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Alles, was ihr wirklich niemals über Tier-Orakel wissen wolltet

Wenn Elefanten Elfmeter schießen, Darmbakterien den Strafraum besiedeln und Saugroboter über das Halbfinale entscheiden, ist wieder WM-Zeit! Vergesst Datenanalysen, wir zeigen euch hier die lustigsten, spannendsten und treffsichersten (Tier-) Orakel der Fußballgeschichte.

Paul: Der Urvater aller Tierorakel

  • Sicher erinnert ihr euch noch an Krake Paul aus dem Sea Life Oberhausen. Er war der Urvater des Tierorakel-Hypes, weil er bei der WM 2010 alle 7 Spiele der deutschen Elf sowie das Finale korrekt voraussagte.
  • Die mathematische Wahrscheinlichkeit, zufällig alle diese Spiele exakt so zu tippen, lag bei unter 0,4 %.
  • Wütende argentinische Fans drohten Paul nach dem Viertelfinal-Aus damit, ihn zu Paella zu verarbeiten. Spaniens damaliger Premierminister bot ihm daraufhin scherzhaft staatlichen Schutz an.
  • Paul wurde nach seinen sensationellen Tipps von einer spanischen Gemeinde zum Ehrenbürger ernannt.
  • Auf der italienischen Insel Elba wurde nach dem tierischen Hellseher sogar eine Straße benannt: die „Via Polpo Paul“.
  • Die PR-Agentur, die das Krake-Paul-Orakel erfand und vermarktete, gewann dafür 2011 den Deutschen PR-Preis der Deutschen Public Relations Gesellschaft.
  • Nach seinem Tod im Oktober 2010 erhielt Paul ein echtes Denkmal in Oberhausen: Ein riesiger Plastik-Fußball, auf dem eine Krake thront – inklusive der Urne mit seiner Asche.
  • Google ehrte den berühmten Oktopus bei den darauffolgenden Turnieren (2014) mit mehreren eigenen Google Doodles, in denen Paul mit einem Heiligenschein im Himmel schwebte.
  • Es gibt sogar einen abendfüllenden Dokumentarfilm über ihn: „The Life and Times of Paul the Psychic Octopus“ lief 2012 in den Kinos.
  • Wissenschaftler vermuteten später, Paul habe die Boxen gar nicht wegen der Flaggen gewählt, sondern weil Oktopusse auf kontrastreiche, helle Formen (wie das Gelb-Rot der spanischen und deutschen Flagge) stehen.

Aktuelle (tierische) Orakel

  • Die Hochschule Furtwangen lässt dieses Jahr Darmbakterien in einer Petrischale (aufgeteilt in Spielfelder) voraussagen, wer gewinnt. Beim ersten Gruppenspiel der deutschen Elf lagen die Bakterien-Kolonien richtig, sie hatten sich mehrheitlich im "gegnerischen Strafraum" vermehrt.
  • Auf TikTok und Instagram ein riesiger Trend. Unzählige Privathaushalte und Redaktionen lassen ihre smarten Saugroboter auf Mini-Spielfeldern fahren.
  • Die Entwickler der Gaming-Branche lassen das gesamte Turnier der WM 2026 exakt nach dem originalen Spielplan von der Computer-KI komplett simulieren. Bei den vergangenen Weltmeisterschaften lag die EA-Sports-Simulation mit dem exakten Weltmeister-Tipp erstaunlich oft richtig.
  • Der Sender RTL II schickt eine digital animierte Version der Krake Paul ins Rennen. „Paul 2.0“ nutzt keine sportlichen Statistiken oder Tabellenplätze. Die KI wird stattdessen mit rein kuriosen Länder- und Spieler-Fakten gefüttert. Daraus errechnet der Algorithmus dann den vermeintlichen Sieger.
  • Der Orang-Utan Walter aus dem Zoo Dortmund gilt als echter Fußballkenner. Beim Auftaktspiel gegen Curaçao hat der 37-jährige sogar das 7-1 für Deutschland richtig getippt.
  • Im Zoo Karlsruhe setzt man aktuell auf Papagei Nobby. Er pickt Walnüsse aus Vertiefungen. Seine Prognose für das Spiel gegen die Elfenbeinküste war allerdings falsch.
  • Im Zoo Heidelberg sind zur WM 2026 die zwei Stinktiere Yves und Prada im Einsatz. Sie prophezeiten dagegen optimistisch einen deutschen Sieg, indem sie den Deutschland-Napf leerten.
  • Der Zoo Leipzig schickt seine hochintelligenten Blaukehlaras ins Rennen, liebevoll „Das Arakel“ genannt. Sie tippen rein aus jugendlicher Neugier und Spieltrieb, indem sie Gegenstände attackieren.

Skurriles

  • Das Gürteltier Norman war 2014 so „konfus“ und tippte so oft daneben, dass es vom Zoodirektor noch während der Vorrunde vorzeitig „in den Ruhestand“ versetzt wurde.
  • Kuh Yvonne tippte 2012 permanent falsch und so änderten die Redakteure mitten im Turnier das Regelwerk in: „Yvonne frisst immer den Napf des Verlierers leer.“ Danach stimmte die Quote wieder.
  • Die russische Katze Achilles (Orakel der WM 2018) war von Geburt an komplett taub und ließ sich von keinem Lärm ablenken.
  • Schneeleopard Sagar aus dem Zoo Neunkirchen orakelte nicht für die Quoten, sondern im offiziellen Auftrag des NABU, um auf die Bedrohung seiner Art (nur noch ca. 4.000 Tiere weltweit) aufmerksam zu machen.
  • Es muss nicht immer ein Tier sein: Spiegel Online schickte 2014 einen Saugroboter namens „Abstauber“ ins Rennen. Das Tor, in das er zuerst krachte, hatte verloren.
  • In England tippte bei der WM 2010 die Bulldogge „Rooney“ (benannt nach Wayne Rooney). Der Hund verweigerte jedoch oft komplett die Futteraufnahme, wenn das englische Team schlecht spielte.
  • In Kolumbien orakelte einst ein Schimpanse, der die Flaggen-Boxen der Teams kurzerhand zertrümmerte, wenn ihm das Spiel zu langweilig erschien.
  • Das Fischorakel Molly wurde 2016 berühmt. Ihre Trefferquote war zwar statistisch eine Katastrophe, aber sie erreichte absoluten Kultstatus bei den Fans. Es ging nämlich eigentlich um ihr Paarungsverhalten. Um das Paarungsverhalten von Molly auf die Spielergebnisse übertragen zu können, wurde die Aufenthaltsdauer gemessen, die das Fischorakel in direkter Nähe des virtuellen, von ihr bevorzugten Fisches verbracht hat. Mit Hilfe dieser Ergebnisse wurde anschließend der Ausgang der Fußballspiele vorausgesagt.
  • Seehund-Dame Daisy schockierte Deutschland vor dem Turnierstart 2018, als sie konsequent den Ball Mexikos auf der Schnauze balancierte und am Ende mit dem deutschen Vorrunden-Aus recht behalten sollte.
  • In Australien nutzte man ein Salzwasserkrokodil namens Harry, das Hühnchenteile von Flaggen-Leinen riss.
  • Das Toastbrot-Orakel: Hierbei werden zwei Toastscheiben mit den Flaggen der spielenden Länder getoastet oder verziert und gleichzeitig in einen Toaster gesteckt. Das Brot, das zuerst heraushüpft, hat gewonnen.
  • Das Bierkrug-Orakel: Zwei frisch gezapfte Maß Bier werden nebeneinander gestellt. In welchen Krug fliegt als Erstes eine Wespe oder eine Fliege? Das Team hat verloren. Absolut unwissenschaftlich, aber ein Riesenspaß für die Biergarten-Gäste.
  • Das Melonen-Rennen: Zwei Wassermelonen werden eine steile Straße hinuntergerollt. Die Melone, die im Ziel ankommt, ohne am Bürgersteig zu zerschellen, sichert ihrem Land den Dreier.

Die niedersächsischen Orakel-Tiere

  • Elefantenkuh Nelly aus dem Serengeti-Park Hodenhagen gilt als die absolute „Grande Dame“ der deutschen Tierorakel. Nelly tippte für die Spiele der Männer 2010 (WM), 2012 (EM), 2014 (WM), 2016 (EM) und 2018 (WM) indem sie einen Fußball auf zwei Tore schoss. Die Mannschaft, in deren Tor der Ball landete, hatte verloren. Mit einer Trefferquote von zeitweise über 85 % (bei Frauen-WM, EM und Männer-WM) orakelte Nelly statistisch auf absolutem Champions-League-Niveau.
  • Im Erlebnis-Zoo Hannover durften bei vergangenen Turnieren regelmäßig die Erdmännchen ran. Sie orakelten 2014 (WM) im Kollektiv, indem sie Futterbecher stürmten. Meistens gewann das Land, dessen Futterbecher am schnellsten komplett umgeworfen und geplündert wurde. Chaos-Tippen par excellence.
  • Auch die Seelöwen im Zoo Hannover zeigten 2014 (WM) sportlichen Einsatz und balancierten Bälle mit den entsprechenden Nationalflaggen.
  • Im Tierpark Nordhorn schickte man 2014 (WM) Stachelschweine ins Rennen.
  • Aus dem Wildpark Müden tippte in der Vergangenheit 2014 (WM) Frettchen-Dame Fritzi.
  • Im ostfriesischen Zoo Jümme und auf verschiedenen Bauernhöfen der Region wurden schon Zwergziegen eingesetzt, die durch das Durchschreiten von Holztoren den Sieger bestimmten.

2026 liegt das Epizentrum der tierischen Orakel vor allem im Südwesten und Westen Deutschlands, während Niedersachsens Zoos den Fokus aktuell verstärkt auf den klassischen Artenschutz legen.