo verändert. Durch diese technische Bearbeitung wurde die Sequenz so stark an den Eurodance-Groove angepasst, dass der Ursprung kaum noch direkt zu erkennen ist.
Diese Melodie soll auf ein über 400 Jahre altes algerisches Volkslied zurückgehen. Oft wurde die Melodie als orientalisch wahrgenommen und im Laufe der Zeit z. B. in Zeichentrickfilme eingebaut, wenn es um Schlangenbeschwörer oder Basare geht. Ganz schön klischeebehaftet.
Trotzdem schafft es Ava Max diese simple uralte Melodie neu zu verpacken und daraus einen radiotauglichen Hit für heute zu machen.
"Männer sind Schweine" ist bist heute die erfolgreichste Single der Band und verdrängte damals sogar Celine Dion mit "My Heart will go On" von Platz 1 der deutschen Charts.
Und ein kleiner, aber feiner Teil des Erfolgs kommt sogar aus den 60ern. 1959 kam der Schwarzweissiflm MANCHE MÖGENS HEISS mit der Stimme des berühmten Synchronsprechers Georg Thomalla in die Kinos. Und den gesprochenen Satz „Männer, diese schrecklichen, haarigen Biester“ aus dem Film hört ihr immer noch in dem Song.
Oft sind uns die Originale aus den 60ern oder 70ern unbekannt und unser Eltern oder Großeltern sagen dann „Wie den Song kennst du nicht? Das ist doch ein Klassiker?!"
So geht’s uns jetzt mit "Cynical" von Twocolors. Der Song basiert auf dem Song "Played A Life" von Safri Duo aus dem Jahr 2000. Da noch ohne Text, aber mit ganz viel Trommelei. Das bedeutet: Wir sind jetzt so langsam die Alten.🙃
Mit ein paar Mojitos zu viel denken wir doch alle, dass unser Hüftschwung unwiderstehlich wäre. Vor allem, wenn der Song von Shakira mit dem haitianischen Rapper und Singer-Songwriter Wyclef Jean von 2006 läuft.
Die Trompeten Melodie des Songs hat sich aber nicht Shakira, sondern Jerry Rivera, ein puerto-ricanischer Salsa-Sänger, ausgedacht. Das ikonische Riff ist aus dem 1992 erschienenen Song „Amores Como el Nuestro“ .
Eigentlich denken wir bei dem Song, die Stimme klingt als wäre sie aus den 50ern oder 60ern, aber das Original ist von 2016.
Der Sänger Nick Ryan Waterhouse ist ein riesen großer Jazz, Blues und Soul Fan und hat für seinen Stil von früher sogar schon einen Grammy gewonnen.
Auch die zwei DJs von Ofenbach waren begeistert, es fehlte ihnen allerdings ein bisschen Pepp. Und schwubs haben die zwei aus dem Song schon ein Jahr später den französischen Dance Hit gemacht.
Cro hat vor allem in seinen ersten Songs immer Schnipsel von anderen Songs eingebaut, das ist bei "Einmal um die Welt" nicht anders. Der ganze Song basiert auf dem Song "Fight The Start" der Band Kilians.
Die Kilians haben sofort grünes Licht gegeben und haben bei ihren eigenen Konzerten Cros Version angestimmt. Sample sind auch immer eine Win-Win Situation. Für Cro war es der Start seiner Karriere und die Kilians verdienen jedes Mal mit, wenn der Song läuft.
Der Song klingt nicht nur wie aus einer anderen Zeit: Er ist es auch.
Bei der GAP Band, einer Disco Band aus den 70ern, haben sich etliche DJs und Rapper an ihren Melodien bedient. Auch Bruno Mars hat sich von ihrem Hit mit dem wunderbar langen Titel „I don't believe you want to get up and dance" inspirieren lassen.
Aber bei Bruno Mars ist alles etwas schneller geworden, sie haben den Funk von damals aufpoliert und zum Uptownfunk von heute gemacht.