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Ihr wollt mit skurrilem Nerd-Wissen glänzen? Hier gibt es alles über eure Lieblings-Emojis

Habt ihr euch jemals gefragt, wer eigentlich entscheidet, welche Emojis auf eurem Smartphone landen? Warum ein einfacher Daumen nach oben euch vor Gericht bringen kann? Oder wieso der offizielle Welt-Emoji-Tag ausgerechnet am 17. Juli gefeiert wird? Egal ob die Antwort Ja oder Nein lautet, hier findet ihr informative, skurrile und geniale Fakten über Emojis, die ihr garantiert noch nicht kanntet.


Ein bisschen Geschichte

  • Die ersten Emojis wurden 1999 von dem japanischen Designer Shigetaka Kurita entwickelt. Er entwarf 176 Symbole für das mobile Internet-System „i-mode“.
  • Die originalen 176 Emojis von Kurita sind echte Kunst. Seit 2016 sind sie Teil der Dauerausstellung im weltberühmten Museum of Modern Art in New York.
  • Emojis sind nicht das Gleiche wie Emoticons. Letztere bestehen nur aus Satzzeichen wie z. B. ;-) und wurden 1982 vom Informatiker Scott Fahlman erfunden, um Witze in Texten zu kennzeichnen.
  • Das Wort „Emoji“ stammt aus dem Japanischen und setzt sich zusammen aus „e“ (Bild) und „moji“ (Schriftzeichen).
  • Obwohl es Emojis schon seit 1999 gab, wurden sie im Westen erst richtig populär, als Apple 2011 eine offizielle Emoji-Tastatur in das iOS-Betriebssystem integrierte. Android zog 2013 nach.
  • Das Unicode-Konsortium entscheidet seit Januar 1991 über neue Emojis. In dieser Non-Profit-Organisation sitzen unter anderem Apple, Google, Microsoft und Adobe.
  • Jeder kann beim Unicode-Konsortium einen Antrag für ein neues Emoji einreichen. Das Dokument muss jedoch wissenschaftlich begründet sein. Der Prozess bis zur Freigabe dauert meistens bis zu zwei Jahre.
  • Das Konsortium gibt nur den Code und ein grobes Schwarz-Weiß-Muster vor. Wie das Emoji am Ende aussieht, entscheidet der Hersteller. Deshalb sieht eine Grimasse auf einem iPhone oft völlig anders aus als auf einem Google-Gerät.
  • Der 17. Juli ist der offizielle Welt-Emoji-Tag. Warum? Weil dieses Datum auf dem originalen Kalender-Emoji 📅 von Apple abgebildet ist (es ist der Tag, an dem Apple 2002 seine Kalender-App „iCal“ vorstellte).
  • Emojis landen immer häufiger vor Gericht. In mehreren Ländern wurden Daumen-hoch-Emojis 👍 von Richtern bereits als rechtskräftige Zustimmung zu einem Vertrag oder einer Vereinbarung gewertet.
  • Im Englischen und Japanischen ist der Begriff „Emoji“ sowohl für die Einzahl als auch für die Mehrzahl korrekt. Die eingedeutschte Form „Emojis“ hat es mittlerweile aber ganz offiziell in den Duden geschafft.

Wann wurde welches Emoji eingeführt?

  • Das rote Herz ❤️ wurde 1993 (Unicode 1.1) unter dem Namen „Heavy Black Heart“ eingeführt. Es ist eines der ältesten Zeichen überhaupt, das bis heute die Top 3 der weltweiten Emoji-Charts anführt.
  • Das Tränen lachende Gesicht 😂 gibt es seit 2010. Es wurde 2015 sogar zum Oxford Wort des Jahres gewählt.
  • Auch das laut weinende Gesicht 😭 gibt es seit 2010. Es wird heute genutzt, um extreme Belustigung oder Überforderung auszudrücken.
  • Nach Diskussionen wurde 2010 auch der Kackhaufen 💩 eingeführt. Ursprünglich in Japan ein reines Glückssymbol (da das Wort für Kot dort ähnlich klingt wie das Wort für Glück), trat es seinen Siegeszug als Protest-Emoji an.
  • Das Augen rollende Gesicht 🙄 kam erst etwas später, nämlich 2015 (Unicode 8.0), zusammen mit dem Sarkasmus-Klassiker, dem umgedrehten Gesicht 🙃 dazu.
  • Aubergine 🍆 & Pfirsich 🍑 gibt es auch seit 2010, aber erst ab 2014/2015 wurden sie durch die sexuelle Doppeldeutung weltberühmt.
  • Auch der Totenkopf 💀 erlebte erst 10 Jahre nach Veröffentlichung im Jahr 2020 eine massive Renaissance.
  • Feuer 🔥 wurde auch erst ab 2015/2016 zum absoluten Megahit auf Snapchat und Instagram, um etwas als „cool“, „heiß“ oder „völlig abgefahren“ zu bezeichnen.
  • Das schmelzendes Gesicht 🫠 gibt es seit 2021 (Unicode 14.0). Es wurde in Rekordzeit zu einem der beliebtesten Emojis weltweit. Es fängt das kollektive Gefühl von „Es ist alles zu viel“ perfekt ein.
  • 🥲 wurde 2020 eingeführt (Unicode 13.0). Das Gesicht, das lächelt, während ihm eine Träne die Wange herunterläuft ist das ultimative Symbol für „Mir geht's gut, danke der Nachfrage (nicht)“

Gut zu wissen

  • Forscher fanden heraus: Wenn wir ein Gesichts-Emoji ansehen, werden im menschlichen Gehirn dieselben Areale aktiviert, als würden wir das echte Gesicht eines Menschen betrachten.
  • Im Jahr 2015 wählte das Oxford Dictionary zum ersten Mal kein echtes Wort, sondern ein Emoji zum „Wort des Jahres“: das Gesicht mit Freudentränen 😂.
  • Im September 2025 wurde gezählt und es gab insgesamt 3.953 offizielle Emojis im Unicode-Standard (inklusive aller Hautfarben- und Geschlechtervarianten).
  • Seit 2015 arbeitet das Konsortium stark an Diversität. Neben fünf verschiedenen Hauttönen wurden auch geschlechtsneutrale Emojis für verschiedene Altersstufen eingeführt.
  • Bereits 2015 enthielten statistisch gesehen die Hälfte aller Kommentare auf Instagram mindestens ein Emoji.
  • Allein über den Facebook Messenger werden jeden Tag mehr als 5 Milliarden Emojis verschickt.
  • Die Geburtstagstorte 🎂 und die Pizza 🍕 sind die am häufigsten genutzten Food-Emojis.
  • Die Regenbogenfahne 🏳️‍🌈 ist auf technischer Ebene kein einzelnes Emoji. Sie wird vom Smartphone erzeugt, indem die weiße Fahne 🏳️ und der Regenbogen 🌈 durch einen unsichtbaren Code miteinander verschmolzen werden.
  • Es gibt für jede der 24 halben und vollen Stunden ein eigenes Uhren-Emoji
  • Das Emoji der zwei tanzenden Männer 👯‍♂️ kam erst viel später als das der Frauen. Männer mussten jahrelang alleine tanzen.
  • Tiere gehören zu den am heißesten diskutierten Kategorien. Als das Alpaka 🦙 eingeführt wurde, wurde das weltweit im Netz gefeiert.

Bedeutungen und Missverständnisse

  • Die zusammengelegten Hände 🙏 werden im Westen oft als High Five interpretiert. Ursprünglich symbolisieren sie jedoch eine betende oder dankbare Geste (im japanischen Kulturkreis auch für „Bitte“ oder „Danke“).
  • Das Emoji der schockierten Katze mit den Pfoten an den Wangen 🙀 soll laut originalem Design eigentlich gar nicht schockiert sein. Es stellt einfach eine Katze dar, die müde ist und gähnt.
  • Zwei Frauen mit Hasenohren, die tanzen 👯‍♀️, symbolisieren im Westen meistens Freundschaft und Party. Der Ursprung liegt jedoch bei den japanischen „Bunny-Girls“, die stark an die US-Playboy-Bunnies angelehnt sind.
  • Das Pfirsich-Emoji 🍑 wird statistisch gesehen nur in etwa 7 % aller Fälle genutzt, um über die eigentliche Frucht zu sprechen. Der Rest der Nutzung bezieht sich auf das menschliche Gesäß.
  • Das „Daumen hoch“-Emoji 👍 bedeutet in Europa und den USA „Alles klar“ oder „Super“. In Teilen des Nahen Ostens, Westafrikas oder Russlands gilt es jedoch traditionell als eine extrem beleidigende, vulgäre Geste (vergleichbar mit dem Stinkefinger).
  • In Kanada verurteilte ein Gericht einen Landwirt zur Zahlung von über 80.000 Dollar, weil er auf den Entwurf eines Kaufvertrags per SMS mit einem „Daumen hoch“ 👍 geantwortet hatte. Der Richter wertete das Emoji als rechtskräftige digitale Unterschrift. Der Bauer argumentierte vergeblich, er habe nur den Erhalt der Nachricht bestätigen wollen.
  • Ist ein Pistolen-, Messer- oder Bomben-Emoji in einer Nachricht an den Ex-Partner bereits eine ernstzunehmende Morddrohung? Gerichte tun sich extrem schwer damit, die Intention hinter den bunten Bildchen rechtssicher zu bewerten.
  • Während wir uns mit diesem Emoji 👋 freundlich Hallo oder Tschüss sagen, wird es in China in Chats oft im Sinne von „Wir sind fertig miteinander“ oder „Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben“ genutzt.
  • Das „Applaus“-Emoji 👏 kann in China auch als Symbol für intime, sexuelle Beziehungen stehen.
  • Im Jahr 2014 gab es eine riesige Debatte im Unicode-Konsortium, ob ein Hot-Dog-Emoji eingeführt werden soll. Die skurrile Diskussion drehte sich darum, ob der Hot Dog mit Senf, Ketchup oder pur dargestellt werden muss. Erst 2015 setze sich die Variante mit Senf durch.
  • Das Emoji mit zwei anstoßenden Bierkrügen 🍻 zeigte jahrelang schäumendes Bier, obwohl die Krüge halbleer gezeichnet waren.
  • Im Jahr 2017 löste Google einen mittelschweren Internet-Shitstorm aus, weil beim Android-Burger-Emoji der Käse unter dem Fleisch platziert war. Google-CEO Sundar Pichai machte die Korrektur zur Chefsache und der Käse wanderte nach oben.
  • Der Amerikaner Fred Benenson sammelte 2010 per Crowdfunding Geld, um den Literatur-Klassiker Moby Dick komplett in Emojis zu übersetzen. Das Buch heißt „Emoji Dick“ und umfasst 736 Seiten.
  • Die Bill & Melinda Gates Foundation setzte sich erfolgreich für die Einführung des Mücken-Emojis 🦟 ein. Der Grund: Es hilft im Sanitätswesen, um Analphabeten in von Malaria oder Zika betroffenen Gebieten visuell vor Gefahren zu warnen.
  • Zwischen den Generationen hat sich eine massive Kluft in der Emoji-Grammatik aufgetan. Was für die Älteren höflich ist, wirkt auf Jüngere oft passiv-aggressiv oder merkwürdig. Ein falsches Emoji verrät im Chat oft das Alter.