Woher kenn' ich das?
Es gibt ja gerade jetzt aktuell sehr viele Songs, die bestehende Sample (den Teil einer bereits fertigen Ton- oder Musikaufnahme) benutzen oder Teile von alten Songs wieder aufgreifen und neu mischen.
Unser Musikexperte Klaas Scholtalbers erklärt euch jede Woche in den Top 20, weshalb euch so mache Teile von Songs so bekannt vorkommen. Hört genau zu und schon glänzt ihr auf der nächsten Feier mit eurem Musikwissen. 😉
"Woher kenn' ich das?" mit Klaas Scholtalbers hört ihr ab sofort auch immer mittwochs um 7.47 Uhr bei Guten Morgen Niedersachsen und um 15.45 Uhr bei ffn am Nachmittag.
Die Geschichte hinter diesem Song ist filmreif: In den 90ern kauft Wolfgang Schrödl von Liquido einem alten Mann, der früher mal Musiker war, sein altes Keyboard ab. Alle Sounds, die auf dem Keyboard sind, sind nicht mehr original, der Vorbesitzer hat jede Voreinstellung verändert und überschrieben. Wolfgang Schrödl probiert alle gespeicherten Sounds in seiner kleinen Wohnung aus und da ist sie: Die berühmte "Narcotic" Melodie. Und genau dieser Zufall verhalf der Band zu ihrem größten und leider auch einzigen großen Erfolg ihrer Karriere.
Leony liebt es, genau die Songs in ihre Musik einzubauen, die sie selbst als Kind gehört hat. "Faded Love" z. B. enthält Teile des Songs "Dragostea Din tei" von O-Zone und den hat sie schon mit ihren Brüdern im Kinderzimmer mitgesungen.
Es ist also kein Wunder, dass auch ihr großer Hit "Don't Worry" auf einem anderen Titel basiert, den sie als Teenie mega gefeiert hat. Und zwar "Down" des Briten Jay Sean.
Toller 80er!
Das Original kommt allerdings aus den 60ern: Sängerin und Musiklegende Gloria Jones hat das Ding geschrieben und Soft Cell sind nicht die einzigen, die den Song kopiert haben.
Es gibt wirklich jede denkbare Version von Dance, bis Gipsy oder sogar eine Yoga Version.
Eigentlich ist der Produzent der Fantas Fan von elektrischen Sounds auf Synthesizern, die man sich selbst zusammen schraubt, aber bei SIE IST WEG war es anders. Der Song "Soul Street" aus den 80ern vom Pop Duo "Jolley und Swain" wurde hier verwurschtelt.
Dieses Stückchen hat er langsamer gemacht, gefiltert, den Bass rausgedreht, ein paar neue Drums draufgelegt und fertig ist das Instrumental für die erste und einzige Nummer 1 der Fantas in den deutschen Charts.
Emil und Pierre Angelo alias TwoColors haben bei der Band The Cardigans aus Schweden abgeguckt. Die waren bis in die 2000er sehr erfolgreich, aber heute erinnern wir uns vor allem an den Hit "Lovefool". Krass, dass der eine Hit so gute Laune macht und der andere nach einem dunklen Club im Keller mit Neonlicht klingt. Übrigens sind die DJs nicht die einzigen, die den Song verwurschtelt haben, auch Justin Bieber und andere haben sich bei den Schweden bedient. Am erfolgreichsten haben es aber unserere zwei Berliner gemacht.
Überall läuft er wieder: „Kernkraft 400“ von Zombie Nation – neu aufgelegt von Topic und ein Garant für volle Tanzflächen. Was viele nicht wissen: Die Melodie ist viel älter. Sie stammt aus dem Videospiel Lazy Jones von 1984 und wurde von David Whittaker komponiert. Erst 15 Jahre später machte Zombie Nation daraus den weltweiten Hit. Heißt: Wir feiern heute zu einem Sound, der schon über 40 Jahre alt ist.
Überall werden 90er Partys gefeiert, inklusive "Saturday Night". Dabei ist er teilweise ein 80er Song. Denn der Sound kommt von einer eher unbekannten Spacerock Band namens Rockets. Der Song "One more mission" der zwei Fanzosen ist die Basis für den Sound von Whigfield.
Aber woher kannten die Dänen den Song überhaupt? Whigfields Produzent und Komponist von "Saturday night" ist Italiener und die Rockets waren besonders in Italien mega erfolgreich und haben damals sogar Platin für das Album mit dem Song bekommen.
Ofenbach haben abgeguckt bei einer Landschaftsgärtnerin. Denn das war Popstar Kim Wilde in den 90ern im britischen Fernsehen.
Aber bereits 1981 hat Kim Wilde "Combodia" veröffentlicht, die Vorlage für "Overdrive". Besonders die prägnante Melodie können wir ganz deutlich wiedererkennen. Aber die DJs haben nicht nur bei Kim Wilde abgeguckt, sondern sich auch von ihrem Bruder und ihrem Papa helfen lassen. Ein echtes Familienprojekt.
Ava Max hat sich für ihren Hit "Kings and Queens" gleich mehrmals bedient. Entweder bei Bon Jovi's "You Give Love A Bad Name" oder bei Bonnie Tyler's "'If You Were A Woman".
In allen Songs ist die gleiche Melodie mit ein paar kleinen Unterschieden zu hören. Kein Wunder, dass wir uns bei dem Song also fragen, woher wir den nochmal kennen!