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Ekelt ihr euch vor Spinnen? Wir räumen mit den üblichen Mythen auf

Viele mögen sie nicht oder ekeln sich sogar vor ihren vielen Beinen. Dabei gehören Spinnen zu den eindrucksvollsten Geschöpfen unserer Erde. Wir räumen hier mal mit den hartnäckigsten Mythen auf, verraten euch verblüffende Fakten und zeigen euch, wie ihr die ungebetenen Gäste im Haus ganz friedlich auf Abstand haltet.

Faszinierende Fakten über Spinnen

  • Spinnen existieren seit über 380 Millionen Jahren, also schon lange vor den ersten Dinosauriern.
  • Es gibt weltweit weit über 50.000 beschriebene Spinnenarten.
  • Schätzungen zufolge ist man in der Natur selten mehr als drei Meter von einer Spinne entfernt.
  • Ohne Spinnen würden Insekten die Ernten vernichten und das ökologische Gleichgewicht zerstören.
  • Spinnen haben kupferbasiertes Blut (Hämocyanin), weshalb es blau schimmert.
  • Spinnen haben keine Streckmuskeln in den Beinen. Sie bewegen ihre Beine durch den Druck von Körpersäften.
  • Spinnen besitzen Geschmackssensoren an den Beinen und "schmecken", worauf sie treten.
  • Spinnen können nicht kauen, deshalb injizieren sie Verdauungssäfte in ihre Beute und saugen diese dann auf.
  • Spinnenseide ist im Körper flüssig und härtet erst aus, wenn sie austritt. Ein Spinnfaden ist reißfester als Stahl und elastischer als Nylon.
  • Da die Herstellung von Seide energieintensiv ist, fressen viele Spinnen ihr altes Netz auf, um die Proteine zu wieder zu verwenden.
  • Trotz ihrer bis zu 8 Augen sehen die meisten Arten extrem schlecht und verlassen sich auf Erschütterungen.
  • Die kleinste Spinne der Welt ist nur ca. 0,37 mm groß und damit so klein wie ein Nadelöhr.
  • Die Goliath-Vogelspinne erreicht eine Beinspannweite von bis zu 30 cm und wiegt bis zu 175 Gramm.
  • Männliche Brautjungfernspinnen überreichen Weibchen eingewickelte Insekten, schummeln manchmal aber auch mit leeren Hüllen.
  • Viele südamerikanische Vogelspinnen schießen bei Gefahr juckende Brennhaare vom Hinterleib ab.

Hartnäckige Mythen über Spinnen

Mythos 1: Man verschluckt 8 Spinnen pro Jahr im Schlaf

Völliger Unsinn. Die Vibrationen unseres Atmens und Herzschlags schrecken Spinnen ab.

Mythos 2: Spinnen legen Eier unter der menschlichen Haut ab

Spinnen besitzen keinen Stachel und bauen ihre Eier ausschließlich in geschützten Kokons aus Seide.

Mythos 3: Alle Spinnen sind gefährlich

Von über 50.000 Arten sind weniger als ein Dutzend wirklich gefährlich für den Menschen. Entweder ist ihr Gift zu schwach, oder ihre Beißwerkzeuge sind zu klein, um die menschliche Haut zu durchdringen.

Mythos 4: Spinnenweibchen fressen das Männchen immer nach der Paarung.

Das passiert nur bei wenigen Arten, meist gelingt dem Männchen die Flucht.

Mythos 5: Eine Spinne krabbelt aus dem Staubsauger wieder heraus

Der Unterdruck und z. B. Krümel im Beutel töten die meisten Tiere sofort.

Mythos 6: Hausspinnen kommen im Herbst von draußen nach drinnen

Die meisten Hausspinnen leben das ganze Jahr drinnen im Verborgenen, im Herbst suchen sie lediglich auffälliger nach Partnern.

Mythos 7: Spinnen suchen nachts gezielt die Nähe von Menschen

Menschen sind für Spinnen riesige, bedrohliche Vibrationsobjekte, die sie meiden.

Mythos 8: Wenn man eine Spinne aus dem Fenster wirft, stirbt sie beim Aufprall

Aufgrund ihres geringen Gewichts und des Luftwiderstands überstehen Spinnen Stürze aus großer Höhe meist unbeschadet.

Mythos 9: Ultraschall-Stecker vertreiben Spinnen

Untersuchungen zeigen, dass Spinnen auf diese Frequenzen kaum reagieren.

Mythos 10: Bananenspinnen sind in Deutschland eine Gefahr im Supermarkt

Spinnen, die als blinde Passagiere in Obstkisten oder Palmen reisen, werden extrem selten lebend gefunden, da die Logistikketten neben Kontrollen auch Begasungen und Kühlungen beinhalten.
Die einizge bisher in einem Supermarkt gefundene Spinne, die für den Menschen gefählrich werden kann, ist die „Brasilianische Wanderspinne“. In Brasilien, wo die Spinne beheimatet ist, sterben jedes Jahr etwa drei Menschen an ihrem Biss. Nachdem aber nur 0,8 Prozent der Bananen auf dem deutschen Markt aus Brasilien stammen, ist die Wahrscheinlichkeit, mit einer „Brasilianische Wanderspinne“ in Kontakt zu kommen, sehr gering.


Was tun gegen Spinnen?

  • Schaltet das Licht aus, wenn ihr es nicht benötigt. Denn dort wo Insekten sind, sind auch Spinnen. Nicht weil sie vom Licht angezogen werden, sondern weil sie ihrer Beute folgen
  • Tragt rund um Fenster und Türen Öle auf. Beispielsweise Eukalyptus-, Teebaum- oder Pfefferminzöl. Auch Essig kann helfen. Oder stellt ein Schälchen neben die besagten Stellen
  • Spinnen mögen auch keine Zitrusdüfte. Also raus mit den Zitronen, Limetten, Orangen und Grapefruits!
  • Besorgt euch eine Katze ;-)
  • Putzt regelmäßig. Spinnen lieben dunkle, verlassene Plätze in eurem zu Hause
  • Engmaschige Fliegengitter an Fenstern und Balkontüren verhindern zuverlässig, dass Spinnen (und deren Beuteinsekten) überhaupt ins Haus gelangen.

Wie sollte man Spinnen beseitigen?

  • Saugt einfach die Spinne mit dem Staubsauer auf. Spinnenfreunde können den Beutel entfernen und mindestens 50 m vom Haus entfernt platzieren. So kann die Spinne wieder herauskrabbeln und kommt nicht so schnell zurück
  • Die Mutigen unter euch fangen die Spinne einfach mit einem Glas und einem Zettel ein. Anschließend setzt ihr sie einfach Draußen aus.
  • Oder ihr besorgt euch Hilfsmittel. Die sogenannten Spinnenfänger, auch bekannt unter Spider Catcher, ermöglichen euch, mit ausreichendem Abstand die Spinne einzufangen