Spannende Fakten, die ihr noch nicht über den Muttertag wusstet
Die Tradition, Mütter zu ehren, hat eine lange Geschichte. Hinter der Rührseligkeit und den Blumensträußen verbergen sich ein paar ziemlich spannende Fakten. Hier eine Auswahl:
Wusstet ihr?
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz fällt der Muttertag traditionell auf den zweiten Sonntag im Mai.
- Dass der Tag auf einen Sonntag fällt, verdanken wir der Tatsache, dass Anna Jarvis (siehe unten) wollte, dass auch arbeitende Väter und Kinder Zeit haben, die Mutter zu ehren.
- Im Englischen heißt es wie bei uns Mother's Day (Tag der Mutter) und nicht Mothers' Day (Tag der Mütter). Anna Jarvis bestand strikt auf dem Singular. Es sollte ein Tag sein, an dem jeder seine eigene Mutter ehrt, und keine allgemeine Feier für alle Frauen dieser Welt.
- Obwohl Sonntagsruhe herrscht, dürfen Blumenläden am Muttertag in fast allen Bundesländern für zwei bis sechs Stunden öffnen. Er genießt einen Sonderstatus im Ladenöffnungsgesetz.
- Während Blumen und Pralinen weiterhin die Verkaufslisten anführen, stehen bei vielen Müttern aktuell ein ehrliches „Danke“ und die Übernahme von alltäglichen Pflichten höher im Kurs als teure Sachgeschenke.
- Ursprünglich trug man in den USA eine rote Nelke, wenn die Mutter noch lebte, und eine weiße, wenn sie bereits verstorben war.
- Der Muttertag ist für den deutschen Blumenhandel nach wie vor der umsatzstärkste Tag des Jahres, noch vor dem Valentinstag.
- Im Durchschnitt gibt jeder Deutsche etwa 19,26 Euro für ein Muttertagsgeschenk aus. Fast 60 % der Schenkenden greifen zu Blumen.
- Laut Umfragen verschenken 50 % der Deutschen zum Muttertag eigentlich gar nichts. Die andere Hälfte ist jedoch so großzügig, dass sie die oben erwähnte Summe allein stemmt.
- Der Muttertag ist weltweit einer der Tage mit dem höchsten Telefonaufkommen. In den USA werden an diesem Tag sogar mehr Telefonate geführt als an Weihnachten.
- Im Jahr 2007 gab es einen besonders weiten Muttertagsgruß: Der Astronaut Michael Anderson schickte von der ISS aus eine Nachricht an seine Mutter auf der Erde.
- In vielen Ländern ist der Muttertag der umsatzstärkste Tag für Restaurants. Statistisch gesehen gehen an diesem Tag mehr Menschen essen als am Valentinstag.
- Wirtschaftswissenschaftler haben ausgerechnet, was eine Mutter verdienen müsste, wenn sie für ihre Tätigkeiten (Koch, Chauffeur, Psychologe, Reinigungskraft) bezahlt würde. Das Jahresgehalt einer „Vollzeit-Mutter“ läge bei über 90.000 Euro.
Geschichte des Muttertags:
Antike: Feste zu Ehren von Muttergottheiten
- In Griechenland wurde Rhea verehrt, die Mutter von Zeus und somit die Göttermutter.
- Im Römischen Reich gabe es Feierlichkeiten für Kybele (die "Große Mutter").
Diese Feste hatten jedoch wenig mit der eigenen Mutter zu tun, sondern waren religiöse Kulte für Fruchtbarkeit und göttliche Weiblichkeit.
Mittelalter: Mothering Sunday
Im England des Mittelalters und der Frühen Neuzeit gab es den Mothering Sunday. Am vierten Sonntag der Fastenzeit kehrten die Menschen in die Kirche, in der sie getauft wurden zurück (in die Mutterkirche). Für Dienstboten war dies oft der einzige Tag im Jahr, an dem sie frei bekamen, um nach Hause zu reisen und ihre leiblichen Mütter zu besuchen.
Der heutige Muttertag
Er entstand aus der US-Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts:
- Ann Maria Reeves Jarvis gründete 1858 "Mothers' Day Work Clubs", um die hygienischen Bedingungen für Familien zu verbessern.
- Julia Ward Howe schrieb 1870 eine "Mütter-Tag-Proklamation" als Friedensinitiative. Mütter sollten sich zusammenschließen, um Söhne nicht mehr in den Krieg schicken zu müssen.
- Anna Marie Jarvis (die Tochter von Ann Maria) organisiert nach dem Tod ihrer Mutter am 10. Mai 1908 eine Gedenkfeier in West Virginia und verteilte 500 weiße Nelken (die Lieblingsblumen ihrer Mutter) an andere Mütter.
- Anna Jarvis wurde zur größten Feindin ihrer eigenen Schöpfung. Einmal wurde sie wegen Hausfriedensbruchs verhaftet, weil sie eine Muttertags-Veranstaltung störte, bei der Nelken verkauft wurden. Sie gründete sogar die "Mother's Day International Association", um die Feierlichkeiten rechtlich zu unterbinden.
Die Geschichte des Muttertags in Deutschland
Interessanterweise war es in Deutschland keine Frauenbewegung, die den Tag etablierte, sondern der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber. Am 13. Mai 1923 wurde unter dem Motto "Ehret die Mutter" der erste offizielle Muttertag gefeiert. Damit Man sollte die deutsche Wirtschaft nach der Inflation angekurbelt werden.
1933 wurde der Muttertag wurde zum offiziellen Staatsfeiertag erklärt. Damit sollte die Mutter als "Gebärerin des neuen deutschen Geschlechts" heroisiert werden. Es ging nicht um die individuelle Frau, sondern um ihre Rolle für die "Volksgemeinschaft". Ab 1939 wurde an dem Tag das "Ehrenkreuz der Deutschen Mutter" verliehen (Bronze für 4, Silber für 6, Gold für 8 oder mehr Kinder).
In den Anfängen des Muttertags in Deutschland wurde offenbar "Praktisches" geschenkt: Ein Fachgeschäft in Münster warb damals allen Ernstes mit: „Jede Frau wünscht sich eine vorteilhafte Figur! Zum Muttertag wäre ein Corselet oder Mieder sicher eine willkommene Überraschung.“ Andere Händler empfahlen ganz pragmatisch Küchenwaagen oder Bügeleisen, damit „Mutter die Arbeit leichter fällt“.
Kommt euch das bekannt vor? 😉
Nach 1945 kehrte der Muttertag in Deutschland zu seinen privaten, unpolitischen Wurzeln zurück. In Westdeutschland wurde der Tag 1950 wieder eingeführt. In der DDR wurde stattdessen der Internationale Frauentag am 8. März groß gefeiert mit staatlichen Auszeichnungen, Feiern in Betrieben und natürlich auch Blumen.