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Was feiern wir eigentlich am 1. Mai?

Der 1. Mai in Deutschland hat sich von den Massenprotesten der Arbeiterbewegung und dem Kampf für Arbeitnehmerrechte über die staatliche Masseninszenierungen während der Nazizeit und in der DDR zu einem fröhlichen Familien-Feiertag gewandelt. Hier gibt es ein paar 1. Mai Fakten mit denen ihr gern schlaumicheln könnt.

Historie

  • Am 1. Mai 1886 forderten Gewerkschaften in den USA landesweit die Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auf acht Stunden. An diesem Tag beteiligten sich rund 400.000 Arbeiterinnen und Arbeiter aus 11.000 Betrieben am Generalstreik.
  • Trotz politischer Verbote legten am 1. Mai 1890 etwa 100.000 Menschen in Deutschland die Arbeit nieder, um für ihre Rechte zu protestieren. Die Arbeitgeber reagierten mit Aussperrungen, Entlassungen und Lohnabzügen.
  • Der Achtstundentag wurde in Deutschland im November 1918 durch eine Verordnung der provisorischen Regierung durchgesetzt.
  • Der 1. Mai 1919 wurde einmalig zum gesetzlichen Feiertag in Deutschland erklärt.
  • Die Nationalsozialisten erklärten den 1. Mai ab 1933 zum gesetzlichen Feiertag unter dem Namen „Tag der nationalen Arbeit“. Nur einen Tag später wurden die freien Gewerkschaften von der NSDAP verboten und zerschlagen.
  • Ab 1934 wurde der 1. Mai in „Nationaler Feiertag des deutschen Volkes“ umbenannt.
  • Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der 1. Mai 1946 durch den Alliierten Kontrollrat als gesetzlicher Feiertag bestätigt.
  • In der alten Bundesrepublik wurde der Tag vor allem von den Gewerkschaften genutzt, um für soziale Gerechtigkeit, faire Löhne, kürzere Arbeitszeiten und den Ausbau des Sozialstaates zu demonstrieren.
  • In der DDR wurde der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterklasse“ zu einem zentralen staatlichen Feiertag erhoben und mit Militär- und Massenparaden gefeiert. Die Teilnahme an den Maiparaden war für Belegschaften von Betrieben und Schulen in der Regel obligatorisch, wodurch der Tag seinen ursprünglichen Protestcharakter verlor.
  • Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 wurde der 1. Mai im gesamten wiedervereinigten Deutschland einheitlich begangen.
  • Seit Ende der 80er Jahre kommt es aber auch immer wieder in Berlin oder Hamburg am Abend des 1. Mai zu schweren Ausschreitungen.
  • Neben den politischen Kundgebungen hat sich der Tag zu einem Festtag entwickelt. Der „Tanz in den Mai“ am Vorabend sowie Straßenfeste und kulturelle Veranstaltungen bestimmen das gesellschaftliche Leben.

Warum tanzen wir in den Mai?

  • Die Kelten feierten in der Nacht zum 1. Mai das Beltane-Fest. Es markierte den Beginn der hellen, warmen Jahreszeit und des keltischen Jahres. Gefeiert wurde mit großen Feuern, die Fruchtbarkeit und den Neubeginn symbolisierten.
  • Nach germanischem Glauben sollten in dieser Nacht die Dämonen und der kalte Winter vertrieben werden.
  • Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wandelte sich der Brauch durch den Einfluss der Kirche: Die Nacht wurde nach der heiligen Walburga benannt, deren Gedenktag bis ins Mittelalter am 1. Mai gefeiert wurde. Im Volksglauben versammelten sich in dieser Nacht die Hexen zum Tanz mit dem Teufel. Um sich vor ihnen zu schützen, wurden sogenannte Hexenfeuer entzündet.
  • Das Aufstellen des Maibaums ist bis heute eng mit dem 1. Mai verbunden und steht für Fruchtbarkeit, den Frühling und das Erwachen der Natur.
  • Historisch gesehen gab es im Frühling durch kirchliche Vorgaben oft längere Tanzverbote. Der 1. Mai war daher oft der erste Tag, an dem wieder öffentlich getanzt, gesungen und gefeiert werden durfte.

Weitere Bräuche

  • Vor allem in Süddeutschland, aber auch bei uns im Norden ist das Aufstellen eines bunt geschmückten Maibaums auf dem Dorfplatz Brauch.
  • Ein traditioneller Spaß ist das Stehlen des Maibaums von Nachbargemeinden, der dann durch Bier oder ein Fest ausgelöst werden muss.
  • Die Tänze um den Maibaum herum symbolisieren die Freude über das Erwachen der Natur und den Frühling.
  • Der 1. Mai ist traditionell ein beliebter Tag für Familien- und Wanderausflüge in die Natur.
  • Ein beliebtes Frühlingsgetränk ist die Maibowle, die mit frischem Waldmeister aromatisiert wird.
  • In Teilen Norddeutschlands werden junge Birken oder Birkenzweige an Häusern und Türen angebracht.