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Die faszinierendsten Bier-Fakten und Mythen rund um das beliebte Getränk

Hilft warmes Bier wirklich bei Erkältungen und trinken wir Deutschen wirklich das meiste Bier der Welt? Oder stimmt es überhaupt, dass die Reihenfolge von Wein und Bier über den Kater entscheidet?
Das Thema Bier steckt voller Überraschungen. Wir räumen hier mit den bekanntesten Mythen auf und verraten euch die faszinierendsten Fakten rund um das beliebteste Gebräu der Welt.


Ein bisschen Geschichte

  • Die ersten Bierbrauer der Menschheit waren Frauen. Im alten Ägypten und Mesopotamien lag die Braukunst exklusiv in den Händen von Frauen und Priesterinnen.
  • Die sumerische „Hymne an Ninkasi“ aus dem Jahr 1800 v. Chr. enthält das älteste schriftlich überlieferte Braurezept.
  • Die Bauarbeiter der ägyptischen Pyramiden erhielten als Lohn und Stärkung etwa 4 Liter Bier pro Tag.
  • Nach altnordischer Mythologie wartet in Walhalla die Ziege Heidrun, aus deren Euter unendlich viel Bier fließt.
  • Im babylonischen Codex Hammurabi (ca. 1770 v. Chr.) gab es bereits strenge Gesetze für Brauer. Wer schlechtes Bier ausschenkte, riskierte die Todesstrafe.
  • Das deutsche Reinheitsgebot von 1516 erlaubte ursprünglich nur drei Zutaten: Wasser, Gerste und Hopfen. Die Hefe war damals noch gar nicht entdeckt.
  • Im Mittelalter trank man Bier nicht nur zum Genuss, sondern weil das Trinkwasser oft keimbelastet war. Durch das Kochen beim Brauprozess wurde Bier zum keimfreien Grundnahrungsmittel.
  • 1814 barst in London ein gigantisches Gärfass und eine Flutwelle aus 1,5 Millionen Litern Bier ergoss sich durch die Straßen und kostete 8 Menschen das Leben.
  • Das weltberühmte tschechische Pilsner wurde 1842 in der Stadt Pilsen vom bayerischen Braumeister Josef Groll erfunden.

Zum Weitererzählen

  • 200 Milliarden Liter Bier werden jährlich weltweit konsumiert.
  • Nicht Deutschland, sondern Tschechien führt seit Jahrzehnten unangefochten die Weltspitze beim Bierkonsum an (über 130 Liter pro Kopf pro Jahr).
  • China produziert weltweit das meiste Bier (ca. 35,3 Milliarden Liter pro Jahr).
  • In Deutschland gibt es über 1.500 Brauereien und mehr als 5.500 verschiedene Biersorten.
  • Über 50 % aller deutschen Brauereien befinden sich in Bayern (mit der höchsten Dichte in Oberfranken).
  • Der Königliche Hirschgarten in München ist mit über 8.000 Plätzen der größte Biergarten der Welt.
  • Nur die weiblichen Hopfenblüten werden zum Brauen verwendet, Hopfen ist nämlich zweigeschlechtlich und die männlichen Dolden verhindern die Schaumbildung.
  • Die Qualität testet ihr am besten, indem ihr das Glas leicht neigt. Wenn dann der Schaum daran hängen bleibt, ist das ein eindeutiges Zeichen für hohe Bierqualität. Aber auch dafür, dass das Glas sauber ist.
  • In der Werbung darf in den USA nicht gezeigt werden, dass Alkohol getrunken wird. Deshalb werden in den meisten Bierwerbespots nur Menschen gezeigt, die anstoßen.
  • Den Guinness-Rekord im Schnelltrinken hielt Steven Petrosino, der 1977 einen Liter Bier in 1,3 Sekunden leerte.
  • John Evans balancierte 2010 ein Gestell mit 237 Pints (über 130 Liter) Bier auf seinem Kopf.
  • Das schottische „Snake Venom“ bringt es auf stolze 67,5 % Vol. Alkohol.
  • Eine Flasche Münchner Löwenbräu überstand 1937 den Absturz des Luftschiffs Hindenburg und wurde 2009 für über 11.000 Euro versteigert.
  • Laut einer Schätzung der Brauerei Guinness bleiben britischen Biertrinkern mit Bart jährlich rund 93.000 Liter Bier im Gesichtshaar hängen.
  • Das US-amerikanische „Mamma Mia Pizza Beer“ wird mit Tomaten, Knoblauch, Basilikum und Oregano gebraut.
  • Mit „Snuffle“ gibt es ein alkoholfreies, kohlensäurefreies Bier für Hunde auf Basis von Fleischbrühe und Malz.

Bier-Mythen

  • Ein alkoholfreies Bier ist absolut frei von Alkohol
    Bier darf nach deutschem Gesetz als alkoholfrei deklariert werden, solange der Alkoholgehalt unter 0,5 Vol.-% liegt. Solche geringen Restmengen entstehen technisch bedingt beim Brauprozess. Wenn ein Bier gar keinen Alkohol enthält, hat es die Kennzeichnung „0,0 Vol. %“ .
  • Mischgetränke wie Radler machen schneller betrunken
    Die Kohlensäure und der Zucker lassen den Alkohol spürbar schneller im Blut ankommen. Allerdings halbiert die Mischung den Gesamtalkoholgehalt des Getränks. Unterm Strich nimmt man bei zwei Radlern exakt genauso viel Alkohol auf wie bei einem Vollbier, der Blutzuckerspiegel steigt nur schneller an, was das Gefühl der Rauschwirkung täuscht.
  • „Bier nach Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir.“
    Es spielt für den Kater am nächsten Morgen überhaupt keine Rolle, in welcher Reihenfolge man die Getränke trinkt. Entscheidend ist allein die Gesamtmenge an reinem Alkohol und wie viel Wasser man dazu trinkt. Der Spruch hat historische Ursprünge: Wer vom günstigen Bier zum teuren Wein aufstieg, hatte es wirtschaftlich geschafft, der umgekehrte Weg galt als Abstieg.
  • Ein „Konterbier“ hilft gegen den Kater.
    Alkohol am Morgen verzögert den Kater nur, er heilt ihn nicht. Alkohol baut sich im Körper ab und entzieht ihm Wasser und Mineralstoffe. Das Konterbier führt zwar kurzfristig zu einer leichten Betäubung der Symptome, verlängert den Abbauprozess der Leber aber nur und verschlimmert die Dehydrierung.
  • Bier macht einen Bierbauch.
    Bier selbst ist gar keine Kalorienbombe (0,5 Liter Pils haben ca. 200 kcal). Der Fettansatz entsteht vor allem durch zwei Effekte: Alkohol bremst die Fettverbrennung und wirkt stark appetitanregend, was meist zu kalorienreichen Snacks führt.
  • Dunkles Bier ist stärker als helles Bier.
    Die Farbe des Bieres hat nichts mit dem Alkoholgehalt zu tun. Die dunkle Farbe entsteht durch die Verwendung von dunklerem, stärker geröstetem Malz.
  • Bier muss eiskalt serviert werden.
    Sehr kalte Temperaturen (unter 4–6 °C) betäuben die Geschmacksnerven auf der Zunge und überdecken Aromen. Während einfaches Industrielager bei sehr kalten Temperaturen erfrischend schmeckt, entfalten komplexe Biersorten (wie Bockbier, Weizen oder IPAs) ihr volles Aroma erst bei 8 bis 12 °C.
  • Warmes Bier ist eine Wunderwaffe bei Erkältungen.
    Die ätherischen Öle im Hopfen und die Bitterstoffe können zwar leicht entzündungshemmend und schlaffördernd wirken, allerdings schwächt der Alkohol das Immunsystem und entzieht dem geschwächten Körper wertvolle Flüssigkeit. Sobald Fieber im Spiel ist, richtet das warme Bier mehr Schaden an, als es hilft. Ein Kräuter-Tee erreicht das gleiche Ergebnis ohne die Nebenwirkungen des Alkohols.
  • Gutes Bier braucht genau sieben Minuten beim Zapfen.
    Das gehört in die Welt der alten Gastronomie-Legenden. Dauert der Zapfvorgang tatsächlich so lange, erwärmt sich das Bier im Glas viel zu stark und verliert einen Großteil seiner Kohlensäure. Das Ergebnis ist ein abgestandener, schal schmeckender Sud. Profis zapfen ein Pils heute in zwei bis drei Minuten in zwei Zügen.
  • Bier hält ewig
    Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oxidiert der Hopfen schrittweise, wodurch frische und fruchtige Aromen verschwinden. Ausnahme: Hochprozentige Starkbiere oder Trappistenbiere, die durch Nachgärung in der Flasche jahrelang reifen können.