Alles was ihr noch nicht über Curaçao wusstet und zur WM weitererzählen könnt
Curaçao hat sich sensationell für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert. Damit ist die Insel die kleinste Nation, die jemals an einer WM-Endrunde teilgenommen hat. Ihr allererstes Gruppenspiel bestreiten sie gegen Deutschland.
Wer an dieses kleine Juwel vor der Küste Südamerikas denkt, hat meist sofort zwei Bilder im Kopf: Bonbonfarbene Kolonialhäuser und einen tiefblauen Cocktail am Sandstrand. Doch hinter dem weltberühmten Likör und den Postkartenmotiven verbirgt sich eine der geschichtsträchtigsten und überraschendsten Inseln der Welt.
Schauen wir uns Curaçao mal etwas genauer an:
- Der Name Curaçao stammt vermutlich vom portugiesischen Wort coração (Herz) ab. Vielleicht, weil die Insel das Herz des Handels war, oder weil Seefahrer dort von Skorbut geheilt wurden (curação = Heilung).
- Die Insel ist in etwa so groß wie die Ostseeinsel Usedom, hat aber mit rund 160.000 Menschen deutlich mehr Einwohner.
- Der weltberühmte Blue Curaçao entstand aus der Not heraus. Die Spanier pflanzten im 16. Jahrhundert Valencia-Orangen an. Wegen des trockenen Bodens mutierten sie zu den ungenießbar bitteren Laraha-Orangen, aus denen sie dann den Likör machten. Die leuchtende blaue Färbung entsteht allerdings durch die Zugabe von Lebensmittelfarbe
- Curaçao ist seit 2010 ein eigenständiges Land, gehört aber als „autonomes Land“ immer noch zum Königreich der Niederlande. Obwohl die Einwohner niederländische (und damit EU-) Pässe besitzen, gehört die Insel selbst nicht zur Europäischen Union.
- Auf der Insel leben Menschen aus über 50 verschiedenen Nationalitäten friedlich zusammen.
- Curacao ist das „C“ der ABC-Inseln: Zusammen mit Aruba und Bonaire bildet Curaçao die Gruppe der Inseln unter dem Winde.
- Zu Curaçao gehört auch Klein Curaçao, eine unbewohnte, winzige Schwesterinsel, die vor allem aus feinstem Sandstrand, Schildkröten und einem alten Leuchtturm besteht.
- Die Flagge zeigt das blaue Meer und den Himmel, getrennt durch einen gelben Streifen (die Sonne). Die zwei weißen Sterne stehen für Curaçao und die kleine Schwester Klein Curaçao.
- Die niedrigste jemals gemessene Temperatur betrug 19,7 °C. Wenn es nachts mal auf 24 °C "abkühlt", packen die Einheimischen die dicken Pullover aus.
- Die berühmten Divi-Divi-Bäume auf der Insel wachsen alle in eine Richtung, denn sie wurden vom ständigen, starken Passatwind schief gebogen.
- In den alten Salzpfannen (z.B. bei Jan Kok) lebt eine riesige, permanente Kolonie wilder Flamingos. Am Playa Piskado (Fischerstrand) kann man fast zu 100 % mit Meeresschildkröten schwimmen. Sie warten dort täglich auf die Fischreste, die die Fischer ins Wasser werfen. Weltweit gibt es sieben Meeresschildkrötenarten, allein fünf davon sind in den Gewässern rund um Curaçao zu Hause.
- Die meisten Einheimischen sprechen fließend Papiamentu, Niederländisch, Englisch und Spanisch. Papiamentu ist die offizielle Amtssprache und eine Mischung aus Portugiesisch, Spanisch, Niederländisch, Englisch, Französisch und afrikanischen Sprachen.
- Das Allzweck-Wort „Dushi“ bedeutet Schatz, Süße(r), lecker, nett, toll oder schick. Man kann damit das Essen loben oder seinen Partner rufen.
- Der Karneval auf Curaçao ist einer der längsten und farbenfrohsten in der gesamten Karibik und zieht sich mit Paraden und „Tumba“-Musik oft über zwei Monate hin.
- Da auf der Insel kaum Gemüse wächst, segeln seit Jahrzehnten Händler aus dem nur 60 Kilometer entfernten Venezuela herüber und verkauften frische Früchte direkt von ihren Booten aus oder an festen Ständen am Kai.
- Offizielle Währung ist der Antillen-Gulden (ANG), aber der US-Dollar wird überall im Alltag akzeptiert. Sogar die Geldautomaten spucken beide Währungen aus.
- Eine lokale Delikatesse ist Leguansuppe. Der Geschmack erinnert an Geflügel, man muss sich nur an die vielen kleinen Knochen gewöhnen.
- Ein Nationalgericht ist Keshi Yena. Dabei wird die ausgehöhlte Rinde eines Edamer-Käserades mit würzigem Fleisch (Huhn oder Rind), Rosinen, Oliven und Kapern gefüllt und gebacken.
- Curaçao hat kaum natürliche Süßwasserquellen. Das Leitungswasser wird in einer riesigen Entsalzungsanlage aus Meerwasser gewonnen.
- Die historische Innenstadt der Hauptstadt Willemstad gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
- Die dortige Königin-Emma-Brücke ist die einzige schwimmende Pontonbrücke der Welt, die von Motoren angetrieben wird und für Schiffe komplett zur Seite klappt.
- Die höchste Brücke der Karibik ist die Königin-Juliana-Brücke. Sie ist eine Straßenbrücke über die Meerenge innerhalb der Stadt Willemstad auf Curaçao und ragt 56 Meter über das Meer, damit selbst riesige Kreuzfahrtschiffe und Öltanker darunter hindurchpassen.
- Es gibt dort so viele bunte Häuser, weil ein niederländischer Gouverneur im 19. Jahrhundert anordnete, das klassische Weiß zu verbieten. Er behauptete, die Reflexion der Sonne verursache bei ihm Migräne und schade den Augen.
Karibik trifft Bratwurst
Niemand von euch muss für das Fußball-Schauen mit karibischem Touch Leguansuppe jagen gehen. Mischt einfach deutsche Grillklassiker mit karibischen Aromen:
- Curaçaos Nationalgericht ist mit Fleisch gefüllter Edamer-Käse. Schneidet einfach deutsche Bratwürste der Länge nach auf, füllt sie mit Gouda oder Edamer, wicklet sie in Speck und ab auf den Grill.
- Ersetzt das klassische Nackensteak doch mal durch eine karibische Variante: Mariniert das Fleisch (Huhn oder Schwein) in einer Mischung aus Limettensaft, Knoblauch, etwas braunem Zucker, Sojasauce und Kreuzkümmel.
- Bratwurst im Caribbean Style: Normale Bratwürste grillen und dazu eine Salsa aus Mango, Ananas, roter Zwiebel und Limettensaft anbieten.
- Karibischer Kartoffelsalat: Tauscht Mayo gegen Joghurt und mischt gewürfelte Ananas oder Mango und frischen Koriander unter.
- Das einfachste Partygetränk der Welt: Mischt Blue Curaçao (Sirup oder Likör) mit Sprite und einem Schuss Limettensaft. Das schmeckt super erfrischend.
- Das „Bonaire-Bier“: Die Locals trinken ihr Bier am liebsten eiskalt mit einer Limettenspalte im Flaschenhals. Besorgt euch einfach ein mildes helles Bier und steckt Limetten hinein.
- Die Snacks können auch etwas karibischer sein: Bananenchips, Nachos und Kokoschips sind super lecker.