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Gut zu wissen: Kaffee-Geschichte(n), die ihr garantiert noch nicht kanntet

Wusstet ihr, dass die erste Webcam der Welt nur erfunden wurde, um eine Kaffeekanne zu beobachten? Oder es einer Frau erlaubt war, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen, wenn dieser nicht für ausreichend Kaffee im Haushalt sorgte? Wir haben die skurrilsten, lustigsten und faszinierendsten Anekdoten rund um unser liebstes Heißgetränk zusammengetragen.


Kaffee-Wissen

  • Kaffeebohnen sind biologisch gesehen überhaupt keine Bohnen, sondern die Samen der Kaffeekirsche.  
  • Über 90 % des weltweiten Kaffees stammen von zwei Pflanzenarten ab: Coffea Arabica (feiner, komplexer) und Coffea Canephora (Robusta – wiederstandsfähiger, bitterer, mehr Koffein)
  • Kaffeepflanzen wachsen fast ausschließlich in einer bestimmten Region entlang des Äquators, dem sogenannten „Kaffeegürtel“ zwischen dem 23. nördlichen und 25. südlichen Breitengrad
  • Ein Kaffeestrauch braucht etwa 3 bis 5 Jahre, bis er zum ersten Mal Früchte trägt.
  • Die besten Kaffeekirschen werden per Hand geerntet, da an einem Strauch oft gleichzeitig reife rote und unreife grüne Früchte hängen
  • Brasilien produziert seit über 150 Jahren das meiste Kaffeevolumen weltweit, gefolgt von Vietnam und Kolumbien.

Ein bisschen Kaffee-Geschichte

  • Der Legende nach wurde Kaffee im 9. Jahrhundert in Äthiopien von einem Hirten namens Kaldi entdeckt. Seine Ziegen fraßen von den roten Kaffeekirschen und hüpften danach aufgedreht durch die Gegend.
  • Bevor man Kaffee als Getränk erfand, mischten ostafrikanische Stämme zerstoßene Kaffeebohnen mit tierischem Fett. Diese „Energiebälle“ dienten als Proviant für lange Wanderungen.
  • Als äthiopische Mönche von den aufputschenden Beeren hörten, hielten sie sie zunächst für Teufelszeug und warfen sie ins Feuer. Der dabei entstehende Röstduft war jedoch so verlockend, dass sie die Bohnen aus der Asche holten und mit Wasser aufbrühten. 
  • Im 15. Jahrhundert gab es im Osmanischen Reich ein Gesetz, das es einer Frau erlaubte, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen, wenn dieser nicht für ausreichend Kaffee im Haushalt sorgte.
  • Im 16. Jahrhundert verlangten katholische Berater von Papst Clemens VIII., den Kaffee als „Erfindung Satans“ zu verbieten. Der Papst probierte einen Schluck, fand ihn köstlich und beschloss, den Kaffee symbolisch zu „taufen“. 
  • Das erste europäische Kaffeehaus eröffnete 1645 im italienischen Venedig. 
  • Nach der Türkenbelagerung Wiens im Jahr 1683 ließen die abziehenden osmanischen Truppen Hunderte Säcke mit grünen Kaffeebohnen zurück. Dies legte den Grundstein für die berühmte Wiener Kaffeehauskultur.
  • Im London des 17. und 18. Jahrhunderts wurden Kaffeehäuser „Penny Universities“ genannt. Für einen Penny bekam man eine Tasse Kaffee und Zugang zu Zeitungen und Debatten der Stadt. 
  • Der französische Offizier Gabriel de Clieu stahl 1720 einen Kaffeesetzling aus dem königlichen Garten in Paris. Auf der Schiffsüberfahrt nach Martinique teilte er sein knappes Trinkwasser mit der Pflanze. Von diesem einen Baum stammen Millionen Kaffeepflanzen Lateinamerikas ab.
  • Das gigantische Kaffeeimperium Brasiliens geht auf eine Schmeichelei zurück: 1727 schmuggelte der portugiesische Offizier Francisco de Melo Palheta Kaffeesamen aus Französisch-Guayana, die ihm die Frau des dortigen Gouverneurs heimlich in einem Blumenstrauß versteckt hatte. Seit etwa 1850 ist Brasilien ununterbrochen der größte Kaffeeproduzent der Welt. 
  • Friedrich der Große erließ 1781 in Preußen ein privates Röstverbot, um die heimische Bierwirtschaft zu schützen. Er stellte „Kaffeeschnüffler“ ein, die durch die Straßen liefen und illegalen Kaffeeröstern am Geruch auf die Spur kamen. 
  • Der lösliche Kaffee wurde 1901 erfunden und feierte seinen weltweiten Durchbruch im Ersten und Zweiten Weltkrieg als Notverpflegung für US-Soldaten.
  • Der Bremer Ludwig Roselius erfand 1905 den entkoffeinierten Kaffee. Eine Ladung Kaffeebohnen war auf See mit Meerwasser getränkt worden und das Koffein löste sich, der Geschmack blieb weitgehend erhalten. 
  • Der Papierkaffeefilter wurde 1908 von der Dresdner Hausfrau Melitta Bentz erfunden. Sie nutzte dazu Löschpapier aus den Schulheften ihrer Söhne. 

Zum Weitererzählen

  • Seit 2006 feiern die Deutschen am 1. Oktober offiziell den „Tag des Kaffees“
  • Kaffee ist nach Erdöl das weltweit am meisten gehandelte Rohgut.
  • Eine geröstete Kaffeebohne besitzt über 800 verschiedene Aromastoffe, fast doppelt so viele wie Wein 
  • Viele denken, dunkler, kräftiger Kaffee sei stärker. Falsch! Durch das längere Rösten wird Koffein abgebaut, weshalb hell geröstete Bohnen oft mehr Koffein enthalten als dunkle Röstungen.
  • „Espresso“ bezeichnet keine eigene Bohnenart, sondern die Zubereitungsmethode, bei der Wasser mit ca. 9 bar Druck durch fein gemahlenes Kaffeemehl gepresst wird.
  • Das Wort „Kaffee“ geht auf das arabische Qahwa zurück. Ursprünglich bezeichnete der Begriff eine bestimmte Weinsorte. Da Alkohol im Islam verboten war, wurde der Kaffee zum akzeptierten Ersatz.
  • Die allererste Webcam der Welt wurde 1991 an der University of Cambridge installiert. Ihr einziger Zweck: Forschende wollten am Bildschirm sehen, ob die Kaffeekanne im Flur voll war, um Wege zu sparen.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die italienische Regierung einen Maximalpreis für Espresso an der Bar ein, um Kaffee als Grundnahrungsmittel für Arbeiter bezahlbar zu halten.
  • Dank spezieller Beutel und Maschinen tranken Astronauten 1968 während der Apollo-7-Mission den ersten echten Kaffee im Weltall.
  • Nicht etwa Italien oder Brasilien verbuchen den höchsten Pro-Kopf-Kaffeekonsum, sondern die Finne. Dort werden im Schnitt über 10 kg Kaffee pro Person und Jahr getrunken.
  • Finnland verankerte im 20. Jahrhundert als einziges Land der Welt gesetzliche Kaffeepausen für Arbeitnehmer im Tarifvertrag.