1. Startseite
  2. Programm
  3. Hilfreiche Tipps
  4. Schmutz Mythen

Ihr ekelt euch vor Schmutz? Wir sagen euch, wo es berechtigt ist und wo nicht

Viele finden es eklig, mit "Straßenklamotten" auf dem eigenen Sofa oder auf dem Bett zu sitzen und haben deshalb "Zuhauseklamotten". Nach Corona benutzen auch einige sehr viel ständig Desinfektionsspray, selbst nach dem Händewaschen.
Aber wo genau sitzt denn der meiste Schmutz? Wir haben mal für euch recherchiert.

Die "5-Sekunden-Regel" ist Quatsch

Es gibt ja die Behauptung, dass Bakterien 5 Sekunden brauchen, bis sie von einer Oberfläche (z. B. dem Boden) auf Nahrungsmittel oder Oberflächen (z. B. Taschen oder Handschuhe) etc. übergehen.
Das ist falsch: Bakterien übertragen sich sofort beim Kontakt. Je feuchter das Lebensmittel (z.B. ein Stück Apfel), desto schneller wandern die Keime.


Euer Handy ist schmutziger als eine Klobrille

Diverse Studien zeigen, dass auf Smartphones bis zu 100-mal mehr Bakterien pro Quadratzentimeter siedeln als auf einem durchschnittlichen Toilettensitz. Dies liegt vor allem an der Wärme des Geräts und dem ständigen Hautkontakt.


Der Küchenschwamm ist das bakterienreichste Objekt bei euch im Haus

In deutschen Haushalten wurden in einem einzigen Schwamm über 50 Milliarden Mikroorganismen pro Kubikzentimeter nachgewiesen. Selbst Auskochen hilft oft nicht, da die resistentesten Keime überleben und sich danach schneller vermehren. Am besten also regelmäßig erneuern oder Lappen benutzen, die sich bei 90 Grad waschen lassen.


Handtaschen sind absolute Keimschleudern

Untersuchungen in deutschen Großstädten ergaben, dass der Boden von Handtaschen oft Spuren von Fäkalbakterien aufweist. Das passiert vor allem, wenn Taschen in Restaurants, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Toiletten auf den Boden gestellt werden.


Rekordwert bei der Keimbelastung im Fitnessstudio

Deutsche Forscher fanden heraus, dass Hanteln bis zu 360-mal mehr Bakterien aufweisen als eine öffentliche Toilettenschüssel.


Nur 65 % der deutschen Männer waschen ihre Hände nach dem Toilettengang

Frauen sind mit einer Quote von ca. 85 % deutlich vorbildlicher.


Händewaschen ohne Seife ist fast wirkungslos

Viele waschen sich nur kurz die Hände mit Wasser. Ohne Seife werden die Lipidhüllen von Viren und der Fettfilm, an dem Schmutz haftet, jedoch nicht aufgebrochen.


Händetrockner pusten Bakterien herum

Warmlufttrockner in öffentlichen Toiletten können die Keimzahl in der Luft massiv erhöhen. Papiertücher sind in Sachen Hygiene die deutlich bessere Wahl.


Kaffeevollautomaten sind Schimmel-Hotspots

Besonders der Tresterbehälter und die Brühgruppe neigen durch Feuchtigkeit und Wärme zu schnellem Schimmelbefall. Tägliches Leeren und Trocknen wäre deshalb sinnvoll.


Tastaturen sind "Dreckschleudern"

In deutschen Büros finden sich auf Tastaturen oft mehr Keime als auf dem Toilettensitz der Firma. Krümel und Hautschuppen in den Zwischenräumen bilden den perfekten Nährboden.


Füße waschen sich beim Duschen nicht von selbst

Der Mythos, dass das herunterlaufende Seifenwasser reicht, stimmt nicht. Die Zwischenräume der Zehen solltet ihr aktiv reinigen und vor allem abtrocknen.


Mikroben lieben euren Bauchnabel

Wissenschaftler fanden in Proben von Bauchnabeln hunderte Bakterienarten, die teilweise noch völlig unbekannt waren. Er ist einer der am wenigsten beachteten Orte bei der Körperpflege.


Schneidebretter aus Holz sind hygienischer als Plastik-Bretter

Entgegen der Annahme, Plastik sei sauberer, besitzen viele Holzarten (wie Kiefer oder Eiche) natürliche Gerbsäuren, die Bakterien abtöten. In den tiefen Schnitten von Plastikbrettern können Keime hingegen ungestört überleben.


Silberbesteck wirkt antibakteriell

Kein Mythos, sondern Chemie: Silberionen zerstören die Zellmembran von Bakterien. Deshalb galt das Essen mit Silberlöffeln früher nicht nur als Statussymbol, sondern auch als Hygienemaßnahme.


Öfter mal die Waschmaschine auskochen

Da wir meist niedrige Temperaturen wie 30 oder 40 Grad nutzen, bildet sich ein Biofilm in der Maschine. Einmal im Monat solltet ihr bei 60 oder 90 Grad waschen, um die Bakterien abzutöten. Übrigens: Wäsche wird bei 30 Grad nicht wirklich "keimfrei". Zwar wird der sichtbare Schmutz entfernt, aber Bakterien überleben diese Temperatur problemlos.


Kühlschränke werden zu selten gereinigt

Das Gemüsefach solltet ihr monatlich mit Essigwasser reinigen, da auslaufende Flüssigkeiten und Obstreste etc. ein Paradies für Schimmel sind.


Milben lieben Kopfkissen

Nach zwei Jahren besteht etwa 10 % des Gewichts eines ungewaschenen Kopfkissens aus toten Milben und deren Kot. Nicht nur Allergiker sollten deshalb auch das Innere des Kopfkissens regelmäßig waschen, nicht nur den Bezug.


Duschvorhänge bilden Bakterienkolonien

Der rötliche oder schwarze Belag am unteren Rand ist kein Shampoorest oder einfach Dreck, sondern eine komplexe Bakterienkolonie. Diese Mikroorganismen ernähren sich von Seifenresten und Hautschuppen. Auch Duschvorhänge sollten also regelmäßig mindestens bei 60 Grad gewaschen werden.


Alte Staubsauger verteilen den Schmutz

Ältere Modelle saugen zwar den groben Dreck ein, blasen aber feine Staubpartikel und Allergene hinten aus der Lüftung wieder hinaus. Ihr solltet beim Neukauf darauf achten, dass euer Staubsauger einen HEPA-Filter hat, der über 99,9 % der Schwebeteilchen auffangen kann.


Viele Keime in den Gummidichtungen der Spülmaschine

Viele glauben, die Wasch- oder Spülmaschine sei durch das Reinigungsmittel sauber. Tatsächlich siedeln sich besonders in den Gummidichtungen extrem widerstandsfähige Hefepilze an, die Hitze und Lauge trotzen.


Krawatten sind die schmutzigsten Kleidungsstücke

Da sie fast nie gewaschen werden, sammeln sich auf Krawatten von Geschäftsleuten oft gefährliche Keime. In manchen deutschen Kliniken sind sie für Ärzte deshalb bereits verboten.


Wie schmutzig sind Hosen wirklich?

Wenn ihr euch in eine Bahn oder einen Bus setzt, sitzt ihr natürlich auch in Schmutz. Dabei ist die Art des Bezugs entscheidend:

  • Polstersitze sind die größten Schmutzspeicher. Staub, Hautschuppen, Haare und Kot sammeln sich tief im Gewebe. Wenn ihr euch setzt, werden diese Partikel nach oben gedrückt und bleiben an eurer Hose haften.
  • Glatte Flächen enthalten deutlich weniger Bakterien, da sie sich leichter reinigen lassen und Keime dort schneller austrocknen und absterben.

In beiden Fällen bringt ihr Straßenschmutz und die Bakterien fremder Menschen und Tiere direkt zu euch in die Wohnung. Viele Hygieniker raten deshalb dazu, die "Draußen-Hose" in der Wohnung gegen eine Heimhose zu tauschen, nicht nur aus Komfortgründen, sondern um die Keimbelastung im privaten Bereich gering zu halten.

Wusstet ihr, dass die wilden Muster auf den Sitzbezügen absichtlich so designt sind, dass sie Schmutz "verstecken"? Ein Sitz kann so optisch sauber wirken und der Schmutz verschwindet im Muster-Chaos.


Ärmelbündchen von Oberteilen sind schmutzig

Die Bündchen an den Handgelenken streifen den ganzen Tag über Oberflächen: Tastaturen, Haltegriffe im Bus oder schmutzige Tische. Da wir "nur" unsere Hände waschen, sammeln sich hier innerhalb weniger Stunden Millionen von Bakterien.


Wo ist es Draußen besonders schmutzig?

Haltestangen und Türgriffe

In Bussen und Bahnen sind die vertikalen Haltestangen oft stärker belastet als die Sitze. Da die Hände die Hauptüberträger für Keime sind, sammeln sich hier innerhalb eines Vormittags Bakterien von hunderten verschiedenen Menschen.


Geldautomaten und Bezahlterminals

Die Tastatur eines Geldautomaten ist statistisch gesehen einer der schmutzigsten Orte in der Innenstadt. Kaum jemand reinigt die Tasten, während täglich hunderte Finger darauf tippen. Untersuchungen haben ergeben, dass auf der "Enter"-Taste eines viel genutzten Automaten mehr Bakterien siedeln können als auf einer durchschnittlichen öffentlichen Toilette.


Bargeld ist erstaunlich "sauber".

Trotz der Liebe der Deutschen zum Bargeld überträgt es kaum Krankheiten, da die Kupferanteile in Münzen und die Beschichtung der Scheine das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen und Viren hemmen.


Die Knöpfe an Fußgängerampeln

Besonders die gelben Kästen an Ampeln in deutschen Großstädten sind wahre Keimschleudern. Da jeder, der die Straße überqueren will, denselben Punkt drückt, findet hier ein massiver Austausch von Mikroorganismen statt.
Viele Menschen nutzen instinktiv den Ellenbogen oder den Knöchel, was zwar die Finger schützt, den Schmutz aber auf die Kleidung überträgt.


Schwimmbäder riechen nach Chlor, weil sie schmutzig sind

Der typische „Schwimmbadgeruch“ entsteht erst, wenn Chlor mit Harnstoff (Urin oder Schweiß) reagiert. Ein stark riechendes Becken ist also eigentlich ein Zeichen für mangelnde Sauberkeit der Badegäste.


Speisekarten in Restaurants und Cafes

In der Gastronomie werden Tische zwar abgewischt, die Speisekarten jedoch selten. Da sie durch unzählige Hände gehen und oft auf den (vielleicht nicht ganz sauberen) Tisch gelegt werden, beherbergen sie oft eine hohe Keimdichte.
Deshalb besser nach der Bestellung und dem Zuklappen der Karte kurz die Hände desinfizieren.


Rolltreppen-Handläufe

Das Gummi der Handläufe in Kaufhäusern oder U-Bahn-Stationen ist porös und bietet Bakterien hervorragende Haftungsmöglichkeiten. Da die Handläufe ständig im Kreis laufen, nehmen sie kontinuierlich neuen Schmutz auf.


Einkaufswagen-Griffe

Ein Einkaufswagen wird im Laufe eines Tages von dutzenden Menschen durch den Laden geschoben. Da viele Kunden auch unverpacktes Obst oder Gemüse anfassen und danach den Griff halten, vermischen sich hier Lebensmittelrückstände mit Hautkeimen. In Stichproben wurden auf Einkaufswagen-Griffen deutlich mehr Darmbakterien gefunden als an den Griffen von Badezimmertüren.