Was soll das? Warum feiern wir den Valentinstag überhaupt?
Manche ziehen am Valentinstag alle Register der Romantik, andere halten ihn für kommerziellen Quatsch, da es keinen besonderen Tag braucht, um seine Liebe zu beteuern. Aber Thema ist der Valentinstag schon in jeder Beziehung, oder?
Aber warum eigentlich? Wir haben mal nachgeforscht:
Die Geschichte des Valentinstags
- Der Valentinstag hat seine Ursprünge im Gedenken an den christlichen Märtyrer St. Valentin. Er ist der Schutzpatron der Liebenden und lebte im 3. Jahrhundert in Rom. Der Legende nach traute er Liebespaare nach christlichem Ritus, obwohl Kaiser Claudius II. das verboten hatte. Die Ehen dieser Paare standen der Überlieferung nach unter einem besonders guten Stern. Valentin von Rom soll den Paaren auch schon Blumen aus seinem Garten übergeben haben.
- Papst Gelasius I. hat 469 den 14. Februar als Gedenktag an den heiligen Valentin eingeführt. 1969 wurde der Tag aber aus dem römischen Generalkalender gestrichen, weil der historische Wahrheitsgehalt der heimlichen Trauungen angezweifelt wurde.
- Im Mittelalter begannen Dichter und Schriftsteller, den Tag mit romantischer Liebe in Verbindung zu bringen. In dem Gedicht "Das Parlament der Vögel" behauptete z. B. Geoffrey Chaucer im 14. Jahrhundert, dass Vögel ihre Paarungspartner am 14. Februar auswählen würden. Diese Verbindung vom Valentinstag mit der Liebe trug dazu bei, den Tag populär zu machen.
- Ab dem 15. Jahrhundert wurden in England sogenannte "Valentinspaare" gebildet, die sich gegenseitig heimlich kleine Geschenke oder Gedichte, sogenannte „Valentines“, schickten.
- In der Zeit verschickten Menschen auch „Vinegar Valentines“, um unliebsame Verehrer abzuweisen. Diese Karten enthielten beleidigende Reime statt Liebesbekundungen.
- Dort entsteht im 19. Jahrhundert in der viktorianischen Gesellschaft auch die Tradition der Valentinsbälle. Diese festlichen Veranstaltungen boten (heimlichen) Paaren die Gelegenheit, in einer romantischen Atmosphäre zu tanzen und Zeit miteinander zu verbringen.
- Der kommerzielle Wendepunkt kam in den 1840er Jahren. Esther Howland aus Massachusetts erhielt eine aufwendige Valentinskarte aus England und erkannte das Potenzial. Sie begann, Karten im großen Stil in Handarbeit zu produzieren: In ihrem Elternhaus richtete sie eine Art Fließbandproduktion ein, bei der Frauen feine Papierspitze, bunte Bilder und Seidenblumen auf die Karten klebten. Das entwickelte sich schnell zu einem 100.000-Dollar-Unternehmen.
- Mit der Verbesserung der Drucktechnik begann die Firma Hall Brothers 1913 mit der Massenproduktion von Valentinskarten.
- Nach 1945 kam der Brauch mit den US-amerikanischen Soldaten nach Westdeutschland. Die stationierten GIs brachten die Tradition des Blumen- und Kartenschenkens mit und in Städten mit großen US-Stützpunkten verbreitete sich der Brauch zuerst.
- Im Jahr 1950 fand in Nürnberg der erste offizielle Valentinsball statt, damit wurde aus einem reinen Militär-Brauch ein Trend in der jungen Bundesrepublik. Die Idee verbreitete sich schnell in andere deutsche Großstädte und Tanzschulen.
- Maßgeblich vorangetrieben wurde die Bekanntheit durch gezielte Werbekampagnen der deutschen Floristenverbände in den 1950er Jahren. Da der Februar ein umsatzschwacher Monat war, nutzte die Branche den Tag, um den Verkauf von Schnittblumen massiv anzukurbeln.
Klugscheißer-Wissen
- Etwa 77 % der Deutschen finden den Tag laut Umfragen "zu kommerziell". Trotzdem schenkt fast jeder Zweite eine Kleinigkeit.
- Statistisch gesehen werden am Valentinstag in Deutschland etwa 2.384 Küsse pro Sekunde ausgetauscht.
- Der längste Kuss der Welt dauerte 58 Stunden, 35 Minuten und 58 Sekunden. Die Thailänder Ekkachai und Laksana Tiranarat küssten von 12. bis 14. Februar 2013.
- 39.897 Menschen stellten 2015 in Mexiko Stadt am Valentinstag einen Guinness-Rekord des weltweit größten Gruppenkusses auf.
- Pro Jahr werden rund 122 Millionen Schnittrosen für den Valentinstag nach Deutschland importiert. Drei Viertel aller Blumenkäufer am 14. Februar sind männlich.
- Im Gegensatz zu den USA oder UK ist Deutschland kein "Kartenland". Nur ein kleiner Bruchteil verschickt klassische Grußkarten. Blumen bleiben unangefochtene Nummer eins.
- 10 % der Deutschen geben an, den Tag lieber mit ihrem Haustier als mit einem Partner zu verbringen.
- Laut Statistiken geben die Deutschen durchschnittlich zwischen 20 und 50 Euro für Valentinsgeschenke aus.
- Datingportale verzeichnen am Valentinstag bis zu 30 % mehr Neuanmeldungen.
- Statistiken zeigen, dass am Valentinstag etwa alle vier Minuten ein Vibrator in einem deutschen Online-Warenkorb landet.
- Rund 10 % aller Heiratsanträge in den USA finden am Valentinstag statt.
- Richard Cadbury erfand 1861 die erste herzförmige Pralinenschachtel. Er war ein Marketing-Genie, da die Boxen nach dem Verzehr oft zur Aufbewahrung von Liebesbriefen genutzt wurden.