Wetten, dass ihr das alles nicht über Klopapier wusstet?
Klopapier ist mit eins der wichtigsten Alltagsprodukte der Welt. In Corona wurde es gehortet, im Alltag wird es wenig beachtet bis es eben fehlt. Dabei hat Klopapier eine spannende Geschichte.
Ein paar Statistiken
- Jeder Deutsche verbraucht im Schnitt 134 Rollen Klopapier pro Jahr. Amerikaner verbrauchen noch mehr (141 Rollen/Jahr), rund 20 % des weltweiten Klopapiers.
- "Außer-Haus" (Büros, Hotels, Gastronomie) werden knapp 63 % aller Klorollen verwendet.
- Schätzungen zufolge werden pro Minute weltweit rund 21.000 Rollen Toilettenpapier verbraucht.
- Eine durchschnittliche Standard-Klopapierrolle besitzt heute etwa 333 Einzelblätter.
- Für die weltweite Klopapier-Produktion werden täglich etwa 27.000 Bäume gefällt.
- Um eine einzige Rolle Toilettenpapier herzustellen, werden im gesamten Produktionsprozess rund 140 Liter Wasser benötigt.
- In Europa stammen bereits fast 50 % aller Papierprodukte aus recycelten Fasern.
- Ein Mensch verbringt im Laufe seines Lebens durchschnittlich etwa drei Jahre auf der Toilette.
- Rund 70 bis 75 % der Weltbevölkerung nutzen gar kein Klopapier, z. B. aus Geldmangel oder wegen fehlender Kanalisation.
Geschichte
- Bereits im 6. Jahrhundert nach Christus wurde in China das erste Mal Papier für die persönliche Hygiene dokumentiert. Im Jahr 1391 ließ der chinesische Kaiser dann spezielles Toilettenpapier für den Hof herstellen. Die einzelnen Blätter waren 60 mal 90 Zentimeter groß.
- Im antiken Rom nutzte man auf den öffentlichen Toiletten das Xylospongium. Das ist ein Schwamm an einem Stock, der in einem Eimer mit Salzwasser oder Essig stand und von allen geteilt wurde.
- Französische Adlige nutzten im Mittelalter Spitze oder weiche Schafwolle.
- Das Old Farmer's Almanac in den USA hatte seit den späten 1700 Jahren ein Loch in der Ecke. Warum? Damit man ihn im Klohäuschen an einen Nagel hängen, lesen und danach blattweise aufbrauchen konnte.
- Der US-Amerikaner Joseph Gayetty erfand 1857 das erste kommerzielle Toilettenpapier. Es war mit Aloe Vera getränkt und wurde in flachen Stapeln verkauft. Gayetty war so stolz auf seine Erfindung, dass er seinen Namen auf jedes einzelne Blatt drucken ließ.
- Seth Wheeler patentierte 1871 die erste Toilettenpapierrolle und fügte 1877 die Perforation zum leichteren Abreißen hinzu.
- Erst im Jahr 1935 gelang es der Firma Northern Tissue, Toilettenpapier „splitterfrei“ herzustellen. Zuvor waren immer noch kleine Holzsplitter zu merken.
- Das erste zweilagige Klopapier wurde 1942 von der britischen St. Andrew's Paper Mill auf den Markt gebracht.
Vorne oder hinten?
Die ewige Debatte, ob das lose Ende der Rolle nach vorne (über die Rolle) oder nach hinten (zur Wand) hängen soll, ist eigentlich seit 1891 gelöst. Das originale Patent von Seth Wheeler zeigt die Rolle eindeutig mit dem Blatt nach vorne.
Umfragen zeigen auch, dass etwa 70 % der Menschen die „Abrollrichtung nach vorne“ bevorzugen.
Zum Weitererzählen
- In den 1950er- bis 1970er-Jahren war farbiges Klopapier (Rosa, Hellblau, Gelb) der absolute Renner, passend zu den Badezimmerfliesen. Es verschwand, weil die Farbstoffe im Verdacht standen, die Haut zu reizen.
- Die portugiesische Edelmarke Renova stellt dreilagiges, parfümiertes Luxus-Klopapier her. Eine einzige Rolle kostet mehrere Euro. Beyoncé nutzt Berichten zufolge ausschließlich rotes Klopapier von Renova, während Kris Jenner die pechschwarze Variante bevorzugt.
- Seit Jahren gibt es in den USA den „Toilet Paper Wedding Dress Contest“, bei dem Designer traumhafte Hochzeitskleider ausschließlich aus Klopapier, Kleber und Faden kreieren.
- In Japan gibt es Verlage, die Horror-Kurzgeschichten oder Sudokus direkt auf die Klopapierrollen drucken.
- Ein gutes Klopapier muss ein Paradoxon erfüllen: Es muss im trockenen Zustand reißfest sein, sich aber im Wasser innerhalb von Sekunden biologisch auflösen.
- Warum rollen Katzen so gerne Klopapier ab? Der rotierende Effekt der Rolle triggert ihren Jagdinstinkt, das Papier verhält sich für sie wie ein flüchtendes Beutetier.
- Umfragen zufolge nehmen 75 % bis 90 % der Menschen ihr Smartphone mit auf die Toilette.
- Rund 15 % bis 20 % aller Wasserschäden bei Smartphones entstehen durch einen Sturz in die Toilettenschüssel.
- Repräsentative Umfragen zeigen, dass fast jeder Fünfte sein oder ihr Handy mindestens einmal im Leben im Klo versenkt hat.
- Im Flugzeug ist das Toilettenpapier extrem dünn und leicht entflammbar, um im Falle eines Feuers an Bord kein leichtes Futter für die Flammen zu bieten.
- Klopapier sollte man nicht als Taschentuch-Ersatz nutzen. Da es darauf ausgelegt ist, sich bei Feuchtigkeit sofort aufzulösen, fusselt es in der Nase extrem schnell.
- Klopapier schimmelt und verdirbt nicht, solange es trocken gelagert wird.
- Laut Umfragen unter Hotelmanagern gehört Klopapier (neben Seifen und Handtüchern) zu den am häufigsten geklauten Gegenständen aus Hotelzimmern.
- Das Knicken des ersten Blattes zu einem Dreieck in Hotels nennt sich Toilettenpapier-Origami.